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RSSPrint

Geht nie aus

08.01.2020

Die Psalmen sind das Gebetbuch der ­jüdischen Geschwister. Das aus dem Judentum ent­stehende Christentum übernahm die Psalmen als Grundstock der eigenen ­Gebetssprache. ­Jedem Gottesdienst ist ein Wochenpsalm ­zugeordnet. Für das „angesagt“ wählen die ­Autorinnen und Autoren in diesem Kirchenjahr Verse daraus.

Ich will singen von der Gnade 
des Herrn ewiglich
Wochenpsalm 89, 2

Rebekka Weinmann zum Wochenpsalm

Scharfes Essen macht glücklich! Es ist wie ein Abenteuer, das die Nerven kitzelt. Kaum wird mir warm, rauschen schon die Endorphine, das ­Dopamin, Serotonin und Oxytocin und all die Glückshormone durch meinen Körper. Und dann will ich mehr davon und ich bestelle ­extrascharf mit Chili und noch eine Herausforderung oben drauf. Denn wie wunderbar ist das Leben mit Abenteuer und Glückshormonen!

Doch diesmal ist es anders. Diesmal ist es einfach nur scharf und brennt. Alles tut weh. Tränen laufen meine Wangen hinunter und anstatt Glückshormone produziert mein Gehirn Angst und Panik. Wasser kann diesen Brand nicht löschen, auch nicht die Luft, die ich mit offenem Mund einsauge. Nach diesem extrascharfen Chiliabenteuer braucht es etwas anderes. Eine andere Gnade: ein altes Stück Brot. Ein ewiges Brot. Eines, das sich ganz langsam in ­meinem Mund ausbreitet und die Schärfe von meinen Schleimhäuten kratzt.

Ein altes Stück Brot ist nicht immer und überall zur Hand, aber Gottes ewiges Gnadenbrot ist in jedem Moment überall sofort verfügbar. Ganz egal, welche Herausforderung mir das Leben oben drauf legt, was ich wage, was ich anstelle oder ausprobiere, wo ich übertreibe und ob ich es zum ersten, zweiten oder hundertsten Mal mache – immer wenn ich mit offenem Mund Luft einsauge und mich danach sehne, wird Gott es mir reichen. 

Denn Gottes Gnade ist ewig, immer verfügbar und geht nie aus. Sie kratzt alles von mir, bis ich meine Tränen von den Wangen wischen kann und wieder lache.

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Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Er kommt, sieht und hört zu Wolfgang Banse Eine Einarbeitungsszeit wird jede/jeden Neue/ Neuen wird zu gestanden.Kommen, sehen. zu hören ist aber auf Dauer nicht angebracht. Pragmatismus ist gefragt. Suchet der Kirche und deren Glieder Bestes.
2. was meinen Sie damit? Dr. Gertrud Gumlich ich gebe Uli Frey vollkommen recht. Nur:
wie (wieder-)belebt man eine Friedensbewegung?
3. Obdachlose Wolfgang Banse Menschen ohne Obdach haben es schwer, jetzt besonders wo die Corona Pandemie ausgebrochen ist. Menschen ohne Obdach bedürfen der Hilfe, nicht nur während der kalten Jahreszeit.Leistungen die von den Kirchen erbracht werden im Bezug Versorgung von Obdachlosen sind überwiegend Fremdfinanzierungen, auch was die Lebensmittel betrifft, hier die Tafel. Aus eigenen Mitteln, hier Etat wird kaum etwas finanziert.

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