Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Eigentlich

Bibelworte fordern uns heraus. Sie öffnen das Sichtfenster, wirbeln Herz und Sinn ­herum, laufen neben uns her oder schleusen uns durch eine Lebensenge. Sie trocknen Tränen oder machen Mut. Ob zur Taufe oder Konfirmation oder einfach so – immer erinnern sie uns an eine großartige Partnerschaft – wie, davon erzählen Menschen in dieser Reihe. Diese Woche schreibt Uwe Baumann über das „Eigentliche“

Uwe Baumann zu seinem Taufspruch

Eigentlich – das ist so ein Wort. Es wird oft gebraucht, um Aussagen oder Fragen zu relativieren, es ist eine Nebelkerze. Eigentlich ist weit entfernt von der bib­lischen Rede „Deine Worte seien ja, ja – nein, nein“, das Eigentliche wird zum Wischlappen, der die Pampe am ­Boden erst richtig verteilt. Und doch sagt ein sprechender Fuchs in der Geschichte „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry: „L’essentiel est invisible pour les yeux – Das Eigentliche ist unsichtbar für die Augen.“ Und gibt den Erlebnissen des berühmten Prinzen einen tieferen Sinn. Sinnsuche inmitten von Gebirgen aus Sinneserfahrungen und emsigen Ratgebern. Das ist wie Zuckerguss, der unsere Sinne verklebt. Mit dem Ergebnis, dass wir in Glaubensdingen das Eigentliche aus den Augen verlieren. Eigentlich weiß jedes Kind, dass Glaube, Hoffnung und Liebe unser Zusammenleben erst ermöglichen, dass diese drei wie eine Umarmung nach Liebeskummer Herzen und Seelen zu heilen vermögen. 

Das Kind in der Krippe zur Weihnachtszeit verheißt diesen wundervollen Segen. Es umarmt uns. ­Eigentlich. Denn Worte wie „Weihnachten“ oder christliche ­Namen wie „Maria“ sollten in der Erstfassung eines Leitfadens der Gleichstellungskommission der ­Europäischen Union künftig gestrichen werden. Hat nicht geklappt, der Leitfaden wurde zurückgezogen. Weil er nicht so gut leitet – so bleibt das Eigentliche trotz aller Geschenketürme in unserem reichen Land noch zu ­sehen – Liebe und Mitmenschlichkeit. Die Initiative „Freiheitsfonds. Raus aus der JVA“ hat vor ein paar Tagen Frauen und Männer aus der Haft freigekauft, die wegen Fahrens ohne Fahrschein in öffentlichen Verkehrsmitteln verurteilt wurden, jedoch die dafür vorgesehenen Geldstrafen nicht zahlen konnten. 

Es trifft dabei überproportional ­Arbeits- und Obdachlose, denen schlicht das Geld fehlt. Mitmenschlichkeit ohne zuständig zu sein –mehr Weihnachten geht nicht. ­Eigentlich. 

Artikelkommentar

Artikelkommentar
captcha
Bitte tragen Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe in das Feld ein.
Hinweis: Die von Ihnen ausgefüllten Formulardaten werden lediglich für die Zwecke des Formulars genutzt. Eine andere Verwendung oder Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. „Der Schutzschirm unserer Gesellschaft ist brüchig“ Affolter solche Artikel sollte man immer wieder zu lesen bekommen
2. Der Schutzschirm unserer Gesellschaft ist brüchig Martin Wehlan Bitte keine doppelten Standards anwenden ! So wurde richtig beschrieben, dass Corona-Schutzmaßnahmen mit NS-Verbrechen gleichgesetzt wurden, was eine Verharmlosung der NS-Zeit darstellt Dann aber bitte auch nicht einen "solidarischer Patriotismus“ der AfD mit der alten Volksgemeinschaftsideologie der Nazis gleichsetzen. Das ist genauso verharmlosend für die Nazizeit.
3. Corona-Leugner und Impfgegner machen gegen Kirchen mobil Kurt Roland Schein Habe ich das richtig verstanden?

Herr Schulte-Döinghaus berichtet unter der Überschrift: „Corona-Leugner und Impfgegner machen gegen Kirchen mobil“ von einem uckermärkischen Superintendenten, der Gottes-dienstbesuche ohne Maske aus der Kirche „hinauskomplimentiert“.
Wer deutschlandweit die kirchliche Publizistik, einschließlich Leserbriefkommentaren verfolgt, kann sich des Verdachts nicht erwehren, die Evangelische Kirche ähnelt einer Hüpfburg, der langsam die Luft ausgeht. Genannter ucker-märkischer Superintendent bestätigt das für den obigen Fall. Konsterniert berichtet er von mangelnder Unterstützung für sein Handeln durch die übrige Gottesdienstgemeinde.
Zu seinem offensichtlich größten Schrecken gibt es in seinem Sprengel einen Pfarrer, der es versteht, in dieser Zeit Menschen nicht nur in einem Seniorenwohnprojekt Heimat zu geben, sondern sogar in der Lage ist, Interessierte in größere Anzahl für seine Gemeindeveran-staltungen zu gewinnen. Der uckermärkische Superintendent weiß offensichtlich davon nur aus der Zeitung und dem Internet. Persönlich in Augenschein hat er die Vorgänge um den von ihm inkriminierten Pfarrer seines Dienstbereichs wahrscheinlich nicht. Das hindert ihn indes nicht, auf ein Eingreifen des Ordnungsamtes gegen seinen Pfarrer und damit gegen dessen Kirchenvorstand, der diese Dinge abgesegnet haben muss, zu hoffen.
Der uckermärkische Superintendent soll sich laut Herrn Schulte-Dönighaus über die „Luschigkeit“ bezüglich der Coronamaßnahmen in seiner Region wundern. Nun stehen aber die nord-brandenburgischen Landkreise im deutschland-weiten Vergleich hinsichtlich Corona alles andere als schlecht da. Irgendwie können die dortigen Behörden samt Ordnungsämtern nicht allzu viel verkehrt gemacht haben.
Ob das auch für den uckermärkischen Super-intendenten gilt, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß von ihm nur durch den Artikel von Herr Schulte-Döinghaus. Vielleicht liegt hier ja nur ein Missverständnis des Reporters vor. Alles andere wäre sehr irritierend.
Kurt R. Schein

Hier gelangen Sie zur Übersicht über alle Kommentare.