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RSSPrint

Die Bibel in bildschirmgerechter Sprache

13.01.2021

Mammutprojekt: Heilige Schrift neu übersetzt

Von Marcus Mockler (epd)

Bibelübersetzungen müssen gleich mehrere Gräben überbrücken: den Graben zu einer fremden Sprache, den zu einer fremden Kultur und den zu Ereignissen, die Jahrtausende zurückliegen. Kein Wunder, dass sich modernen Zeitgenossen die Welt der Heiligen Schrift nur schwer erschließt. Mit ihrem Mammutprojekt BasisBibel versucht die Deutsche Bibelgesellschaft, die Gräben zuzuschütten. Am 21. Januar wird die komplette Ausgabe von Neuem und Altem Testament in Stuttgart veröffentlicht.

Die 40 Übersetzer*innen hatten bei ihrer Übertragung von hebräischem und griechischem Urtext ins Deutsche aktuelle Lesegewohnheiten der Generation Internet vor Augen. Diese Generation liest zwar den ganzen Tag über Chats, E-Mails, Schlagzeilen und Blogbeiträge – doch eine intensive Beschäftigung mit Texten, die etwas herausfordernder sind, kommt aus der Übung. Die Konsequenz: Die BasisBibel verwendet kurze Sätze mit selten mehr als 16 Worten. Sie soll insbesondere zum Lesen auf Bildschirmen sehr gut geeignet sein.

Doch wie übersetzt man Begriffe wie „Messias“ oder „Reich Gottes“, die einem religiös weniger gebildeten Menschen nichts sagen? Die Macher der BasisBibel haben sich gegen die Variante entschieden, dafür Umschreibungen zu suchen. Stattdessen haben sie solche Wörter farblich markiert und an den Seitenrand einen kurzen Erklärtext gesetzt. Auch wenn damit etwas Fremdheit in den Bibelversen bleibt, lässt sich die Bedeutung schnell über die Randnotiz erfassen.

Neues Testament unter die Übersetzerlupe genommen

Schon vor zehn Jahren hatte ein BasisBibel-Team das Neue Testament übersetzt. Das Projekt fand schnell sein Publikum, mehr als 200000 Exemplare wurden nach ­Angaben der Deutschen Bibelgesellschaft verkauft. Die Psalmen erschienen 2012, doch es hat bis heute gedauert, das doppelt so umfangreiche Alte Testament komplett in eine moderne Sprache zu bringen. Für die nun vollendete Bibeledition wurde allerdings auch das Neue Testament nochmal unter die Übersetzerlupe genommen. Dabei hat das Team 15 Prozent des Textbestandes und einen Großteil der Erklärtexte ­revidiert.

Treue Kirchgänger haben die berühmte Frage von Jesus Christus nach Luthers Übersetzung im Ohr (Matthäus 16,26): „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ In der Basisbibel klingt der Satz so: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben dabei verliert?“

Für junge Menschen, die zum ersten Mal die Bibel lesen

Gedacht ist die BasisBibel vor allem für junge Leute. Oder für Menschen, die eine „Erstbegegnung mit der Bibel“ haben wollen, wie es im Kirchendeutsch heißt. So formulierte es der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im vergangenen Juni. Der Rat ist von dem Projekt überzeugt und empfiehlt die BasisBibel offiziell für die kirchliche Arbeit. Gedacht ist dabei vor allem an Kinder und Jugendliche in Jungscharen und Konfirmandengruppen. Man betrachte die BasisBibel als Ergänzung zur Lutherbibel, die im deutschen Protestantismus nach wie vor an erster Stelle steht.

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bibelgesellschaft, findet in der BasisBibel eine Sprache, „die Menschen mit hineinnimmt und nicht ausschließt“. Damit leiste sie einen entscheidenden Beitrag, dass die Bibel auch im 21. Jahrhundert als Buch der Bücher erfahrbar werde. 

Die BasisBibel gibt es laut Deutscher Bibelgesellschaft als gedrucktes Buch, in der Reihe „bibeldigital“ sowie kostenlos im Internet und als App für Smartphones und Tablets. Unterstützt haben das Übersetzungsprojekt die EKD, evangelische Landeskirchen, Gemeinden, Bibelgesellschaften, Verbände, Werke und Einzelpersonen. Das mit der Agentur „gobasil“ (Hamburg/Hannover) entwickelte Buchdesign wurde mehrfach prämiert. Die BasisBibel erscheint in einer Kompaktausgabe (2000 Seiten) und einer Komfort­edition (3000 Seiten).

Was ist die BasisBibel?

17 Jahre lang haben 40 Übersetzer und Über­setzerinnen an der Basis Bibel ge­arbeitet. Die BasisBibel ist eine Bibelübersetzung, die sich durch ihre Verständlichkeit und Zuverlässigkeit auszeichnet. Kurze Sätze, eine klare, prägnante Sprache und ihr einzigartiges ­Design sind die Markenzeichen der BasisBibel. Zusätzliche Erklärungen von Begriffen und Sachverhalten erleichtern das Verständnis der biblischen Texte. Die ­BasisBibel ist eine neue Übersetzung aus den hebräischen, aramäischen und griechischen Urtexten. Ihre sprachliche Struktur folgt dem Gebot der Einfachheit. Die BasisBibel ist die erste Bibelübersetzung, die das durch Computer und Internet veränderte Medienverhalten berücksichtigt (www.BasisBibel.de). 

Am 7. Februar wird im ZDF ein Fernsehgottesdienst zur Einführung übertragen. Aktuelle Informationen: www.dbg.de

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1. Das muss aufhören! von Mirna Funk Winfried Böttler Das muss aufhören. Zum Leitartikel von Mirna Fink (die Kirche 3/2021)a
Nun wissen wir Bescheid, Christen werden es nie kapieren, wie Juden sich fühlen. Warum maßen wir uns auch an, ihnen frohe Feste zu wünschen? Schade, dass der Leitartikel sich in billiger Polemik erschöpft. Wer soll da womit endlich aufhören? Sofort!? Für immer!?
Es ist leider schreckliche Wahrheit, dass die christlichen Kirchen durch den Antijudaismus, der ja nicht selten in Judenhass ausartete, große Mitverantwortung am Programm der Nazis zur Ausrottung des europäischen Judentums tragen. Das hat die Kirche erkannt und wiederholt öffentlich bekannt und es wird dennoch auf Dauer ihre Schuld bleiben. Es bleibt aber trotzdem wahr, dass Jesus ein Jude und die christliche Gemeinde am Anfang eine innerjüdische Gruppe war, die sich im Konflikt mit den jüdischen Autoritäten befand. Darin haben die judenkritischen Passagen in der Bibel ihren Ursprung.
Ich möchte schon darauf bestehen, dass Abraham und seine Verheißungen zu meinem Glauben dazu gehören, die Botschaft der Propheten auch mich angeht und ich jüdische Psalmen mitbeten darf. Dass die Autorin mich deswegen bei den Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern einordnet, gar in diesem Zusammenhang die üble Verleumdung erwähnt, wonach das Blut von geschändeten Kindern getrunken werde, finde ich geschmacklos und demagogisch.
Ja es ist wichtig und in Ordnung, dass die Einzigartigkeit und Andersartigkeit des Judentums betont werden. Bei meinen christlichen Glauben ist mir trotzdem wichtig, dass davon vieles in der jüdischen Überlieferung verwurzelt ist. Das zu bekennen werde ich nicht aufhören. Niemals.
Dankenswerterweise gibt es seit vielen Jahren den Versuch, im christlich-jüdischen Dialog das Gespräch miteinander zu suchen. Damit wird nicht die schreckliche Vergangenheit ausgelöscht, aber es macht Hoffnung für ein gutes Miteinander in der Gegenwart und für die Zukunft. Der Artikel erweckt jedoch den Anschein, als gäbe es diesen Dialog, bei dem sich beide Seiten um gegenseitiges Verstehen mühen, gar nicht.
Pfarrer i.R. Winfried Böttler,
Berlin-Steglitz
2. Das muss aufhören! Rolf Westermann Da hat sich Frau Funk aber ganz schön vergaloppiert:

1. „Was soll das sein, eine deutsche Jüdin? Sollte es nicht vielmehr „Deutsche jüdischen Glaubens“ heißen?“

Soweit, so gut; aber dann:

2.“ Und Juden sind im Gegensatz zu Christen so viel mehr als eine Religion. Weniger als die Hälfte der 15 Millionen Juden weltweit würde sich vermutlich als religiös bezeichnen.“


Na wat denn nu??????


3. Nutztier und Mitgeschöpf Wolfgang Banse Tiere sind auch Geschöpfe, besitzen eine würde, die sie auch erleben und erfahren sollten.Massentierhaltung und Käfighaltung sollte eine klare absage erteilt werden.Hin zu einer Bio dynamischen Landwirtschaft dies sollte zum tragen kommen

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