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Faire Verfahren für Flüchtlinge trotz Corona-Krise gefordert

18.03.2020

Infos über Coronavirus für Flüchtlinge in Berliner Unterkünften

Berlin (epd). Das Berliner "Zentrum Überleben" für geflüchtete Folteropfer hat Ausländerbehörden und Verwaltungsgerichte aufgefordert, angesichts der Corona-Krise für faire und ordentliche Verfahren zu sorgen. Es müsse sichergestellt werden, dass Schutzsuchende ihre Rechte durch eine gute Verfahrensberatung und Vorbereitung der Anhörung wahrnehmen können, erklärte der Geschäftsführer des "Zentrums Überleben", Carsten Völz, am Dienstag in Berlin. Solange die Krise anhalte, sollten deshalb asyl- und aufenthaltsrechtliche Verfahrenstermine möglichst verschoben werden.

"Wenn öffentliche Stellen geschlossen werden, kann das schwerwiegende Konsequenzen für geflüchtete und schutzsuchende Menschen haben", sagte Völz weiter. Insofern sollte bei allen Maßnahmen längerfristig und vorausschauend gehandelt werden. Dies betreffe den Umgang mit Aufenthaltspapieren genauso wie staatliche Leistungen. So müsse die gesundheitliche Versorgung genauso gewährleistet bleiben wie die Übernahme von Kosten und die Bargeldauszahlungen für Geflüchtete ohne Konto, unterstrich Völz. "Wir bitten den Senat dringend, bei allen aktuellen Maßnahmen die spezifischen Lebenslagen und Bedarfe dieser vulnerablen Gruppe mit zu bedenken", fügte er hinzu.

Das "Zentrum Überleben" setzt sich für Überlebende von Folter und Kriegsgewalt ein. Hilfesuchende erhalten medizinische, psychotherapeutische und andere Unterstützung. Derzeit werden Menschen vor allem aus Syrien, Afghanistan, Türkei, Irak, Tschetschenien, Iran und Eritrea betreut.

Unterdessen informierte das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), dass Flüchtlinge in den Unterkünften über das Coronavirus informiert werden. Seit Anfang der Woche gebe es Info-Blätter zum Thema Sicherheit und Quarantäne in sechs Sprachen, teilte das LAF mit. Die Informationen liegen auf Arabisch, Farsi, Kurdisch, Russisch, Türkisch und Vietnamesisch vor.

Zudem seien die Betreiber der Unterkünfte bereits Anfang März per Mail mit Hinweisen zur Hygiene rund um das Thema Covid-19 informiert worden. Auch mehrsprachige Flyer seien ausgehängt sowie Piktogramme für Analphabeten und nicht berücksichtigte Sprachen verschickt worden.

Sämtliche Informationen stehen auch auf der Homepage des Landesamtes als Download zur Verfügung. Zudem gebe es für Betreiber von Unterkünften eine Hotline, die auch am Wochenende von 9-18 Uhr erreichbar sei. "Wir stehen darüber werktäglich in engem Kontakt mit den Betreibern von Unterkünften wie auch Sicherheits-Dienstleistern, um Fragen der Beschäftigen wie auch der Geflüchteten zu beantworten, so weit das in unsere Zuständigkeit fällt", sagte der Sprecher des LAF, Sascha Langenbach.

Berlin hat den Angaben zufolge in den ersten zwei Monaten des Jahres 1.008 weitere Flüchtlinge aufgenommen. Bundesweit gab es in diesem Zeitraum 19.539 Neuzugänge.

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1. Das muss aufhören! von Mirna Funk Winfried Böttler Das muss aufhören. Zum Leitartikel von Mirna Fink (die Kirche 3/2021)a
Nun wissen wir Bescheid, Christen werden es nie kapieren, wie Juden sich fühlen. Warum maßen wir uns auch an, ihnen frohe Feste zu wünschen? Schade, dass der Leitartikel sich in billiger Polemik erschöpft. Wer soll da womit endlich aufhören? Sofort!? Für immer!?
Es ist leider schreckliche Wahrheit, dass die christlichen Kirchen durch den Antijudaismus, der ja nicht selten in Judenhass ausartete, große Mitverantwortung am Programm der Nazis zur Ausrottung des europäischen Judentums tragen. Das hat die Kirche erkannt und wiederholt öffentlich bekannt und es wird dennoch auf Dauer ihre Schuld bleiben. Es bleibt aber trotzdem wahr, dass Jesus ein Jude und die christliche Gemeinde am Anfang eine innerjüdische Gruppe war, die sich im Konflikt mit den jüdischen Autoritäten befand. Darin haben die judenkritischen Passagen in der Bibel ihren Ursprung.
Ich möchte schon darauf bestehen, dass Abraham und seine Verheißungen zu meinem Glauben dazu gehören, die Botschaft der Propheten auch mich angeht und ich jüdische Psalmen mitbeten darf. Dass die Autorin mich deswegen bei den Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern einordnet, gar in diesem Zusammenhang die üble Verleumdung erwähnt, wonach das Blut von geschändeten Kindern getrunken werde, finde ich geschmacklos und demagogisch.
Ja es ist wichtig und in Ordnung, dass die Einzigartigkeit und Andersartigkeit des Judentums betont werden. Bei meinen christlichen Glauben ist mir trotzdem wichtig, dass davon vieles in der jüdischen Überlieferung verwurzelt ist. Das zu bekennen werde ich nicht aufhören. Niemals.
Dankenswerterweise gibt es seit vielen Jahren den Versuch, im christlich-jüdischen Dialog das Gespräch miteinander zu suchen. Damit wird nicht die schreckliche Vergangenheit ausgelöscht, aber es macht Hoffnung für ein gutes Miteinander in der Gegenwart und für die Zukunft. Der Artikel erweckt jedoch den Anschein, als gäbe es diesen Dialog, bei dem sich beide Seiten um gegenseitiges Verstehen mühen, gar nicht.
Pfarrer i.R. Winfried Böttler,
Berlin-Steglitz
2. Das muss aufhören! Rolf Westermann Da hat sich Frau Funk aber ganz schön vergaloppiert:

1. „Was soll das sein, eine deutsche Jüdin? Sollte es nicht vielmehr „Deutsche jüdischen Glaubens“ heißen?“

Soweit, so gut; aber dann:

2.“ Und Juden sind im Gegensatz zu Christen so viel mehr als eine Religion. Weniger als die Hälfte der 15 Millionen Juden weltweit würde sich vermutlich als religiös bezeichnen.“


Na wat denn nu??????


3. Nutztier und Mitgeschöpf Wolfgang Banse Tiere sind auch Geschöpfe, besitzen eine würde, die sie auch erleben und erfahren sollten.Massentierhaltung und Käfighaltung sollte eine klare absage erteilt werden.Hin zu einer Bio dynamischen Landwirtschaft dies sollte zum tragen kommen

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