Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Pilgern im Berliner Westen

02.09.2020

Kreuz und quer durch Spandau pilgern: Das geht ab diesem Samstag. Der neue Pilgerweg durch den Kirchenkreis verbindet 26 Kirchen und am Wegesrand gibt es viel zu entdecken. Johanna Friese hat mit Projekt­koordinatorin Verena Kühne vor dem Start gesprochen.

Frau Kühne, was kann man auf dem neuen Pilgerweg entdecken?

Dorfkirchen, eine Schilfdach­kirche, in der Gartenstadt eine Recycling­kirche aus alten Materialien eines Pulverschuppens, oder auch St. Nikolai als große bekannte Kirche, einfach eine große Vielfalt. Menschen halten die Kirchen offen. Spandau ist abwechslungsreich mit viel Wasser und viel Natur und die Wege führen an Sehenswürdigkeiten vorbei.

Gibt es Erklärungen am Wegesrand?

Wir haben ein Buch produziert mit Wegbeschreibungen, Bildern und Informationen. Wer mehr wissen möchte, fragt die Menschen, denen er in den Kirchen begegnet.

Wer hat die Wege erarbeitet und worauf kam es dabei an?

Recht schnell haben sich Ehrenamtliche gefunden, die bereit waren, diese Wege abzulaufen und die Strecken zu erarbeiten. Dafür sind wir dankbar, denn ohne die Wegeteams wäre das Projekt nicht gelungen. Es ging nicht darum, den schnellsten und direktesten Weg von Kirche zu Kirche zu finden, sondern den interessantesten. Möglichst weitab vom Straßenlärm und so gut es geht barrierefrei. 

Was reizt Menschen heute am Pilgern?

Beim Pilgern kann man In-sich-Gehen und gleichzeitig Dinge entdecken. Ein bewusstes Gehen, für das man sich Zeit nimmt. Man lässt sich auf die Umgebung anders ein und schaut auch nach innen. Das passt gut in unsere Zeit, in der Menschen Bewegung suchen und sich gleichzeitig aber auch entspannen wollen. 

Werden sich auch Gruppen, etwa Konfirmand*innen, aufmachen?

Corona hat uns ausgebremst. Es war geplant, dass die Jugend ein ganzes Wochenende pilgert und übernachtet. Das haben wir nun auf das Frühjahr verschoben. Ansonsten werden sich sicher kleinere Gruppen auf den Weg machen. Für Menschen, die nicht allein pilgern möchten, haben wir auch viele unterschiedliche Angebote. Es gibt auch einen Weg speziell für Familien.

Was macht den besonders? 

Die Route von der Gnadenkirche über die Rieselfelder zur Dorfkirche Gatow hat knapp 4,5 Kilometer mit viel Natur. Man kann durch Baumtunnel laufen und unterschiedliche Böden entdecken. Unser Pilgerführer bietet Anregungen, wie man mit Kindern pilgern kann.

Und was hat es mit dem Pilgerpass auf sich?

Man kann an den Kirchen Stempel sammeln und bekommt für genügend Stempel dann auch eine Pilgerurkunde.

Wie kam es zur Idee für ein solches Pilgerprojekt?

Wir hatten gute Erfahrungen mit den Kirchentagen auf dem Spandauer Marktplatz und wollten etwas Dezentrales machen, weil die Kirchengemeinden verstreut sind. Und wir wollten mit dem Bezirk zusammenarbeiten, der uns auch gut unterstützt.

Was haben Sie zur Eröffnung geplant?

Am Samstag um 10 Uhr läuten die Glocken in allen Kirchen und es werden Andachten gehalten. Danach kann man lospilgern. Die ersten drei Septemberwochenenden sind alle Kirchen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. 
Werden die Kirchen danach zukünftig offen bleiben?Das werden wir nicht immer überall leisten können, aber dafür haben wir 360-Grad-Aufnahmen produzieren lassen. Diese kann man über den QR-Code mit dem Mobiltelefon abrufen und sich die Kirche so trotzdem von innen anschauen.

Wie sieht es mit der Vorfreude aus, gibt es schon Reaktionen?

Unsere Wege-Teams sind noch immer sehr motiviert und freuen sich. Wir sind bei Instagram und Facebook, werben mit Anzeigen und Plakaten. Es gibt viele Anfragen, wann es endlich losgeht, und wo man das Pilgerbuch oder den Pilgerpass herbekommt.

Und sind Sie selbst schon einmal irgendwo gepilgert?

Noch nicht. Ich reise viel und wandere gern zu Fuß, das ist ja so ähnlich. Ich brauche die Bewegung, um zur Ruhe zu kommen. Pilgern wäre für mich genau das Richtige.


Der knapp 75 Kilometer lange Weg ist in drei Rundwege unterteilt mit einer jeweiligen Länge zwischen 21 und 30 Kilometern. Mehrere Abschnitte sind barrierefrei. Gepilgert werden kann auch per Rad; der Rundweg mit 63 Kilometern führt auch zu allen 26 Kirchen. Alle Infos zu den Strecken und Terminen rund ums Pilgern hier. Im Kirchenkreisbüro kann für 10 Euro ein Pilgerpaket mit Karte, Pass und Pilgerführer erworben werden, Telefon: (030) 32 29 44 300

Artikelkommentar

Artikelkommentar
captcha
Bitte tragen Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe in das Feld ein.
Hinweis: Die von Ihnen ausgefüllten Formulardaten werden lediglich für die Zwecke des Formulars genutzt. Eine andere Verwendung oder Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Mehr als Martin Luther King Flx Sehr geehrte Frau Schöfer,
vielen Dank für den spannenden und wichtigen Artikel, gut zu wissen was Paula Novak da macht. An einer Stelle möchte ich einhaken: Ich finde es wichtig von der "Schwarzen Theologie der Befreiung" die J.Cone begründet hat zu sprechen, das verschweigt a) nicht, dass er sich selbst in einer Tradition der Theologie der Befreiungen sieht und b) zeigt auf dass es sich um eine emanzipatorische\machtkritische (Ogette) handelt und nicht um eine rein identitäre Theologie.
Viele Grüße
2. Sie bleiben zuversichtlich Wolfgang Banse Pfarrerin, Pfarrer werden ist nicht schwer, nur die Ausübung fällt ihnen oftmals schwer.Nicht zeitgemäß,verwalten, Termin nach Abspache,Trauerbegleitung, niemand sollte verloren gehen, dies alles ist erleb-und erfahrbar und wird erleb und erfahrbar sein was die frisch Ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer betrifft. Ein Ruck muss durch die Pfarrerschaft gehen um akzeptiert in der multikulturellen Gesellschaft weiterhin einen Platz ein zu nehmen. Es gibt nicht nur eine Politik, Gewerkschafts, sondern auch eine Kirchenverdrossenheit.Die Kirche muss sich grundlegend ändern und damit auch die Pfarrerinnen und Pfarrer
3. Wichtiger Baustein Wolfgang Banse Die Kirche hinkt immer hinterher, so auch was Klimaschutzgesetz betrifft. Ob sich dies mal ändern wird?!

Hier gelangen Sie zur Übersicht über alle Kommentare.