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Beitrag von Mirna Funk: Klare Worte oder böse Anklage?

10.02.2021

Leserinnen- und Leserreaktionen auf den Titelkommentar der Ausgabe 3 "Das muss aufhören"

Hier gibt es den Kommentar von Mirna Funk zum Nachlesen.

Für die klaren Worte gebührt Mirna Funk Dank! Das Beschwören einer christlich-jüdischen Kultur oder einer christlich-jüdischen Identität wird niemandem gerecht. Es wird eine Einheit beschworen, die nur in der Fantasie christlicher Theologen existiert und unbewusst den jahrtausendelang praktizierenden Anti­judaismus relativiert.

Rudolf Grzegorek, Görlitz

Mirna Funk ist unbedingt zuzustimmen: „Juden sind im Gegensatz zu Christen so viel mehr als eine Religion“ und sie dürfen nicht so oder so vereinnahmt werden.

Dirk Stratmann, Berlin

Was mag die Redaktion damit beabsichtigen, diesen bösen Kommentar von Mirna Funk zum Kommentar der Woche zu machen? Sicher nicht, das gegenseitige Verständnis zu fördern. Dass „die Christen“ oder gleich „alle Christen“ verantwortlich sein sollen für die Corona-Leugner, für Verschwörungstheorien, für die QAnon-Mythen ist empörend und verstörend zugleich.

„Es gibt Christen und es gibt Juden“ – ja, aber beide haben gemeinsam in der europäischen Geschichte eine „christlich-jüdische“ Kultur geschaffen. Warum Abgrenzung und Trennung und nicht die Suche nach Gemeinsamkeiten? Wird so die Gefahr des Antijudaismus abgewehrt?

Götz Doyé, Potsdam

 

Ich kann den Ärger von Mirna Funk gut verstehen. Sie möchte nicht, dass Christen erklären, wie Juden sich sehen sollen. Die Bezeichnung „Deutsche jüdischen Glaubens“ ist außerdem tatsächlich ungeeignet. Denn nur eine Minderheit der Juden ist jüdischen Glaubens. Es müsste daher heißen „jüdische Deutsche“. Die Bezeichnung „deutsche Juden“ würde sie aus der Gemeinschaft der deutschen Staatsbürger ausgrenzen. Wie Mirna Funk feststellt, definieren sich alle Juden, ob religiös oder säkular, insbesondere über ihre gemeinsame Geschichte und Kultur. 

Gerd Decke, Berlin

 

Mirna Funk spricht mir mit ihren zornigen Anklagen gegen den jahrtausendelang wütenden Antijudaismus von Christen und ihrer abend­ländischen Herrschaften aus vollstem Herzen. Aber widersprechen möchte ich ihrer Behauptung, dass es im Abendland überhaupt keine christlich-jüdische Identität gäbe. In der Epoche der Aufklärung wurde christlich-jüdische Identität zeitweise sogar zum Mainstream (siehe Lessing oder Moses Mendelson). Zwar ist Toleranz und Zusammengehen beider Seiten schrecklich einseitig von der Christenheit geschunden und ausgelöscht worden, aber dennoch haben es die Judenhasser bis heute nie geschafft, den jüdisch-christlichen Geist auszulöschen und tot zu kriegen.

Michael Rannenberg, per E-Mail

 

Schade, dass der Leitartikel sich in billiger Polemik erschöpft. Wer soll da womit endlich aufhören? Sofort!? Für immer!? Dankenswerterweise gibt es seit vielen Jahren den Versuch, im christlich-jüdischen Dialog das Gespräch miteinander zu suchen. Damit wird nicht die schreckliche Vergangenheit ausgelöscht, aber es macht Hoffnung für ein gutes Miteinander in der Gegenwart und für die Zukunft. Der Artikel erweckt jedoch den Anschein, als gäbe es diesen Dialog gar nicht.

Winfried Böttler, Berlin-Steglitz

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1. Tierwohl in der Kirche Thomas Berg Meine Hühner schlachte ich selbst, auch wenn sie nicht auf das Wurstbrot kommen. Das ist der schmerzliche unvermeidliche Schritt auf dem Weg vom Kücken zum Braten. Meine Hühner werden natürlich auch nicht schon nach vier bis sechs Wochen geschlachtet wie das inzwischen leider normale Industriehuhn.

Trotzdem: Ganz rund ist die Argumentation wohl nicht, die hier die vegetarische Ernährung aus der Bibel begründen will. Schon im 3. Kapitel der Bibel - noch im Garten Eden - bekommen Adam und Eva von Gott selbst Röcke aus Fellen geschneidert. Wenige Verse später lesen wir, daß ihr zweitgeborener Sohn Abel Schäfer wurde. Ganz sicher hat er Schafe auch zum Schlachten gehalten. Er opfert jedenfalls vom Fett der Erstlinge der Herde auf dem Altar, was Gott wohlgefällig anschaut.

Ganz nebenbei und völlig unbiblisch brauchen wir mehr Tiere auf der Weide der Artenvielfalt wegen. Ohne Weidetiere verarmt die biologische Ausstattung unserer Landschaft was man in unseren Breiten heute schon beobachten kann. Insekten fehlen, die der Tierhaltung folgen. Daher fehlen die Insektenfressenden Vögel, Fledermäuse usw. Genau deswegen hält der Naturschutzverein dem ich vorstehe auch mehrere Rinder- bzw. Wasserbüffelherden (derzeit ca. 360 Tiere).

Was weniger werden muß ist die Massentierhaltung in optimierten HiTec-Ställen, die klimaschädlich ist, die Tiere zur Ware degradiert und in den Schlachtfabriken und dem Transport dahin das oft beklagte Tierleid zur Folge hat.

Unsere Tiere werden jedenfalls zur Schlachtung auf der Weidefläche geschossen und erst dann zum Fleischer gefahren.

Ethische Entscheidungen kennen eben nicht nur das Entweder-Oder sondern auch manche Möglichkeit dazwischen.
2. Proberaumsuche Chrissi Suche Proberaum, um christlichen worship zu machen. Spiele seit 11 Jahren Schlagzeug und möchte gerne weitermachen. Gibt es Hilfe und Unterstützung von ihrer Seite aus? Über Ratschläge und gute Nachrichten, würde ich mich freuen! Lg, Chrissi
3. Idenschmiede der Nordkirche Wolfgang Banse Nicht alles was man auf gibt, ist gut so heißen. Glieder der Kirche, hier Nordkirche wurden in den Entscheidungsprozess nicht einbezogen.Demokratie, hier Basiskirche lässt nach wie vor zu wünschen in den Gliedkirchen der EKD.

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