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Frauen – Kraft des Wandels

Pröpstin Christina-Maria Bammel stellt einmal im Monat Thesen, Themen, Gegenwartsfragen, aber auch Ereignisse von gestern und heute auf den Prüfstand. Diesmal geht es um den internationalen Frauentag

Von Christina-Maria Bammel

Zum internationalen Frauentag richten auch iranische Frauenverbände das Licht der Öffentlichkeit auf brutale unterdrückende Verhältnisse für Frauen im Iran. Gegenwärtig nehmen wir in Europa das Land nur am Rande im Zusammenhang mit Atomprogramm-Verhandlungen wahr. Und das alles sehr in Abhängigkeit und unter dem Druck des Angriffs Putins auf die Ukraine. Der Wahnsinn dieses Krieges und die Atom-Interessen des Iran lassen nicht vergessen, dass im Iran ein Regime agiert, das auf eine tief eingespurte Frauenfeindlichkeit setzt. So tief, dass die Welt deutlich Mühe hat, überhaupt wahrzunehmen, wie oft mutige und starke Frauen in Protesten, Aktionen und Netzwerken ihr Leben einsetzen. 

Wegen Statements in sozialen Medien oder auf Flugblättern werden sie zu mehr als zehnjährigen Haftstrafen verurteilt. Familien werden mit in Haft genommen. Folter, Isolation und verweigerte Operationen im Krankheitsfall gehören zu den unsäglichen Bedingungen in den berüchtigten, überfüllten iranischen Gefängnissen. Wie wenig wissen wir vom Widerstand der weiblichen politischen ­Gefangenen, wie wenig von den ­Lehrerinnen, die zum großen Teil mit protestierten in mehr als 100 Städten im Iran. Wie wenig wissen wir um den hohen Preis, den Frauen zahlen im Kampf gegen Zwangsverheiratung, im Kampf darum selbst zu entscheiden über den Ehepartner, den Beruf, die Kleidung. Ich denke an Frauen wie Atena Daemi, die fünf Jahre in politischer Haft war, eine Aktivistin, die sich besonders für die Rechte von Kindern eingesetzt hatte. 

Der Iran ist eines der Länder, die Rechte von Frauen und Mädchen systematisch missachten mit widerwärtigen Praktiken. Hier geschehen die meisten Hinrichtungen von Frauen. Wer sich als Frau wehrt gegen häusliche und missbräuchliche Gewalt muss mit Ermordung durch Familienangehörige rechnen. Frauenfeindliche Gesetze werden sich unter dem jetzigen Regime wohl nicht in Luft auflösen. 

Ein demokratischer Wandel braucht internationale Unterstützung nicht nur von Frauen für Frauen und eine enge Solidarität mit den vielen ins Exil getriebenen Frauen. Die Einhaltung von Menschen-, von Frauenrechten gehört ins Zentrum der Iranpolitik. Der elfte Forderungspunkt des Bundestages an die Bundesregierung lautete im vergangenen Jahr, sich dafür einzusetzen, dass Diskriminierung von Frauen und Mädchen sowie die systematische Verfolgung von Frauenrechtlerinnen im Iran eingestellt wird. Punkt eins der internationalen Frauennetzwerke muss sein, die Welt­öffentlichkeit und dieses Regime nicht damit in Ruhe zu lassen, dass ge­brochene Frauenrechte das Ende der Menschlichkeit sind.    

Auf Einladung des Deutschen Solidaritätskomitees für einen freien Iran (DSFI) spricht Pröpstin Christina-Maria Bammel am 5. März 2022 ein Grußwort im Rahmen der Konferenz zum Internationalen Frauentag

 

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Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Gratwanderun:eigene Freiheit und Einsatz für andere Wolfgang Banse Nicht nur alles nehmen, sondern auch was geben, hier die Einführung eines Pflichtdienstes
Ich stimme Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier uneingeschränkt zu, was seine Anregung im Bezug auf die Einführung eines sozialen Pflichtdienstes betrifft., beiderlei Geschlechts.Unserre gesellschaft wird immer kälter, hier sollte entgegen gewirkt werden, was ein sozialer Pflichtdienst betrifft.Dem Ego entgegen wirken, für andere da sein, Menschen mit einem handicap, Kranke, Ältere, Obdachlose...Dieser soziale Pflichtdienst sollte mindestens ein halbes, längstens ein ganzes Jahr dauer. Die diensttuenten sollten eine monatliche finanzielle Pauschale dafür erhalten, in etwa 38O Euro, zusätzlich sollte die, der jenige krankenversichert, Rentenversichert sein."Wir Junge, geben euch der Gesellschaft etwas zurück, was wir empfangen haben".Vwerbände, Organisationen, Kirchen sollten der Anregung des Bundespräsidenten Steinmeier offen und aufgeschlossen gegenüber stehen, sowie die Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind.
2. Aktive Gewaltfreiheit Kees Nieuwerth Ausgezeichnet. bin ganz einverstanden!
3. Wir stehen zusammen Martin Wehlan Sehr geehrter Herr Bischof, Sie schreiben: "es geht ja nicht darum, 100 Millionen Menschen in Europa aufzunehmen." Aber bei welcher Zahl wollen Sie denn die Aufnahme in Europa stoppen ? Egal, welche Zahl dann genannt wird, man steht dann prinzipiell genauso vor demselben moralischen Dilemma wie jetzt. Was mich stört, sind die Vergleiche von afrikanischen Flüchtlingen mit ukrainischen. Wer in Afrika vor einem Krieg flieht, ist normalerweise in einem Nachbarland sicher. genauso ist es mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Ein Krieg in Afrika kann also eigentlich keine Fluchtursache nach Europa sein. Dennoch gibt es eine wesentliche Fluchturasche in Afrika - und das sind die nicht vorhandenen Lebenschancen für junge Menschen aufgrund der hohen Geburtenrate. Etwa 100 Millionen Afrikaner wollen deshalb in den nächsten 10 Jahren ihre Heimat Richtung Europa verlassen - fast alles junge Männer. Ehrlichkeit beim Thema "Geflüchtete" ist die Voraussetzung dafür, dass die Geflüchteten von den Menschen der Aufnahmeländer akzeptiert werden. Ein Allgemeines Verweisen auf "Flucht als solche" bzw. die Bibel wird von der schweigenden Mehrheit als Gesinnungs-Ethik erkannt und im Stillen nicht akzeptiert, trotz des moralischen Dauerfeuers.

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