Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

„In vielen Köpfen schlummern geniale Ideen“

Die Evange­lische Jugend Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EJBO) hat seit September einen neuen Vorstand. ­Katharina Körting, Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Landeskirche, sprach mit Josefa Friese, Yannik Reckner und Angelina Schwarz über ihre Motivation und Schwerpunkte

Im September wählte die EJBO ihren neuen Vorstand (von links): Die Tagungs­vorstandsvorsitzende Josefa Friese (21) leitet die Arbeit des Tagungsvorstands der Landes-jugendversammlung. Sie arbeitet als tiermedizinische Fachangestellte und kommt aus dem Kirchenkreis Prignitz. Der Vorsitzende Yannik Reckner (21) vertritt die EJBO und ihre Anliegen gegenüber der Öffentlichkeit und leitet Sitzungen und Projekte. Er hat den Vorsitz der Jugendkammer inne, ist Schnittstelle in der Kommunikation zwischen Landeskirche und EJBO. Er arbeitet als Garten- und Landschaftsbauer und kommt aus dem Kirchenkreis Steglitz. Angelina Schwarz (21) ist stellvertretende Vorsitzende und vor allem für die Kommunikation innerhalb der EJBO zuständig. Außerdem fungiert sie als Ansprechpartnerin für die Gremien der EJBO. Sie studiert Religionspädagogik und kommt aus dem Kirchenkreis Barnim. Fotos: privat

­­Was bewegt einen jungen Menschen in einer kirchenfernen Welt, sich in einer christlichen Jugendorganisation zu engagieren?

Angelina Schwarz: Ich finde die Frage sagt schon viel aus. Die Welt ist kirchenfern, weshalb ich es sehr wichtig finde, sich in Kirchen­verbänden zu engagieren. Ich ­persönlich bin seit vier Jahren auf Landesebene tätig und habe schon in den unterschiedlichsten Kontexten mitgearbeitet. Dies hat mir immer wieder gezeigt, wie wichtig dieser Jugendverband ist. Man kann viele Sachen bewegen, bezuschussen, planen und umsetzen. Das Schöne dabei: Es wird direkt auf die Interessen und Bedürfnisse von ­Jugendlichen eingegangen. Wir sind nun mal die Menschen der Zukunft, auch der Kirche.

Wo will der neue Vorstand seine Schwerpunkte setzen?

Angelina Schwarz: Wir als Vorstand setzen uns aus unterschied­lichen Menschen aus unterschied­lichen Regionen zusammen. Zunächst ist für uns wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem sich alle wohlfühlen. Uns ist es wichtig, auch ­Jugendliche in ländlichen Regionen zu ­ermutigen, auf Landesebene ­mit­zuarbeiten. Für sie ist es unter ­Umständen sehr schwierig, uns zu erreichen, zum Beispiel aufgrund fehlender Strukturen wie einem KJK (Kreisjugendkonvent) oder auch der langen Wege.

Generell ist das Ziel, mehr Mitglieder in die Landesjugendversammlung zu bekommen und damit verbunden, kreiskirchliche Jugendstrukturen in mehr Kirchenkreisen aufzubauen und diese zu stärken. Wir wollen uns zudem auch für eine gute Zusammenarbeit mit der Erwachsenenkirche einsetzen.

Yannik Reckner: Wir sehen die EJBO als Stimme der evangelischen Jugend, und die hat Gewicht in Kirche und Gesellschaft. Wir wollen dafür sorgen, dass sie gehört wird.

Finden Sie, dass die evangelische Jugend beziehungsweise die EJBO genug Gehör in der EKBO findet? 

Josefa Friese: Die Frage würde ich mit Jein beantworten. Wir sind mittlerweile auf einem guten Weg, aber es gibt auch noch viel Ausbaubedarf. 

Was soll sich verändern?

Josefa Friese: In einigen Gremien sind wir gut vertreten, als Zukunft der Kirche sollte unsere Stimme ­jedoch immer gehört werden, auch zu nicht jugendrelevanten Themen. In vielen jungen Köpfen schlummern geniale Ideen, die so manch festgefahrenes Gremium aktiv bereichern können. Oft sind auch schwer zu verstehende Strukturen und schwierige Fach­begriffe eine Hürde. Ich wünsche mir, dass dies auch ältere Kirchen­mitglieder so sehen und sich kompromissbereiter auf den Dialog mit ­Jugendlichen einlassen. So können wir gemeinsam und zukunftsorientiert das evangelische Zusammenleben nachhaltig verbessern.

Artikelkommentar

Artikelkommentar
captcha
Bitte tragen Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe in das Feld ein.
Hinweis: Die von Ihnen ausgefüllten Formulardaten werden lediglich für die Zwecke des Formulars genutzt. Eine andere Verwendung oder Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Beiträge Herr Banse Redaktion
2. Synodenberichterstattung Wolfgang Banse Zu:Bischofsvisitation 2O22:Seelsorge-Seelsorge in Zeiten der Pandemie , läßt zu wünschen.Der Realität ins Auge sehen, hier Potsdam.
Absitzen, aus sitzen.Seelsorge sieht anders aus, als sie erleb, erfahrbar ist.Selbstbeweihräucherung der Pastorinnen und Pastoren.Nur seine eigenen Veranstaltungen, Gottesdienste, Andachten wahr nehmen, nicht der Kolleginnen, Kollegen.Wie kommt es dass eine Person, die 8 Jahre in dem Stadtteil wohnt,keinen Gemeindebrief in den Briefkasten vorfindet.Sprechzeiten nach Absprache.
Zu:Kirche ohne Rassismus:Die Kirche will eine Kirche ohne Rassismus werden-warum ist sie es nicht schon.Apartheit ist erleb, erfahrbar hier was gehandikapte Menschen als Glieder der Kirche betrifft. Inklusion hoch gelobt, nur nicht gelebt,erleb, erfahrbar.
Zu:Gemeindestrukturgesetz:Glieder der Kirche werden wie Freiwild, Laib-eigen behandelt, entmündigt, an Fäden gezogen , wie eine Marionette.Den Gliedern von kleinen Gemeinden wird geraten, den Gerichtsweg zu gehen, aus der Kirche austreten, da diese keine Basisdemokratie lebt. Den Personen Stäblein, Bammel,Konsistorialpräsident, sollten die Kirchenaustritte übersandt werden. Einladungen von den Kirchengemeinden zurück genommen werden, hier Festgottesdienste...
3. Veränderungen Gert Flessing Lange Jahre war ich Pfarrer in Brandenburg. Schon damals, in den beginnenden achtziger Jahren, wurde deutlich, dass es zu Veränderungen kommen muss. Zunächst waren es eher Vakanzen, die nachdenklich werden ließen. Später kamen die ersten Schließungen von Pfarrstellen. Da war ich bereits in Sachsen. Auch dort erlebte ich die Veränderungen. So fügten wir aus drei Gemeinden eine zusammen. Das war 1997. Jetzt bin ich im Ruhestand und erlebe, wie die Gemeinden unter der neuen Strukturreform ächzen. Ich vermisse dabei vor allem eine theologische und seelsorgerliche Begleitung.
Ich kann die Christen der Prignitz gut verstehen. Aber Kirchgemeinden mit 300 Mitgliedern gibt es hier seit den neunziger Jahren nicht mehr. Sicher ist es am Besten, wenn es zu freiwilligen Zusammenschlüssen kommt. Aber ich kenne das Spiel gut genug, dass ich weiß: "Das ist mehr als selten." Weil jede Gemeinde Angst hat, zu kurz zu kommen. Leider.
Gert Flessing

Hier gelangen Sie zur Übersicht über alle Kommentare.