Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Assistierter Suizid – ein Akt der Barmherzigkeit?

09.09.2020

Zulassung von begleiteter Sterbehilfe sorgt weiter für Diskussionen

Von Sibylle Sterzik (mit epd)

Wer sein Leben beenden möchte, weil er es vor Schmerz und Leid nicht mehr aushält, darf mit professioneller Begleitung sterben dürfen. Diesen Beschluss hatte das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) am 26. Februar dieses Jahres gefasst. Damit kippte es das seit 2015 geltende ­Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe nach Paragraf 217 und stärkte das Selbstbestimmungsrecht schwerkranker Menschen. 

Assistierte Selbsttötung lehnen die christlichen Kirchen ab. Der Beschluss fand darum auch viele Kritiker in ihren Reihen. Sowohl der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, als auch der damalige Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, äußerten sich enttäuscht. Das Urteil stelle „einen Einschnitt in unsere auf Bejahung und Förderung des Lebens ausgerichtete Kultur dar“, teilten beide am 26. Februar in einer gemeinsamen Erklärung mit. „Wir befürchten, dass die Zulassung organisierter Angebote der Selbsttötung alte oder kranke Menschen auf subtile Weise unter Druck setzen kann, von derartigen Angeboten Gebrauch zu machen“, erklärten die Kirchenvertreter. 

Inzwischen hat der hannoversche Landesbischof Ralf Meister die kirchliche Einheitsfront durchbrochen, längst nicht als einziger, aber doch als prominenter Kirchenvertreter. Öffentlich sagte er, er könne sich Sterbehilfe auch in kirchlichen Einrichtungen vorstellen. „Wir diskutieren diese Ausnahmesituation zurzeit innerhalb der Kirche. Auch strittig“, sagte der Bischof Ende August dem Magazin „Christ & Welt“, das der Wochenzeitung „Die Zeit“ beiliegt. Wenn ein Mensch sterben wolle und die Unterstützung von Dritten wünsche, müsse das ernst genommen werden. „Natürlich wünsche ich mir, dass er von seinem Vorhaben Abstand nimmt. Aber wenn das nicht geschieht, muss ich ihm beistehen, auch in der Phase des Suizids. Warum sollte die Kirche das einem Sterbehilfeverein überlassen?“ (...)

Ausgabe kaufen und weiterlesen.

Artikelkommentar

Artikelkommentar
captcha
Bitte tragen Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe in das Feld ein.
Hinweis: Die von Ihnen ausgefüllten Formulardaten werden lediglich für die Zwecke des Formulars genutzt. Eine andere Verwendung oder Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Mehr als Martin Luther King Flx Sehr geehrte Frau Schöfer,
vielen Dank für den spannenden und wichtigen Artikel, gut zu wissen was Paula Novak da macht. An einer Stelle möchte ich einhaken: Ich finde es wichtig von der "Schwarzen Theologie der Befreiung" die J.Cone begründet hat zu sprechen, das verschweigt a) nicht, dass er sich selbst in einer Tradition der Theologie der Befreiungen sieht und b) zeigt auf dass es sich um eine emanzipatorische\machtkritische (Ogette) handelt und nicht um eine rein identitäre Theologie.
Viele Grüße
2. Sie bleiben zuversichtlich Wolfgang Banse Pfarrerin, Pfarrer werden ist nicht schwer, nur die Ausübung fällt ihnen oftmals schwer.Nicht zeitgemäß,verwalten, Termin nach Abspache,Trauerbegleitung, niemand sollte verloren gehen, dies alles ist erleb-und erfahrbar und wird erleb und erfahrbar sein was die frisch Ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer betrifft. Ein Ruck muss durch die Pfarrerschaft gehen um akzeptiert in der multikulturellen Gesellschaft weiterhin einen Platz ein zu nehmen. Es gibt nicht nur eine Politik, Gewerkschafts, sondern auch eine Kirchenverdrossenheit.Die Kirche muss sich grundlegend ändern und damit auch die Pfarrerinnen und Pfarrer
3. Wichtiger Baustein Wolfgang Banse Die Kirche hinkt immer hinterher, so auch was Klimaschutzgesetz betrifft. Ob sich dies mal ändern wird?!

Hier gelangen Sie zur Übersicht über alle Kommentare.