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RSSPrint

Mit Stäblein hingeguckt auf das weite Feld der Schöpfung

26.08.2020

"Denken wir an die Landwirtinnen und Landwirte. Viel zu ­selten würdigen wir, was sie leisten."

Von Bischof Christian Stäblein

Sie haben extra ein paar Quadrat­meter Hafer stehen lassen, damit die Sache mit dem Mähdrescher und mir auch klappen kann. Und so kommt es, dass ich tatsächlich eine Tonne Hafer „dreschen“ darf – zwei Streifen Feld rauf und runter fahre, nicht einfach so, sondern unter ­Anleitung des Präsidenten des ­Landesbauernverbandes. Denn auch wenn es einem die moderne Technik in manchem leichter macht, man muss es schon wirklich können. Landwirtschaft 2.0 kennt viele Errungenschaften. Und verlangt erst recht viel Wissen und Fertigkeiten von Bäuerinnen und Bauern. Das hat mir mein Besuch bei der Agrarwirtschaftsgesellschaft Worin (AGW) in Märkisch Oderland als erstes vor Augen geführt hat. 

Die Herausforderungen an eine moderne, zugleich ökologische wie auch ökonomisch erfolgreiche Landwirtschaft sind in den letzten Jahren größer geworden. Zwischen moderner Technik, dem umkämpften Markt einerseits und ganz urtüm­lichen Konflikten andererseits – etwa Biber und ihre Dämme kontra Baumbestanderhalt – gilt es, ständig Kompromisse zu finden. Am Ende soll alles schön preiswert, am liebsten billig sein. Das geht aber nicht, wenn uns die Schöpfung lieb und teuer ist. So müssen wir Verbraucherinnen und Verbraucher genau hingucken, wer wie wo was produziert, wer wem in der Kette der Lebensmittelherstellung welche Auflagen ­diktiert. Wir müssen hingucken und wertschätzen, gerade auch jetzt, wenn die Erntedankfeiern anstehen. 

Danken kommt ja von „an jemanden denken“. Denken wir an die Landwirtinnen und Landwirte. Viel zu selten würdigen wir, was sie leisten. Denken wir daran, dass sie die Ersten sind, die spüren: Die gute Ernte ist keine Frage allein von Machbarkeit. Erntedank ist deshalb stets Dank an den Schöpfer. Ein wiederholt viel zu trockener Sommer erinnert daran in besonderer Weise. Und rückt das Thema des Klima­wandels in den Fokus. 

So will ich weiter bei dem Thema hören, ins Gespräch kommen. In zwei Wochen geht es zu einer Agrargenossenschaft in der Prignitz. Wir sind eine Landeskirche. Dabei ja auch nicht ganz kleine Akteurin auf dem Feld der Landverpachtung. Da ist es richtig, dass wir uns selbst binden, und zwar nicht an den größtmög­lichen Profit bei der Verpachtung, sondern daran, wie Schöpfung bewahrt werden kann. Was für ­andere gilt, gilt auch für uns. So wird die Furche gerade – im übertragenen Sinne. Und im Konkreten? Ist das, was der Mähdrescher hinterlässt, ja keine Furche, habe ich verstanden. ­Vielleicht eine Rinne? Oder einfach eine Linie? Meine heißt: erst mal ­hin­gucken. 

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1. Wissen, wo sie herkommen Wolfgang Banse Jüdische Religionslegerinnen und Religionslehrer sollten verstärkt an staatlichen, wie an privaten Schulen eingesetzt werden.
2. Wer zuerst Wolfgang Banse Zuerst sollten alle als gefährdete Personen, hier Kranke, Menschen mit einem Handicap, Ältere geimpft werden. Pfarrerinnen und Pfarrer sollten Interims sein, eine, einer unter gleichen-deshalb keine vorrangige Impfung dieser Berufssparte
3. Pfarrerberuf kommt nicht in Frage Wolfgang Banse Warum ergreift man den Beruf einer Pfarrerin, eines Pfarrers?!Häufig spricht man , dass man sich von Gott berufen fühlt zu diesem Beruf. Nur jede, jeder wei0, dass man dies nicht beweisen kann. Oft fühlt man sich selbst berufen, aber auf Gott zu verweisen ist sehr bedenklich.

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