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„Erinnerungskultur ist kein Selbstzweck“

05.05.2020

Auch die Evangelische Kirche hat sich lange schwer getan mit der Aufarbeitung der eigenen Rolle während der Nazidiktatur

Von Marion Gardei

 „Es ist wunderbar, das erste Mal seit so vielen Jahren einmal allein zu sein. Ich sehe mir den See an und den Himmel, und ich bin trunken vor Freiheit.“ So beschreibt eine gerade befreite Frau aus dem KZ Ravensbrück ihren ersten Spaziergang. Aber die Freude ist gedämpft durch die Erinnerung an das Grauen: „Die Schrecken der vergangenen Jahre fallen über mich her. Es drängt mich darüber zu sprechen. Aber wen interessiert das schon. Wenn ich an die Toten denke, packt mich ein würgendes Schuldgefühl. Warum durfte ich überleben und sie mussten sterben.“

Das Ende des Nazireiches wurde von Anfang an bei der deutschen Bevölkerung unterschiedlich wahrgenommen: Während die Täter und Helfer des NS-Regimes wenig Scham zeigten und schnell wieder in ihre berufliche Positionen zurückkehren konnten, litten die „Displaced Persons“ an Überlebensschuld und wurden nicht selten als Verräter betrachtet. Obwohl das Ende der Kriegshandlungen am 8. Mai von den meisten mit Erleichterung erlebt wurde, dominieren Hunger, Mangel und Existenzangst das Lebensgefühl. 

Der Mythos von der „Stunde Null“

Die Formulierung von der angeblichen „Stunde Null“  suggeriert den  Neustart eines Deutschlands, das nichts mitzunehmen und nichts zu verarbeiten habe. Die Geschichte zeigt das Gegenteil: Seit 1945 gab und gibt es eine erinnerungskulturelle Entwicklung, die ablesbar ist an der Art und Weise, wie an den 8. Mai gedacht wird. Kirchliches Gedenken  ist dabei Teil der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung und spiegelt 

zumeist deren Sichtweise: Der kirch­liche Blick auf Kriegsende und Naziterror ist abhängig von der gesellschaftspolitischen Entwicklung seit der Nachkriegszeit, die sich im Westen in verschiedene Abschnitte einteilen lässt.

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1. Das muss aufhören! von Mirna Funk Winfried Böttler Das muss aufhören. Zum Leitartikel von Mirna Fink (die Kirche 3/2021)a
Nun wissen wir Bescheid, Christen werden es nie kapieren, wie Juden sich fühlen. Warum maßen wir uns auch an, ihnen frohe Feste zu wünschen? Schade, dass der Leitartikel sich in billiger Polemik erschöpft. Wer soll da womit endlich aufhören? Sofort!? Für immer!?
Es ist leider schreckliche Wahrheit, dass die christlichen Kirchen durch den Antijudaismus, der ja nicht selten in Judenhass ausartete, große Mitverantwortung am Programm der Nazis zur Ausrottung des europäischen Judentums tragen. Das hat die Kirche erkannt und wiederholt öffentlich bekannt und es wird dennoch auf Dauer ihre Schuld bleiben. Es bleibt aber trotzdem wahr, dass Jesus ein Jude und die christliche Gemeinde am Anfang eine innerjüdische Gruppe war, die sich im Konflikt mit den jüdischen Autoritäten befand. Darin haben die judenkritischen Passagen in der Bibel ihren Ursprung.
Ich möchte schon darauf bestehen, dass Abraham und seine Verheißungen zu meinem Glauben dazu gehören, die Botschaft der Propheten auch mich angeht und ich jüdische Psalmen mitbeten darf. Dass die Autorin mich deswegen bei den Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern einordnet, gar in diesem Zusammenhang die üble Verleumdung erwähnt, wonach das Blut von geschändeten Kindern getrunken werde, finde ich geschmacklos und demagogisch.
Ja es ist wichtig und in Ordnung, dass die Einzigartigkeit und Andersartigkeit des Judentums betont werden. Bei meinen christlichen Glauben ist mir trotzdem wichtig, dass davon vieles in der jüdischen Überlieferung verwurzelt ist. Das zu bekennen werde ich nicht aufhören. Niemals.
Dankenswerterweise gibt es seit vielen Jahren den Versuch, im christlich-jüdischen Dialog das Gespräch miteinander zu suchen. Damit wird nicht die schreckliche Vergangenheit ausgelöscht, aber es macht Hoffnung für ein gutes Miteinander in der Gegenwart und für die Zukunft. Der Artikel erweckt jedoch den Anschein, als gäbe es diesen Dialog, bei dem sich beide Seiten um gegenseitiges Verstehen mühen, gar nicht.
Pfarrer i.R. Winfried Böttler,
Berlin-Steglitz
2. Das muss aufhören! Rolf Westermann Da hat sich Frau Funk aber ganz schön vergaloppiert:

1. „Was soll das sein, eine deutsche Jüdin? Sollte es nicht vielmehr „Deutsche jüdischen Glaubens“ heißen?“

Soweit, so gut; aber dann:

2.“ Und Juden sind im Gegensatz zu Christen so viel mehr als eine Religion. Weniger als die Hälfte der 15 Millionen Juden weltweit würde sich vermutlich als religiös bezeichnen.“


Na wat denn nu??????


3. Nutztier und Mitgeschöpf Wolfgang Banse Tiere sind auch Geschöpfe, besitzen eine würde, die sie auch erleben und erfahren sollten.Massentierhaltung und Käfighaltung sollte eine klare absage erteilt werden.Hin zu einer Bio dynamischen Landwirtschaft dies sollte zum tragen kommen

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