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Hass im Netz

10.12.2020

Der Berliner Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg wurde in den vergangenen Wochen Ziel rechtsextremer Angriffe

Berlin/epd Der Berliner Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg ist in den vergangenen Wochen Ziel rechtsextremer Angriffe geworden. Es sei unter anderem bei Video-Gottesdiensten zu antisemitischen Äußerungen, zum Zeigen verfassungswidriger Kennzeichen und Drohungen gekommen, bestätigte eine Sprecherin des Kirchenkreises am 3. Dezember auf Anfrage dem Evangelischen Pressedienst (epd). Unter anderem sei bei einem Gottesdienst auf der Videoplattform Zoom ein Hakenkreuz gezeigt und martialische Musik eingespielt worden. Auch sei versucht worden, eigene Filme in den Gottesdienst einzuspielen.

„Wir haben alle Vorfälle zur Anzeige gebracht und werden das auch in Zukunft tun“, sagte die Kirchenkreis-Sprecherin. Der für politisch motivierte Kriminalität zuständige Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Der Kirchenkreis will das Onlineformat bei Gottesdiensten trotz der Vorfälle weiter offen gestalten. Der Zugang solle auch künftig ohne Anmeldung und Registrierung möglich sein, betonte die Sprecherin. Dennoch soll die Sicherheit erweitert werden.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) zeigte sich am vergangenen Donnerstag bestürzt über die Angriffe und die damit verbundenen Störungen kirchlich-religiöser Handlungen. „Ich schätze das enorme und für eine friedvoll zusammen­lebende Gesellschaft so wichtige Engagement des Kirchen­kreises“, sagte sie. Sie verwies darauf, dass sich der Kirchenkreis regelmäßig mit interreligiösen Veranstaltungen engagiere und zeige, „dass es wichtig ist, Brücken zu bauen und einander die Hand zu reichen“.

Landesonlinepfarrer plädiert für Sicherheitsmaßnahmen

In der EKBO sei es der erste bekannte Fall eines sogenannten Zoombombing, sagte Landesonlinepfarrer Andreas Erdmann dem epd. Im Frühjahr, als mit Beginn der Corona-Krise Gottesdienste verstärkt online angeboten wurden, habe es bereits rechte Angriffe gegeben. Damals seien Gottesdienste, die etwa auf Youtube oder Twitch gestreamt wurden, das Ziel gewesen. „Es wurden die Server angegriffen, bei denen es zu Verbindungsabbrüchen kam, sodass der Gottesdienst bei den Teilnehmenden viel Geduld einforderte“, berichtete Erdmann.

Der Onlinepfarrer und IT-Experte plädiert für bestimmte Sicherheitsmaßnahmen. So habe der Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg nach der Attacke alles richtig gemacht, indem er den Gottesdienst auf Instagram fortgesetzt habe und die Vorfälle zur Anzeige brachte.

Erdmann empfiehlt Kirchengemeinden, für Online-Gottesdienste die Web-Einstellungen so zu konfigurieren, dass Zugriffe nur von Deutschland aus möglich sind: „Mögliche Angriffe, die zur Anzeige gebracht werden, sind dann für die Behörden leichter nachvollziehbar, wenn sie nicht über einen Proxy-Server im Ausland geleitet werden können.“

Genutzt werden könnten vom Host – also der Kirchengemeinde, die ein Online-Angebot initiiert – auch Funktionen wie das Stummschalten von Nutzer*innen oder die Sperrung der Bildschirmfreigabe. Links für geschlossene Online-Veranstaltungen sollten zudem nicht öffentlich gepostet werden.

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1. Tierwohl in der Kirche Thomas Berg Meine Hühner schlachte ich selbst, auch wenn sie nicht auf das Wurstbrot kommen. Das ist der schmerzliche unvermeidliche Schritt auf dem Weg vom Kücken zum Braten. Meine Hühner werden natürlich auch nicht schon nach vier bis sechs Wochen geschlachtet wie das inzwischen leider normale Industriehuhn.

Trotzdem: Ganz rund ist die Argumentation wohl nicht, die hier die vegetarische Ernährung aus der Bibel begründen will. Schon im 3. Kapitel der Bibel - noch im Garten Eden - bekommen Adam und Eva von Gott selbst Röcke aus Fellen geschneidert. Wenige Verse später lesen wir, daß ihr zweitgeborener Sohn Abel Schäfer wurde. Ganz sicher hat er Schafe auch zum Schlachten gehalten. Er opfert jedenfalls vom Fett der Erstlinge der Herde auf dem Altar, was Gott wohlgefällig anschaut.

Ganz nebenbei und völlig unbiblisch brauchen wir mehr Tiere auf der Weide der Artenvielfalt wegen. Ohne Weidetiere verarmt die biologische Ausstattung unserer Landschaft was man in unseren Breiten heute schon beobachten kann. Insekten fehlen, die der Tierhaltung folgen. Daher fehlen die Insektenfressenden Vögel, Fledermäuse usw. Genau deswegen hält der Naturschutzverein dem ich vorstehe auch mehrere Rinder- bzw. Wasserbüffelherden (derzeit ca. 360 Tiere).

Was weniger werden muß ist die Massentierhaltung in optimierten HiTec-Ställen, die klimaschädlich ist, die Tiere zur Ware degradiert und in den Schlachtfabriken und dem Transport dahin das oft beklagte Tierleid zur Folge hat.

Unsere Tiere werden jedenfalls zur Schlachtung auf der Weidefläche geschossen und erst dann zum Fleischer gefahren.

Ethische Entscheidungen kennen eben nicht nur das Entweder-Oder sondern auch manche Möglichkeit dazwischen.
2. Proberaumsuche Chrissi Suche Proberaum, um christlichen worship zu machen. Spiele seit 11 Jahren Schlagzeug und möchte gerne weitermachen. Gibt es Hilfe und Unterstützung von ihrer Seite aus? Über Ratschläge und gute Nachrichten, würde ich mich freuen! Lg, Chrissi
3. Idenschmiede der Nordkirche Wolfgang Banse Nicht alles was man auf gibt, ist gut so heißen. Glieder der Kirche, hier Nordkirche wurden in den Entscheidungsprozess nicht einbezogen.Demokratie, hier Basiskirche lässt nach wie vor zu wünschen in den Gliedkirchen der EKD.

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