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Kirchenwald in Gefahr?

Die Waldbrandgefahr ist hoch. Mehrere Wälder in Brandenburg brennen. Ist auch Kirchenwald betroffen? Uli Schulte Döinghaus fragte nach beim Revierförster Tobias Schramm von der Kirch­lichen Waldgemeinschaft Mittelbrandenburg.

Tobias Schramm ist froh, dass wenigstens der Borkenkäfer die Kiefern bisher einigermaßen verschont hat. Foto: Biosphärenreservat Schorfheide

Herr Schramm, wo sind Sie gerade, worum kümmern Sie sich?

Ich bin jetzt in einem Kirchenwald mit 100 Jahre altem Kiefern­bestand, der zu Wietstock bei Ludwigsfelde in Brandenburg gehört. Wir wollen junge Bäume dort pflanzen, wo es vor einigen Jahren Sturmschäden gab. Zäune sollen das Wild davon abhalten, die jungen Bäume zu verbeißen. Wie fast überall haben wir auch in unseren mittelbrandenburgischen Kirchenwäldern viel zu viel Rot- und Rehwild, das Futter sucht. Ich schaue mir gerade an, was hier im Einzelnen zu tun ist.

Die Kirchliche Waldgemeinschaft Mittelbrandenburg, deren geschäftsführender Revierförster Sie sind, bewirtschaftet 2000 Hektar Waldfläche zwischen Wriezen und Luckenwalde, darunter sind viele kleine Waldstücke ...

… die um die 20 Hektar oder ­kleiner sind. Aber Wald ist Wald. Zwei Waldarbeiter und ein Büromitarbeiter machen es möglich, dass ich viel in den Kirchenwäldern unterwegs bin, die zur Kirchlichen Waldgemeinschaft Mittelbrandenburg (KWM) gehören, um zu schauen, ob es Schäden durch Sturm oder Borkenkäfer gibt. Gottlob verschont der Borkenkäfer einigermaßen die Kiefer, die in unseren Kirchenwäldern am häufigsten wächst.

Umso gefährdeter scheint die Kiefer bei Waldbränden zu sein. Haben Sie in Ihren Revieren Brände beklagen müssen?

Gott sei Dank nicht, jedenfalls nicht in den fünf Jahren, in denen ich bei der Kirchlichen Waldgemeinschaft Mittelbrandenburg als Revierförster arbeite. Aber vor einigen ­Wochen, beim großen Waldbrand bei Treuenbrietzen, wäre beinahe einer unserer Kirchenwälder zu Schaden gekommen, der nur 500 Meter entfernt vom Brandherd war. Wenn der Waldbrand nach Süden gewandert wäre, hätte es auch uns erwischt. 

Während wir miteinander sprechen, ist der Himmel über Berlin und Brandenburg zwar bedeckt – aber von Regen keine Spur. 

Die Trockenheit ist auch in diesem Jahr wieder außergewöhnlich heftig, ja. Das bisschen Regen, das neulich mal hier herunterkam, war buchstäblich ein Tropfen auf den heißen Stein. Er feuchtete die Oberfläche ein wenig an, drang aber nicht vor bis unten in den Boden, zu den Wurzeln. Die Situation ist dramatisch, die Bäume haben wirklich ­heftig zu kämpfen. Und ja, sie sind einfach extrem geschwächt.

Wie sieht man das einer Kiefer an?

Sie hat dann nur noch relativ wenige Nadeln. Wenn es schlimm kommt, werden die Nadeln auch heller, hell grün. Wenn sie braun werden, ist es zu spät. Dann ­lichtet sich die Krone mehr und mehr und der Baum ist tot.

Kann man die brandenburgischen Wälder mit Bäumen neu auf­pflanzen, die resistenter sind? 

Na ja, man kann das versuchen. Aber da sitzt die Forstwirtschaft auch wieder so ein bisschen zwischen allen Stühlen. Der Naturschutz, zum Beispiel, sieht es nicht gerne, wenn Bäume aus fernen Ländern hier ­angepflanzt werden.

Und die (kirchlichen) Eigentümer sind um ihre Erträge besorgt. Neuanpflanzungen kommen – wenn überhaupt – erst den überübernächsten Generationen zugute.

Im Wesentlichen leben wir nun mal vom Holzertrag. Alle anderen Wohltaten des Waldes, Erholung, Wasserspeicher, Schattenspenden und nicht zuletzt Naturschutz ­liefern wir quasi kostenlos hinzu.

Selten war die Nachfrage nach Bau-, Industrie- und Papierholz so groß, aber auch Brennholz und Pellets boomen auf dem Markt, besonders in Berlin und seinem Speckgürtel. Wie sieht es im ­Augenblick mit den Erträgen für die Kirchengemeinden aus, die Wald besitzen? 

Nach einigen Jahren schlechter Holzpreise sind die Erträge tatsächlich gestiegen. Wir verdienen mit dem Holz wieder das Geld, das wir für den Umbau unserer Wälder brauchen, um dem Klimawandel zu begegnen. Zum Beispiel dadurch, dass wir mehr und mehr Misch­wälder ermöglichen, wo jetzt noch klimaempfindliche Kiefern- und Fichtenkulturen dominieren. Das ist nachhaltig und bewahrt die Schöpfung – aber kostet das Geld, das wir im Augenblick in den ­brandenburgischen Kirchenwäldern erwirtschaften müssen.

Können Sie uns Spaziergängern und Erholungs­suchenden einen „ihrer“ Kirchen­wälder empfehlen? 

Zum Beispiel Gielsdorf bei Strausberg. Dort gibt es eine schöne Bewaldung, die landschaftlich reizvoll eingebettet und mit Wander­wegen erschlossen ist. 

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1. Die Errungenschaften des christlich-jüdischen Dialogs sind gefährdet Swen Schönheit Im Studium der Ev. Theologie habe ich gelernt, dass im Ersten ("Alten") Bund Gott, Volk, Land untrennbar zusammengehören. Fehlgeleitete Theologie wird zur Ideologie, wenn sie versucht, das Eine vom Anderen zu trennen. Der Gott Israels steht zu seinem Volk und zu "seinem" Land (vgl. Ezechiel 36,5).
Einseitig ist eine unkritische "Israel-Euphorie" ebenso wie der Versuch, zum Judentum gute Beziehungen zu pflegen und den Staat dabei kritisch unter Vorbehalt zu sehen. Volk ohne Land gibt es (Gott sei Dank!) nicht mehr. Wer aus dem kirchlichen Raum heraus meint, er oder sie müsse "selbstverständlich" Kritik am Staat Israel üben, sollte bedenken: Wir muten Gott auch als Kirche eine Menge zu - und er steht immer noch zu uns. Schalom!
2. Freiheit braucht Verantwortung Wolfgang Banse Der ehemalige Bischof der EKBO, ehemals Ratsvorsitzender der EKD begeht seinen 80 Geburtstag.Was hat mein Vater mit Wolfgang Huber gemeinsam, beide begehen am selben Tag ihren Geburtstag.gemeindeerfahrungen hatte er nicht gesammelt, was die Bischofswahl anbelangt, was man auch oft merkte, was Impulse, Entscheidungen anbetrifft.Zugang zu kleinen, einfachen Menschen hatte er nicht, lag ihm nicht.Er war und blieb ein Katheter Gelehrter.Wieviel Glieder hatte die EKBo bei seinen Antritt als Bischof?Wieviel Glieder waren es bei seiner Ausscheidung als Bischof?Die selbe Frage stellt sich auch was seine Tätigkeit als Ratsvorsitzender der EKD betrifft.Eine gebrochene biographische Biografie kann man dem Geburtstagskind Wolfgang Huber nicht bescheinigen.Historiker werden seinen Dienst in der Kirche auswerten.Es ist gut dass er jetzt mit Beginn des 8osten Lebensjahr von Ämtern zurück tritt, jüngeren Menschen Platz macht, ihnen das Feld überläßt was die Garnisionskirche in Potsdam, das Domstift in Brandenburg beinhaltet. Wo war er mit seiner Gemahlin Kara Huber nicht präsent, sei es auf dem Preseball, beim Pbersee Club in Hamburg...Seine Frau nahm und nimmt eine dominannte Rolle ein.Obwohl sie nicht Mitglied des Domkapitels ist, sitzt sie beim Domkapitel Gottesdienst in den reihen des Domkapitels, Bei einen Heilig Abend Gottesdienst in der Oberpfarr-und Domkrche zu Berlin, breitete sie ihren Mantel auf der Bankreihe aus, nahm sie in Beschlag für auserwählte Personen. Bei Veranstaltun gen im Brandenburger Dom, sowie in der Nagelkreuzkirche zu Potsdam saß sie in der ersten Reihe bei der Lesung von Deborah Feldmann.Weil ich Bischof bin, so der Eindruck eines gläubigen Menschen, muß meine Gattin minderstens Schulleiterin einer evangelischen Schule, hier Potsdam.Was sagt das aus über einen Menschen, der laut Cicero zu den 5oo Intellektuellen Deutschlands gehört?!Was kostet der Empfang der für Bischof Professor Dr. Wolfgang Huber in der Friedrichkirche am Gendarmenmarkt , aus Anlaß seines 80sten Geburtstag gegeben wird?Auf Kosten anderer kann man gut feiern lassen.
3. Mit Würde, Wachheit und Barmherzigkeit Wolfgan g Banse Die verstorbene Superintendentin des Kirchenkreises Neukölln, war ein warmherziger Mensch.Immer hatte sie ein offenes Ohr für jede und jeden.Sie strahlte Gelassenheit, Charme, Esprit aus.Sie fehlt nicht nur ihrer lieben Familie, sondern auch den Menschen, denen sie etwas bedeutete.Das jetzt erschiene Buch über Viola Kennert wird viele Abnehmer finden.Durch dieses Buch bleibt sie den Menschen nah.

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