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Die Neuen

In den kommenden Wochen finden wieder Ordinationsgottesdienste in der EKBO statt. In dieser Ausgabe stellen wir die ersten 9 von insgesamt 20 Pfarrer*innen vor

Neue Pfarrerinnen EKBO

Daniela Marquardt, Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO)

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Sich vorstellen, was maximal passieren kann, wenn jetzt etwas schief geht – meist sind die Folgen nicht besonders schwerwiegend. 

Und man hat nur das Gefühl es müsste etwas Furchtbares passieren, weil die meisten Menschen ihren Rang in der Welt überschätzen.

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

„Ehrfurcht vor dem Leben“ von Albert Schweizer. Die Ethik Schweitzers hat mich von der Oberstufe bis in meine Examen hinein begleitet und mir immer wieder neue Denkanstöße gegeben.

Ihr liebstes Bibelwort?

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jesaja 43, 1b). Dieser Satz berührt jedesmal und ich lasse mich gern von ihm begleiten.

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio (Lobrede) halten?

Auf meinen Mann und die vielen Tiere, die uns treu zur Seite stehen oder mit ihrem Leben dienen. 

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen?

Dem Friseur, der mir 1990 einen Igel-Haarschnitt verpasst hat.

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

Bei der letzten Beerdigung, wo ich noch einmal neu erfahren durfte, wie viel Halt und Trost das Wort spenden kann.

Oliver Wegscheider, Humboldt Universität zu Berlin

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Übung und freundliche Gesichter.

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?  

„Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien.

Ihr liebstes Bibelwort?

„Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Mein Konfirmationsspruch: Jesaja 60,13

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio halten? 

Jean-Luc Picard, den Captain der Enterprise.

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen? 

Auf ein Kaffeetrinken mit Donald Trump könnte ich verzichten.

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

Gott kommt in meinem Terminkalender leider nicht vor. Aber ich lebe aus der Gewissheit, dass ich in seinem stehe.

Simone Lippmann-Marsch, Jugendarbeit im Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Schwer zu sagen. Ich finde Lampenfieber eigentlich ganz gut. Es treibt mich an, fördert meine Konzentration und bringt mich in meine Mitte. Falls es jedoch allzu schlimm wird, dann helfen mir ausreichend Schlaf, tanzen, laute Musik und Pfefferminzpastillen kauen. 

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

„Der Tod in ihren Händen“ von Ottessa Moshfegh. 

Ihr liebstes Bibelwort?

Psalm 139,5-7, mein Taufspruch: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?“

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio halten?

Pfarrer Gerhard Begrich. Ich habe nie jemanden erlebt, der so wunderbar über Liebe und Schönheit mit so viel Liebe und Schönheit predigen kann. Und zwar nur mit einem Notizzettel und einer Bibel in der Hand. 

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen?

Mir selbst, wenn ich hungrig oder müde bin. 

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

In meiner Jungen Gemeinde. Die Jugendlichen haben die Frustration der Corona-Pandemie in eine Vorwärtsbewegung übersetzt, indem sie ein Projekt selbstständig initiiert haben, um bewusst ein Zeichen für Gerechtigkeit, Trost und Hoffnung zu setzen. Sie konnten andere Menschen für ihr Projekt begeistern und sie motivieren mitzumachen. In all den Ideen, in der Gestaltung, in dem Mit- und Füreinander habe ich Gott gesehen und vor allem gespürt.

Jonathan Schmidt, Angermünde (Kirchenkreis Uckermark)

Ihr Mittel gegen Lampenfieber? 

Augen zu, dreimal tief durchatmen, Psalm 31,9 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. 

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

Neben den 66 Büchern der Bibel und dem täglichen Begleiter, dem Evangelischen Gesangbuch, spielt neuerdings das Buch „Die Heiden von Kummerow“ von Ehm Welk für mich eine große Rolle. Kummerow, eigentlich Biesenbrow, ist eines der Dörfer, in denen ich nun Pfarrer sein darf. 

Ihr liebstes Bibelwort?

„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ (Hebräer 13,8).

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio halten?

Auf den Fußballspieler Alphonso Davies.

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen? 

Martin Luther mit Magenschmerzen.

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

Eben komme ich von einem Geburtstags­besuch auf einem der vielen Dörfer um Angermünde – eine junge Frau ist 18 geworden. Auf dem Rückweg fahre ich über das weite Land mit Hügeln, Wäldern, Feldern und Äckern. Ich sehe Wild– und Nutztiere und in jedem Dorf schon von weitem den Kirchturm – und jeder ist anders! Die Begegnungen, die Schönheit der Natur und das für Jahrhunderte in Stein gehauene Gotteslob sind für mich ein Zeichen dafür, dass Gott allezeit mit uns ist – wenn das kein Grund zur Freude ist: Lätare! 

Martin Johannes Wolf, Seelsorge in der JVA Berlin-Moabit

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Die Stille im Gottesdienstraum vor dem ersten Orgelklang. Dann setzt in mir eine Ruhe ein, die sich mit dem Präludium verstärkt.

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

Da ich eher kein großer Leser war, haben vor allem Liederbücher eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Ein Buch, was ich jedem Menschen ans Herz lege, ist trotzdem „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren.

Ihr liebstes Bibelwort? 

„Selig sind, die da Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“ (Matthäus 5,9).

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio halten?

In der aktuellen Situation wäre eine Lobrede auf die vielen im verborgenen handelnden Menschen angebracht, die mit ihrer Liebe und ihrem Leben helfen, die Welt Lichtblicke sehen zu lassen.

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen?

Einem frauenfeindlichen, homophoben, menschenverachtenden, antisemitischen Menschen aus meiner Vergangenheit, der bis jetzt nicht mit sich reden lässt.

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

Ich stehe an einem Freitagabend in der Kirche und die Sonne lacht durch die Fenster und streichelt meine Seele, verweilt auf meiner Stirn. Wärme ist im ganzen Körper. 

Franziska Matzdorf, Luisenkirchen-Gemeinde Berlin-Charlottenburg (Kirchenkreis Charlottenburg-Wilmersdorf)

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Atmen! Und dann Augen zu und durch!

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

Ein handgeschriebener Gedichtband mit Lieblingsgedichten.

Ihr liebstes Bibelwort? 

„Jetzt sehen wir alles in einem Spiegel, in rätselhafter Gestalt, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen, wie ich auch ganz erkannt worden bin“ (1. Korinther 13,12).

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio halten? 

Auf die Schriftstellerin und Aktivistin Amanda Gorman.

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen? 

Donald Trump.

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

Beim Hören von Taeguk Muns Version von „An die Musik“ von Franz Schubert.

Birgitte Koppehl, Joachimsthal (Kirchenkreis Barnim)

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Gebet – Augen zu, Hände falten, um Ruhe, Kraft und Beistand bitten und los geht’s!

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

In den letzten Jahren: „Wir sind das Klima!“ von Jonathan Safran Foer. Nicht weil es große Literatur ist, sondern weil es mich grundlegend dazu gebracht hat, meine Lebensweise zu ändern.

Ihr liebstes Bibelwort?

 „Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht“ (Psalm 36,10).

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio halten?

Meine Großmutter. Oder Desmond Tutu. Für beide habe ich den größten Respekt. 

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen?

Das behalte ich lieber für mich.

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

„Im stillen sanften Sausen“ – meinen Morgen fange ich am liebsten sehr früh an. Wenn es noch ganz Stille um mich herum ist. Dann lese ich, bete ich, beobachte den Sonnenaufgang.

Daniel Koppehl, Joachimsthal (Kirchenkreis Barnim)

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Ein Gebet.

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

Da gibt es einige. Am meisten hat mich wohl geprägt: „Der Idiot“ von Fjodor Dostojewski.

Ihr liebstes Bibelwort?

Zurzeit: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus 

erleuchten“ (Epheser 5,14).

Auf wen würden Sie gern mal eine Laudatio halten?

Auf die Ehrenamtliche, die in unserem Gemeindebüro arbeitet.

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen?

Den Versucher im Anderen und in mir selbst, der nur als Nichtsein das Sein bedrängt.

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

Im Wort eines Angehörigen bei einem Beerdigungsgespräch, als er sagte, der Moment, als sich die Augen der Sterbenden weiteten, habe ihm seltsamerweise Kraft gegeben.

Günter Hänsel, Berlin-Schlachtensee (Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf)

Ihr Mittel gegen Lampenfieber?

Ich nehme meinen Atem wahr, wie er kommt und geht und werde mir bewusst im Atem mit Gott, Mitte und Grund allen Seins, verbunden zu sein.

Welches Buch spielt neben der Bibel eine bedeutende Rolle in Ihrem Leben?

Dorothee Sölles Werk „Mystik und Widerstand“ ist ein unverzichtbares Kompendium von Mystik und einer befreiten Welt.

Ihr liebstes Bibelwort?

Mein liebstes zugleich zugesprochenes Bibelwort bei der Ordination: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen“ (Matthäus 5,8).

Auf wen würden Sie gern mal eine Lobrede (Laudatio) halten?

Auf all die Menschen, die mich auf meinem Lebensweg bisher und bis heute begleiten.

Wem möchten Sie lieber nicht begegnen?

Im Ordinationsvorhalt heißt es: „Gebt keinen verloren.“ Das bleibt für mich Anspruch. 

Und wo haben Sie zuletzt Gott angetroffen?

Im Schauen und im Staunen der Natur – „sunder warumbe“ (Meister Eckhart).

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(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Beiträge Herr Banse Redaktion
2. Synodenberichterstattung Wolfgang Banse Zu:Bischofsvisitation 2O22:Seelsorge-Seelsorge in Zeiten der Pandemie , läßt zu wünschen.Der Realität ins Auge sehen, hier Potsdam.
Absitzen, aus sitzen.Seelsorge sieht anders aus, als sie erleb, erfahrbar ist.Selbstbeweihräucherung der Pastorinnen und Pastoren.Nur seine eigenen Veranstaltungen, Gottesdienste, Andachten wahr nehmen, nicht der Kolleginnen, Kollegen.Wie kommt es dass eine Person, die 8 Jahre in dem Stadtteil wohnt,keinen Gemeindebrief in den Briefkasten vorfindet.Sprechzeiten nach Absprache.
Zu:Kirche ohne Rassismus:Die Kirche will eine Kirche ohne Rassismus werden-warum ist sie es nicht schon.Apartheit ist erleb, erfahrbar hier was gehandikapte Menschen als Glieder der Kirche betrifft. Inklusion hoch gelobt, nur nicht gelebt,erleb, erfahrbar.
Zu:Gemeindestrukturgesetz:Glieder der Kirche werden wie Freiwild, Laib-eigen behandelt, entmündigt, an Fäden gezogen , wie eine Marionette.Den Gliedern von kleinen Gemeinden wird geraten, den Gerichtsweg zu gehen, aus der Kirche austreten, da diese keine Basisdemokratie lebt. Den Personen Stäblein, Bammel,Konsistorialpräsident, sollten die Kirchenaustritte übersandt werden. Einladungen von den Kirchengemeinden zurück genommen werden, hier Festgottesdienste...
3. Veränderungen Gert Flessing Lange Jahre war ich Pfarrer in Brandenburg. Schon damals, in den beginnenden achtziger Jahren, wurde deutlich, dass es zu Veränderungen kommen muss. Zunächst waren es eher Vakanzen, die nachdenklich werden ließen. Später kamen die ersten Schließungen von Pfarrstellen. Da war ich bereits in Sachsen. Auch dort erlebte ich die Veränderungen. So fügten wir aus drei Gemeinden eine zusammen. Das war 1997. Jetzt bin ich im Ruhestand und erlebe, wie die Gemeinden unter der neuen Strukturreform ächzen. Ich vermisse dabei vor allem eine theologische und seelsorgerliche Begleitung.
Ich kann die Christen der Prignitz gut verstehen. Aber Kirchgemeinden mit 300 Mitgliedern gibt es hier seit den neunziger Jahren nicht mehr. Sicher ist es am Besten, wenn es zu freiwilligen Zusammenschlüssen kommt. Aber ich kenne das Spiel gut genug, dass ich weiß: "Das ist mehr als selten." Weil jede Gemeinde Angst hat, zu kurz zu kommen. Leider.
Gert Flessing

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