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RSSPrint

Neubaugebiete brauchen eine Seele

10.12.2020

Baukräne beherrschen seit Jahren das Panorama Berlins, vielerorts entstehen neue Wohnviertel. Wie kann Kirche dort sichtbar werden? Diese Frage beschäftigt Berlins Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein. Sie freut sich über die vielen Initiativen, die Vernetzung und die guten Ideen, die Brücken schlagen zwischen Alt und Neu.

Von Ulrike Trautwein

„Urban Tech Republic“ statt Flughafen Tegel, Spandauer Innovations­campus Siemens 2.0, Neue Tempelhofer Mitte oder Lichterfelde-Süd in Steglitz-Zehlendorf: Unzählige Projekte und die allgegenwärtigen gelben Kräne beherrschen die Berliner Stadtlandschaft und die Medienaufmerksamkeit. Auch am Speckgürtel brummt der Ausbau unbeirrt. 

Wo kommt da Religion, wo Kirche vor, wie werden wir mit unserer Botschaft sichtbar? Wie bekommen Großprojekte eine Seele – sodass jetzt und später Menschen mit vielfältigen Prägungen und Lebenswegen zusammen leben, arbeiten, essen, ruhen, träumen und spielen? Wie können sie auch eine spirituelle Dimension erfahren, sodass Neuzuziehende Heimat finden und sich willkommen geheißen fühlen von Kirchengemeinden vor Ort? 

Für Ortsgemeinden und die Haupt- und Ehrenamtlichen ist das nur schwer zusätzlich zu leisten. Seit einer ganzen Weile schon beschäftige ich mich mit einer großen Gruppe von Engagierten mit dieser Herausforderung. Und es gibt bereits eine Vielfalt von spannenden Initiativen, die vom Einmieten in Geschäfte über sogenannte Fuck-Up-Nights oder temporäre Containerräume bis zu großen Inklusionszentren und Kitas in geteilter Trägerschaft gehen. 

Wichtig dabei ist, sie müssen gut vernetzt agieren. Gerade, weil Berlin in vielen Fragen eine Art Vorreiterrolle spielt und „Dritte Orte“ in unserer ganzen Landeskirche zunehmend wichtig werden. Unsere Kirchengemeinden sind das tragende Netz unserer Kirche, gleichzeitig ist es mir wichtig, dieses Aufgabenfeld zu intensivieren und weitere Ausdrucksformen von kirchlichem Leben mit neuen Partnern, wie zum Beispiel nebenan.de oder den Wohnungsbaugenossenschaften auszubauen. 

Ich möchte dazu beitragen, die Kreativität und den Mut zu fördern, in neuen Strukturen zu denken und zu träumen – flexibler und auch mal scheiternd, weil auch darin neues Erfahrungswissen liegt. Ich wünsche mir für die Präsenz von Kirche in Neubaugebieten, dass Brücken entstehen zwischen Experiment und Tradition, neuen Andockorten und Heimaträumen. Und ich hoffe, dass so Zeiten und Räume wachsen, in denen Menschen gemeinsam religiöses Handeln einüben und so eine glaubensvolle Haltung entwickeln. Denn erst aus dem Einüben von Glaubenspraxis kommt das Ausüben von allem, was Menschsein mit Gott ausmacht. So kann vieles wachsen in den neuen Wohn- und Arbeitsvierteln. So wird dort eine Seele einziehen.

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1. Tierwohl in der Kirche Thomas Berg Meine Hühner schlachte ich selbst, auch wenn sie nicht auf das Wurstbrot kommen. Das ist der schmerzliche unvermeidliche Schritt auf dem Weg vom Kücken zum Braten. Meine Hühner werden natürlich auch nicht schon nach vier bis sechs Wochen geschlachtet wie das inzwischen leider normale Industriehuhn.

Trotzdem: Ganz rund ist die Argumentation wohl nicht, die hier die vegetarische Ernährung aus der Bibel begründen will. Schon im 3. Kapitel der Bibel - noch im Garten Eden - bekommen Adam und Eva von Gott selbst Röcke aus Fellen geschneidert. Wenige Verse später lesen wir, daß ihr zweitgeborener Sohn Abel Schäfer wurde. Ganz sicher hat er Schafe auch zum Schlachten gehalten. Er opfert jedenfalls vom Fett der Erstlinge der Herde auf dem Altar, was Gott wohlgefällig anschaut.

Ganz nebenbei und völlig unbiblisch brauchen wir mehr Tiere auf der Weide der Artenvielfalt wegen. Ohne Weidetiere verarmt die biologische Ausstattung unserer Landschaft was man in unseren Breiten heute schon beobachten kann. Insekten fehlen, die der Tierhaltung folgen. Daher fehlen die Insektenfressenden Vögel, Fledermäuse usw. Genau deswegen hält der Naturschutzverein dem ich vorstehe auch mehrere Rinder- bzw. Wasserbüffelherden (derzeit ca. 360 Tiere).

Was weniger werden muß ist die Massentierhaltung in optimierten HiTec-Ställen, die klimaschädlich ist, die Tiere zur Ware degradiert und in den Schlachtfabriken und dem Transport dahin das oft beklagte Tierleid zur Folge hat.

Unsere Tiere werden jedenfalls zur Schlachtung auf der Weidefläche geschossen und erst dann zum Fleischer gefahren.

Ethische Entscheidungen kennen eben nicht nur das Entweder-Oder sondern auch manche Möglichkeit dazwischen.
2. Proberaumsuche Chrissi Suche Proberaum, um christlichen worship zu machen. Spiele seit 11 Jahren Schlagzeug und möchte gerne weitermachen. Gibt es Hilfe und Unterstützung von ihrer Seite aus? Über Ratschläge und gute Nachrichten, würde ich mich freuen! Lg, Chrissi
3. Idenschmiede der Nordkirche Wolfgang Banse Nicht alles was man auf gibt, ist gut so heißen. Glieder der Kirche, hier Nordkirche wurden in den Entscheidungsprozess nicht einbezogen.Demokratie, hier Basiskirche lässt nach wie vor zu wünschen in den Gliedkirchen der EKD.

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