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"Ostern steht für Zuversicht"

08.04.2020

Theologin Käßmann sieht in Hilfsaktionen "Auferstehungsgeschichten"

epd-Gespräch: Dieter Sell

Die hannoversche Theologin Margot Käßmann (61) sieht in den derzeit aufgrund der Corona-Krise laufenden Hilfsaktionen vieler Menschen österliche "Auferstehungsgeschichten". "Von Menschen, die aufstehen gegen Einsamkeit, Angst und Krankheit", sagte die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wenn einer für den Nachbarn einkaufen gehe, eine freiwillig Dienst tue in einem Pflegeheim, wo allerorten Verkäuferinnen die Regale auffüllten und an der Kasse säßen - "überall ereignen sich Geschichten der Hoffnung und der Liebe".

Vom bevorstehenden Osterfest erhofft sich Käßmann einen Schub an Mut, Hoffnung und Lebensfreude. "Ostern steht für Zuversicht", betonte die Theologin. Die Osterbotschaft der Bibel erzähle, dass das Leben stärker sei als der Tod und die Liebe die Kraft sei, die auch die dunkelste Zeit überwinde. "Karfreitag mit dem Tod Jesu ist der Tag der Angst, der Stille, des Todes. Ostern feiern wir mit der Auferstehung das Leben, das weiter geht als der Tod."

Durch die Epidemie seien viele Menschen erschüttert und in Existenzängsten, gesundheitlich und wirtschaftlich. Sie wünsche sich, dass die Ostergottesdienste im Radio und im Fernsehen genauso wie ein gemeinsam verabredetes Glockenläuten der evangelischen und katholischen Kirche am Sonntag um 12 Uhr das Gefühl vermitteln könnten, dass die Krise überwunden werde. "Diese Hoffnungsbilder brauchen wir jetzt dringend."

Es gebe zwar Menschen, die auch jetzt zuallererst an sich selbst dächten, räumte Käßmann ein. Aber ihr Menschenbild sei eher positiv. "Ich denke, dass Krisen auch das Beste hervorbringen. Menschen helfen, von denen du es nicht erwartet hättest. Andere tun selbstverständlich ihren Dienst, obwohl sie sich verkriechen könnten." Sich in Zeiten gebotener Abstandsregeln gedanklich zu verbinden, das helfe. "Viele Menschen finden kreative neue Formen der sozialen Nähe ohne körperlichen Kontakt. Das finde ich ermutigend."

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Mitte des christlichen Glaubens: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz.

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(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Er kommt, sieht und hört zu Wolfgang Banse Eine Einarbeitungsszeit wird jede/jeden Neue/ Neuen wird zu gestanden.Kommen, sehen. zu hören ist aber auf Dauer nicht angebracht. Pragmatismus ist gefragt. Suchet der Kirche und deren Glieder Bestes.
2. was meinen Sie damit? Dr. Gertrud Gumlich ich gebe Uli Frey vollkommen recht. Nur:
wie (wieder-)belebt man eine Friedensbewegung?
3. Obdachlose Wolfgang Banse Menschen ohne Obdach haben es schwer, jetzt besonders wo die Corona Pandemie ausgebrochen ist. Menschen ohne Obdach bedürfen der Hilfe, nicht nur während der kalten Jahreszeit.Leistungen die von den Kirchen erbracht werden im Bezug Versorgung von Obdachlosen sind überwiegend Fremdfinanzierungen, auch was die Lebensmittel betrifft, hier die Tafel. Aus eigenen Mitteln, hier Etat wird kaum etwas finanziert.

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