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RSSPrint

Kino auf dem Jakobsweg

Teil 5 unserer Sommerreihe KulTour. Kirchenkunst entdecken in Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz.

Kino in der Kirchenbank – das gibt es in der Arnsdorfer Pfarrscheune. Foto: Florian Gärtner

Von Hannes Langbein

Auf dem Jakobsweg ins Kino? – Kein Problem in Arnsdorf-Vierkirchen zwischen Bautzen und Görlitz im Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz: In der Pfarrscheune eines idyllischen Dreiseitenhofs mit Pilgerherberge ist während der Sommermonate das „Landkino Arnsdorf“ geöffnet. „Lindenberg – Mach dein Ding!“, „The Straight Story“, „Sinn und Sinnlichkeit“ und „Die Gerechten von Kummerow“: In der Arnsdorfer Pfarrscheune laufen die großen Hollywood-Streifen neben alten DEFA-Produktionen, auch für Kinder ist etwas dabei. 

Andreas Fünfstück vor über 20 Jahren: „Man muss sich etwas einfallen lassen, damit das Dorf nicht zu einer reinen Schlafstätte wird“, sagt der Pfarrer – und erzählt von den ersten Jahren der Pfarrscheune: damals, als die Gemeinde und der lokale Geschichtsverein 1999 in der leer stehenden Pfarrscheune eine Leinwand aufhängten und ausgediente Kirchenbänke aufstellten. In den ersten Jahren produzierte das kleine Dorf sogar selbst gedrehte Vorfilme, in denen die Arnsdorfer selbst auftraten: Selbst erdachte und produzierte Schildbürgergeschichten, in denen sich das kleine Dorf mit einem Augenzwinkern für die Austragung der Olympischen Sommerspiele bewarb und Görlitz bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas unterstützte.

„Peripherie“ oder „Provinz“ gibt es für Pfarrer Fünfstück ohnehin nicht. Provinziell ist nur, wer provinziell denkt. Und Arnsdorf denkt groß. Deshalb ist es auch nur gut und passend, dass es seit 2004 in Arnsdorf eine Pilgerherberge für Jakobswegpilger gibt. Das kleine Dorf als Transitort entlang der großen Pilgerroute quer durch Europa. Seither lässt sich im Sommer auf dem Jakobsweg auch ins Kino gehen – und in die Kirche natürlich: „Wer auf unseren Kino-Kirchenbänken zwei Stunden Kino schafft – der ist geradezu prädestiniert für eine Stunde Gottesdienst am kommenden Sonntag. Sie sind herzlich eingeladen!“ – ein Lieblingssatz von Pfarrer Andreas Fünfstück, der in Arnsdorf Gehör gefunden hat.

Das Programm des Landkinos Arnsdorf finden Sie unter www.landkino-arnsdorf.de

Pfarrer Hannes Langbein ist Direktor der Stiftung St. Matthäus. 

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(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Gratwanderun:eigene Freiheit und Einsatz für andere Wolfgang Banse Nicht nur alles nehmen, sondern auch was geben, hier die Einführung eines Pflichtdienstes
Ich stimme Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier uneingeschränkt zu, was seine Anregung im Bezug auf die Einführung eines sozialen Pflichtdienstes betrifft., beiderlei Geschlechts.Unserre gesellschaft wird immer kälter, hier sollte entgegen gewirkt werden, was ein sozialer Pflichtdienst betrifft.Dem Ego entgegen wirken, für andere da sein, Menschen mit einem handicap, Kranke, Ältere, Obdachlose...Dieser soziale Pflichtdienst sollte mindestens ein halbes, längstens ein ganzes Jahr dauer. Die diensttuenten sollten eine monatliche finanzielle Pauschale dafür erhalten, in etwa 38O Euro, zusätzlich sollte die, der jenige krankenversichert, Rentenversichert sein."Wir Junge, geben euch der Gesellschaft etwas zurück, was wir empfangen haben".Vwerbände, Organisationen, Kirchen sollten der Anregung des Bundespräsidenten Steinmeier offen und aufgeschlossen gegenüber stehen, sowie die Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind.
2. Aktive Gewaltfreiheit Kees Nieuwerth Ausgezeichnet. bin ganz einverstanden!
3. Wir stehen zusammen Martin Wehlan Sehr geehrter Herr Bischof, Sie schreiben: "es geht ja nicht darum, 100 Millionen Menschen in Europa aufzunehmen." Aber bei welcher Zahl wollen Sie denn die Aufnahme in Europa stoppen ? Egal, welche Zahl dann genannt wird, man steht dann prinzipiell genauso vor demselben moralischen Dilemma wie jetzt. Was mich stört, sind die Vergleiche von afrikanischen Flüchtlingen mit ukrainischen. Wer in Afrika vor einem Krieg flieht, ist normalerweise in einem Nachbarland sicher. genauso ist es mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Ein Krieg in Afrika kann also eigentlich keine Fluchtursache nach Europa sein. Dennoch gibt es eine wesentliche Fluchturasche in Afrika - und das sind die nicht vorhandenen Lebenschancen für junge Menschen aufgrund der hohen Geburtenrate. Etwa 100 Millionen Afrikaner wollen deshalb in den nächsten 10 Jahren ihre Heimat Richtung Europa verlassen - fast alles junge Männer. Ehrlichkeit beim Thema "Geflüchtete" ist die Voraussetzung dafür, dass die Geflüchteten von den Menschen der Aufnahmeländer akzeptiert werden. Ein Allgemeines Verweisen auf "Flucht als solche" bzw. die Bibel wird von der schweigenden Mehrheit als Gesinnungs-Ethik erkannt und im Stillen nicht akzeptiert, trotz des moralischen Dauerfeuers.

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