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Kirchliche Telefonseelsorge warnt vor mehr familiären Konflikten

01.04.2020

Viele sind überfordert mit der derzeitigen Situation.

Von Christine Xuân Müller (epd)

Die Kirchliche Telefonseesorge in Berlin und Brandenburg (ktbb) hat vor mehr Konflikten in Familien angesichts der aktuellen Ausgangsbeschränkungen gewarnt. Es sei eine wachsende Zahl von Anrufen bei der Telefonseelsorge zu verzeichnen, bei denen es um familiäre Probleme bis hin zu häuslicher Gewalt gehe, sagte der Leiter der ktbb-Geschäftsstelle in Berlin, Uwe Müller, am Montag in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Durch die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gebe es in vielen Familien nun keine Ausweichmöglichkeiten mehr.

Das Arbeiten im Homeoffice verschärft Müller zufolge die Situation in vielen Familien. Neben ihrer eigenen Arbeit würden Eltern nun auch die Rolle als Lehrer beim Homeschooling ihrer Kinder übernehmen. "Das ist eine Überforderung für die Eltern und für die Kinder auch", sagte der ktbb-Vertreter.

Insbesondere Kindern fehle der Kontakt zu Freunden, im Sportclub oder einfach auf den Spielplatz zu gehen. Zudem fehlten die Großeltern oder andere Verwandte. "Alle, die im sozialen Gefüge eine Alternative darstellen, sind nicht vor Ort", sagte Müller. "Dabei entwickelt man schon einen Lagerkoller", fügte er hinzu.

Die ktbb verzeichne wie auch andere Akteure der Telefonseelsorge aktuell eine steigende Zahl von Anrufern. "Wir haben mindestens 50 Prozent mehr Anrufe als sonst", sagte Müller. Die kirchliche Telefonseelsorge versuche alle für sie verfügbaren Leitungen bis auf den letzten Platz zu nutzen. Dabei könne es dennoch vorkommen, dass Anrufer nicht gleich beim ersten Versuch zu den Seelsorgern durchkämen. Müller verwies darauf, dass es in Berlin seit gut einer Woche auch ein eigenes Corona-Seelsorgetelefon gibt, das unter anderem von der ktbb mitgetragen wird.

Neben familiären Konflikten würden die Mitarbeiter der kirchlichen Telefonseelsorge aktuell verstärkt auch "existenzielle Sorgen" bei Anrufern registrieren. Dabei gehe es unter anderem um wirtschaftliche Ängste.

Müller rief dazu auf, dass aktuelle Motto des "Social Distancing" nur körperlich zu nehmen, also physisch auf Abstand zu gehen. Soziale Bindungen sollte man angesichts der aktuellen Corona-Krise dagegen eher stärken. "Redet miteinander! Oder spielt Federball über den Gartenzaun!", sagte der ktbb-Vertreter weiter. Ebenso empfahl er, sich mit Verwandten oder Freunden zu Telefonaten zu verabreden: "Viele sitzen zu Hause und freuen sich, wenn sie mal andere Stimmen hören als nur aus dem Fernsehen." Der Aufruf zum "Social Distancing" gelte nicht für das zwischenmenschliche Miteinander, so Müller.

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1. Er kommt, sieht und hört zu Wolfgang Banse Eine Einarbeitungsszeit wird jede/jeden Neue/ Neuen wird zu gestanden.Kommen, sehen. zu hören ist aber auf Dauer nicht angebracht. Pragmatismus ist gefragt. Suchet der Kirche und deren Glieder Bestes.
2. was meinen Sie damit? Dr. Gertrud Gumlich ich gebe Uli Frey vollkommen recht. Nur:
wie (wieder-)belebt man eine Friedensbewegung?
3. Obdachlose Wolfgang Banse Menschen ohne Obdach haben es schwer, jetzt besonders wo die Corona Pandemie ausgebrochen ist. Menschen ohne Obdach bedürfen der Hilfe, nicht nur während der kalten Jahreszeit.Leistungen die von den Kirchen erbracht werden im Bezug Versorgung von Obdachlosen sind überwiegend Fremdfinanzierungen, auch was die Lebensmittel betrifft, hier die Tafel. Aus eigenen Mitteln, hier Etat wird kaum etwas finanziert.

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