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Stäblein für Erinnerungsort an Friedliche Revolution

13.01.2021

Im 60. Jahr nach dem Mauerbau und mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es weiter Reibungen zwischen Ost und West. Die Schwierigkeiten beim Zusammenwachsen müssen nach Auffassung von Bischof Christian Stäblein besser aufgearbeitet werden, etwa mit einem Erinnerungsort. Dies sei auch für die Demokratie in Deutschland wichtig, sagte er im Interview mit Yvonne Jennerjahn (epd).

Herr Stäblein, das Gedenkjahr 2020 zu 30 Jahren Wiedervereinigung ist zu Ende. Welche aktuellen Herausforderungen sehen Sie für den demokratischen Zusammenhalt von Ost und West in Deutschland?

Die problematischen Anteile des Zusammenwachsens gerade im ersten Jahrzehnt nach der Friedlichen Revolution sind noch nicht aufgearbeitet worden. Wir brauchen mehr offenes Gespräch und Austausch über eine Zeit, in der sich die Menschen in Ostdeutschland im Prozess der Vereinigung mehrheitlich nicht als wahrgenommen erlebt haben. Die unterschiedlichen Biografien differenziert und in ihrem Eigenwert wahrnehmen heißt auch, dass wir aufhören müssen, die westdeutsche Biografie als „normal“, die ostdeutsche demgegenüber als Abweichung davon zu behandeln.

Es gibt noch viele Ungerechtigkeiten in der Wahrnehmung und Aufarbeitung unserer Geschichte von Menschen aus Ostdeutschland. Dieses belastet den Zusammenhalt und ist auch eine Hypothek für die demokratische Weiterentwicklung des Landes. Demokratie kann nur erfolgreich sein, wenn sie offene Debatten über gesellschaftliche Gerechtigkeit ermöglicht. Andernfalls zerfällt die gemeinschaftliche Basis, das erleben wir derzeit immer wieder. Extremistischen Kräften gelingt es, Spaltungstendenzen in das Zusammenleben von Ost und West zu setzen.

Welche Rolle kann die Kirche dabei spielen?

Wir haben nicht nur zu den bereits zurückliegenden Erinnerungsdaten die Kirchenräume für notwendige Diskurse und Gespräche geöffnet, sondern werden dies auch weiterhin tun, auch zur Rolle der Kirche in der Friedlichen Revolution. Im Raum der Kirche sind solche Diskussionen stets umfangen von der Zusage eines Gottes, unter der Spannungen und Differenzen, auch unversöhnliche, ausgehalten werden können. Und schon im Zuhören und Aushalten verändern sich die Spannungen, sie lösen sich ein Stück. Darauf jedenfalls setze ich.

Bundespräsident Steinmeier hat sich für einen herausgehobenen Erinnerungsort an die Demokratie- und Bürgerrechtsbewegung der DDR ausgesprochen, einen Ort, „der daran erinnert, dass die Ostdeutschen ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen und sich selbst befreit haben“. Sie befürworten das. Was genau wünschen Sie sich?

Einen festen Ort, an dem die Erinnerung an die Friedliche Revolution, besonders an die „friedlichen Revolutionär*innen“, ihren Platz hat. Das Gedenken an die Opfer der Mauer findet an der Bernauer Straße statt, für die Einheit kommt die Einheitswippe in Schlossnähe. Aber einen prominenten und öffentlichen Ort für die Erinnerung an die Menschen der Friedlichen Revolution gibt es in der Hauptstadt noch nicht. Das sollten wir ändern.

Welcher Ort, der mit der Weimarer Nationalversammlung und der Frankfurter Paulskirche als Symbol der Freiheitsbewegung von 1848 vergleichbar wäre, könnte so ein Erinnerungsort sein?

Die Gethsemane-Kirche in Berlin-Prenzlauer Berg wäre ein sehr guter Ort. Oder auch die Zionskirche mit den ehemaligen Räumlichkeiten der Umweltbibliothek in der Nähe. Beides sind Orte, die zentral für die Bewegung der Friedlichen Revolution stehen. Die Gethsemane-Kirche trägt auch heute die Impulse der Fried­lichen Revolution sehr lebendig weiter, ich denke etwa an die täg­lichen Gebete für Peter Steudtner in der Zeit seiner Inhaftierung.

Welche Persönlichkeiten sollten dort gewürdigt werden?

Öffentlich bekannt gewordene Persönlichkeiten der Friedlichen Revolution wie auch Personen, von denen weniger gehört und geschrieben wurde, deren persönliche, zum Teil auch tragische Geschichten es nicht namentlich in die Geschichtsbücher geschafft haben. Wie es gelingen kann, der Erinnerung Gesichter zu geben, zeigt in besonderer Weise die Stiftung Aufarbeitung. Vor einigen Monaten ist Hans Simon gestorben. Er war in den 1980er Jahren Pfarrer in der Zionskirche und eine zentrale Persönlichkeit in den Aus­einandersetzungen um die Umweltbibliothek. Ich stelle mir vor, dass Menschen wie Hans Simon mit einem solchen Gedenkort endlich auch ihren Platz in der Geschichte bekommen. Wir verdanken ihnen viel.

Es gibt auch einstige DDR-Bürgerrechtler, die heute am rechten Rand der Gesellschaft aktiv sind und keine Berührungsängste zu rechten Extremisten zu haben scheinen. Wie erklären Sie sich das?

Ich finde es schockierend und abstoßend, wie Gruppen und insbesondere eine Partei am rechten Rand die Geschehnisse von 1989 gewissermaßen diametral gegen ihren eigenen Sinn ausnutzt und wendet. Statt für Freiheit wird für Ausgrenzung und Abwertung plakatiert und dabei der Ruf „Wir sind das Volk“ in sein Gegenteil verkehrt. Das ist perfide. Dass sich in diesem Umfeld immer wieder auch einstige DDR-Bürgerrechtler*­innen finden, irritiert mich und bleibt mir ein Stück unverständlich. Darum würde ich gerne mit diesen Menschen ins Gespräch kommen.

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1. Das muss aufhören! von Mirna Funk Winfried Böttler Das muss aufhören. Zum Leitartikel von Mirna Fink (die Kirche 3/2021)a
Nun wissen wir Bescheid, Christen werden es nie kapieren, wie Juden sich fühlen. Warum maßen wir uns auch an, ihnen frohe Feste zu wünschen? Schade, dass der Leitartikel sich in billiger Polemik erschöpft. Wer soll da womit endlich aufhören? Sofort!? Für immer!?
Es ist leider schreckliche Wahrheit, dass die christlichen Kirchen durch den Antijudaismus, der ja nicht selten in Judenhass ausartete, große Mitverantwortung am Programm der Nazis zur Ausrottung des europäischen Judentums tragen. Das hat die Kirche erkannt und wiederholt öffentlich bekannt und es wird dennoch auf Dauer ihre Schuld bleiben. Es bleibt aber trotzdem wahr, dass Jesus ein Jude und die christliche Gemeinde am Anfang eine innerjüdische Gruppe war, die sich im Konflikt mit den jüdischen Autoritäten befand. Darin haben die judenkritischen Passagen in der Bibel ihren Ursprung.
Ich möchte schon darauf bestehen, dass Abraham und seine Verheißungen zu meinem Glauben dazu gehören, die Botschaft der Propheten auch mich angeht und ich jüdische Psalmen mitbeten darf. Dass die Autorin mich deswegen bei den Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern einordnet, gar in diesem Zusammenhang die üble Verleumdung erwähnt, wonach das Blut von geschändeten Kindern getrunken werde, finde ich geschmacklos und demagogisch.
Ja es ist wichtig und in Ordnung, dass die Einzigartigkeit und Andersartigkeit des Judentums betont werden. Bei meinen christlichen Glauben ist mir trotzdem wichtig, dass davon vieles in der jüdischen Überlieferung verwurzelt ist. Das zu bekennen werde ich nicht aufhören. Niemals.
Dankenswerterweise gibt es seit vielen Jahren den Versuch, im christlich-jüdischen Dialog das Gespräch miteinander zu suchen. Damit wird nicht die schreckliche Vergangenheit ausgelöscht, aber es macht Hoffnung für ein gutes Miteinander in der Gegenwart und für die Zukunft. Der Artikel erweckt jedoch den Anschein, als gäbe es diesen Dialog, bei dem sich beide Seiten um gegenseitiges Verstehen mühen, gar nicht.
Pfarrer i.R. Winfried Böttler,
Berlin-Steglitz
2. Das muss aufhören! Rolf Westermann Da hat sich Frau Funk aber ganz schön vergaloppiert:

1. „Was soll das sein, eine deutsche Jüdin? Sollte es nicht vielmehr „Deutsche jüdischen Glaubens“ heißen?“

Soweit, so gut; aber dann:

2.“ Und Juden sind im Gegensatz zu Christen so viel mehr als eine Religion. Weniger als die Hälfte der 15 Millionen Juden weltweit würde sich vermutlich als religiös bezeichnen.“


Na wat denn nu??????


3. Nutztier und Mitgeschöpf Wolfgang Banse Tiere sind auch Geschöpfe, besitzen eine würde, die sie auch erleben und erfahren sollten.Massentierhaltung und Käfighaltung sollte eine klare absage erteilt werden.Hin zu einer Bio dynamischen Landwirtschaft dies sollte zum tragen kommen

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