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Pfarrgarten im brandenburgischen Saxdorf

Teil 7 unserer Sommerreihe KulTour. Kirchenkunst entdecken in Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz.

Ein Paradies auf Erden: Blick in den Saxdorfer Pfarrgarten. Foto: Jörg Schuster

Von Hannes Langbein

Man sehe und staune: Wer den Pfarrgarten um die mittelalterliche Kirche im brandenburgischen Saxdorf zwischen Bad Liebenwerda und Mühlberg/Elbe in den Frühlings- und Sommermonaten betritt, kommt aus dem Staunen nicht heraus: Rosen, Kamelien, filigrane Bambusgewächse, Stauden, über 3000 grünende und blühende Arten haben sich in dem 4000 quadratmetergroßen Gartenkunstwerk angesiedelt. „Sieh an der schönen Gärten Zier, und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben…“ – es ist beinahe, als ob Paul Gerhardts Zeilen aus dem Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ in diesem Garten entstanden wären.

Der Garten war nicht immer so. Als die Gründer und Erfinder des Saxdorfer Pfarrgartens, Pfarrer Karl-Heinrich Zahn und der Grafiker Hanspeter Bethke, 1967 in das Pfarrhaus einzogen, war das Stück Land um Kirche und Pfarrhaus herum eine Einöde. Die beiden machten sich mit handwerklichem Geschick und ästhetischem Blick an die Arbeit: Selbst zu DDR-Zeiten, in denen manche Pflanzensetzlinge und Samen eine Rarität waren, gelang es ihnen durch Tausch und Schenkungen, den Garten zu entwickeln – jedes Jahr ein bisschen mehr, ein wachsendes Gartengesamtkunstwerk im Rhythmus der Jahreszeiten.

Die Gartenkunst im Pfarrgarten hat Tradition: Ursprünglich als Nutzgärten zur Selbstversorgung der Pfarrer und ihrer Familien mangels regelmäßigen Gehalts notwendige Lebensgrundlage, wurden sie seit der festen Besoldung von Pfarrern Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr zu Ziergärten. Mancher Pfarrer wurde darüber zum Hobbybotaniker: Berühmt ist der sogenannte Apfelpfarrer Korbinian Aigner, der noch in den 1930er Jahren des 20. Jahrhunderts nicht nur Apfelsorten züchtete, sondern sie auch porträtierte: Hunderte gezeichnete Apfelporträts entstanden, die im Jahr 2012 sogar auf der 13. Documenta in Kassel ausgestellt wurden.

In Saxdorf spielt die Kunst auch eine Rolle, in Form des „Kunst- und Kultursommers“ Saxdorf: Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Kino­vor­führungen – es wird ein reichhaltiges Programm geboten. Seit diesem Jahr unter neuen Voraussetzungen: Denn im Frühjahr starb Pfarrer Karl-Heinrich Zahn wenige Jahre nach seinem Lebensgefährten Hanspeter Bethke. Der Kunst- und Kultursommerverein hält ihr Erbe wach.

Pfarrer Hannes Langbein ist Direktor der Stiftung St. Matthäus. 

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(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Gratwanderun:eigene Freiheit und Einsatz für andere Wolfgang Banse Nicht nur alles nehmen, sondern auch was geben, hier die Einführung eines Pflichtdienstes
Ich stimme Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier uneingeschränkt zu, was seine Anregung im Bezug auf die Einführung eines sozialen Pflichtdienstes betrifft., beiderlei Geschlechts.Unserre gesellschaft wird immer kälter, hier sollte entgegen gewirkt werden, was ein sozialer Pflichtdienst betrifft.Dem Ego entgegen wirken, für andere da sein, Menschen mit einem handicap, Kranke, Ältere, Obdachlose...Dieser soziale Pflichtdienst sollte mindestens ein halbes, längstens ein ganzes Jahr dauer. Die diensttuenten sollten eine monatliche finanzielle Pauschale dafür erhalten, in etwa 38O Euro, zusätzlich sollte die, der jenige krankenversichert, Rentenversichert sein."Wir Junge, geben euch der Gesellschaft etwas zurück, was wir empfangen haben".Vwerbände, Organisationen, Kirchen sollten der Anregung des Bundespräsidenten Steinmeier offen und aufgeschlossen gegenüber stehen, sowie die Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind.
2. Aktive Gewaltfreiheit Kees Nieuwerth Ausgezeichnet. bin ganz einverstanden!
3. Wir stehen zusammen Martin Wehlan Sehr geehrter Herr Bischof, Sie schreiben: "es geht ja nicht darum, 100 Millionen Menschen in Europa aufzunehmen." Aber bei welcher Zahl wollen Sie denn die Aufnahme in Europa stoppen ? Egal, welche Zahl dann genannt wird, man steht dann prinzipiell genauso vor demselben moralischen Dilemma wie jetzt. Was mich stört, sind die Vergleiche von afrikanischen Flüchtlingen mit ukrainischen. Wer in Afrika vor einem Krieg flieht, ist normalerweise in einem Nachbarland sicher. genauso ist es mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Ein Krieg in Afrika kann also eigentlich keine Fluchtursache nach Europa sein. Dennoch gibt es eine wesentliche Fluchturasche in Afrika - und das sind die nicht vorhandenen Lebenschancen für junge Menschen aufgrund der hohen Geburtenrate. Etwa 100 Millionen Afrikaner wollen deshalb in den nächsten 10 Jahren ihre Heimat Richtung Europa verlassen - fast alles junge Männer. Ehrlichkeit beim Thema "Geflüchtete" ist die Voraussetzung dafür, dass die Geflüchteten von den Menschen der Aufnahmeländer akzeptiert werden. Ein Allgemeines Verweisen auf "Flucht als solche" bzw. die Bibel wird von der schweigenden Mehrheit als Gesinnungs-Ethik erkannt und im Stillen nicht akzeptiert, trotz des moralischen Dauerfeuers.

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