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Über uns das All

17.02.2021

Die Bewahrung der Schöpfung liegt in der aktiven Verantwortung der Menschen. Bei einem Studientag vom Amt für kirchliche Dienste (AKD) werden Erkenntnisse und Fragen rund um dieses Thema erörtert. Sibylle Sterzik sprach darüber mit Andrea Richter, Studienleiterin für Spiritualität beim AKD.

Frau Richter, warum hat der Film „Reise des Universums“ Sie inspiriert, den ersten Studientag „Ökologie und Spiritualität“ der EKBO zu veranstalten? 

Der Film hat mich emotional sehr berührt. Er schlägt eine Brücke zwischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und spirituellen Menschheitserfahrungen. Mein älterer Bruder studierte Astrophysik und hat mich als Kind manchmal ins Berliner Planetarium am Insulaner mitgenommen. Die Vorträge mit den fantastischen Bildern des Alls gehören zu meinen ersten spirituellen Erfahrungen. Die Faszination des Universums und die Frage nach den großen Zusammenhängen hat mich bis heute nicht losgelassen. Die Verantwortung für das Weltenhaus fordert gleichermaßen eine spirituelle Grundhaltung und ökologische Orientierung. 

An wen richtet sich der Studientag und was steht auf dem Programm?

Der Studientag ist offen für alle neugierigen Menschen. Inhaltlich ausgerichtet ist er auf Menschen, die selbst pädagogisch in der Schule und/oder den Gemeinden tätig sind. Neben Impulsen aus der christlichen Mystik, einem Blick auf die aktuelle religionspädagogische und theologische Diskussion steht das gemeinsame Schauen des Films im Mittelpunkt. Die Veranstaltung ist als „work in progress“ konzipiert. Wir setzen auf die Intelligenz der Gruppe und sind gespannt, welche Themen sich in der Diskussion ergeben. 

Was möchten Sie und Ihr Team – Georg Wagener-Lohse und Susanne Schröder – bei diesem Studientag vermitteln?

Zuallererst wollen wir für das Thema begeistern. Wir wollen aber auch zeigen, dass Theologie und Spiritualität etwas Wesent­liches zu dem Diskurs über das Klima und die Ökologie beizutragen haben, zum Beispiel dass alles Leben nur auf Beziehungen und nicht vor allem auf Konkurrenz basiert. 

In welchen Gruppen ist der Film einsetzbar?

Der Film ist in sieben Kapitel unterteilt und mit didaktischem Begleitmaterial für den Schulunterricht ab 15 Jahren oder die Gemeinde­arbeit aufbereitet worden. 

Wo sehen Sie persönlich die Verbindung zwischen dem Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung und der Spiritualität?

Solange ich denken kann, ist mir das Gefühl der Verletzbarkeit des Kosmos sehr bewusst. Als Christin glaube ich, dass hinter den unendlichen Weiten des Alls und der Schönheit unseres Planeten Erde der Wille des liebenden Schöpfers steht. Es geht an ihm nicht spurlos vorüber, wenn seine Welt und das Leben auf ihr verletzt, ausgebeutet und zerstört werden. Gott selbst leidet an den Leiden der Erde. Um das an sich heranzulassen, braucht es eine geistliche, eine spirituelle Haltung und Lebensgestaltung. 

Sind weitere Initiativen geplant? 

Das Thema wird uns das ganze Jahr über begleiten. Vom 27. April bis zum 2. Mai gibt es einen Kurs im Kloster Lehnin: Einübung in eine ökologische Spiritualität. Wir möchten Menschen aus verschiedenen Kirchen für den Weg einer gemeinsamen Erfahrung gewinnen.

Reise des Universums. Erster Studientag Ökologie und Spiritualität. Kostenfreies Onlineseminar über Zoom. Montag, 22. Februar, 9.30–15.30 Uhr. Anmeldung unter www.akd-ekbo.de/kalender/die-reise-des-universums.

„Reise des Universums“ (USA 2011), Regie: David Kennard, Patsy Northcutt, Matthias-Film. Der Film  basiert auf dem Buch „Journey of the Universe“ ­des Evolutionsphilosophen Brian Swimme und der ­Religionswissenschaftlerin Mary Evelyn Tucker. 

Andrea Richter ist Studienleiterin und Beauftragte für Spiritualität in der EKBO beim Amt für kirchliche Dienste. 

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1. Tierwohl in der Kirche Thomas Berg Meine Hühner schlachte ich selbst, auch wenn sie nicht auf das Wurstbrot kommen. Das ist der schmerzliche unvermeidliche Schritt auf dem Weg vom Kücken zum Braten. Meine Hühner werden natürlich auch nicht schon nach vier bis sechs Wochen geschlachtet wie das inzwischen leider normale Industriehuhn.

Trotzdem: Ganz rund ist die Argumentation wohl nicht, die hier die vegetarische Ernährung aus der Bibel begründen will. Schon im 3. Kapitel der Bibel - noch im Garten Eden - bekommen Adam und Eva von Gott selbst Röcke aus Fellen geschneidert. Wenige Verse später lesen wir, daß ihr zweitgeborener Sohn Abel Schäfer wurde. Ganz sicher hat er Schafe auch zum Schlachten gehalten. Er opfert jedenfalls vom Fett der Erstlinge der Herde auf dem Altar, was Gott wohlgefällig anschaut.

Ganz nebenbei und völlig unbiblisch brauchen wir mehr Tiere auf der Weide der Artenvielfalt wegen. Ohne Weidetiere verarmt die biologische Ausstattung unserer Landschaft was man in unseren Breiten heute schon beobachten kann. Insekten fehlen, die der Tierhaltung folgen. Daher fehlen die Insektenfressenden Vögel, Fledermäuse usw. Genau deswegen hält der Naturschutzverein dem ich vorstehe auch mehrere Rinder- bzw. Wasserbüffelherden (derzeit ca. 360 Tiere).

Was weniger werden muß ist die Massentierhaltung in optimierten HiTec-Ställen, die klimaschädlich ist, die Tiere zur Ware degradiert und in den Schlachtfabriken und dem Transport dahin das oft beklagte Tierleid zur Folge hat.

Unsere Tiere werden jedenfalls zur Schlachtung auf der Weidefläche geschossen und erst dann zum Fleischer gefahren.

Ethische Entscheidungen kennen eben nicht nur das Entweder-Oder sondern auch manche Möglichkeit dazwischen.
2. Proberaumsuche Chrissi Suche Proberaum, um christlichen worship zu machen. Spiele seit 11 Jahren Schlagzeug und möchte gerne weitermachen. Gibt es Hilfe und Unterstützung von ihrer Seite aus? Über Ratschläge und gute Nachrichten, würde ich mich freuen! Lg, Chrissi
3. Idenschmiede der Nordkirche Wolfgang Banse Nicht alles was man auf gibt, ist gut so heißen. Glieder der Kirche, hier Nordkirche wurden in den Entscheidungsprozess nicht einbezogen.Demokratie, hier Basiskirche lässt nach wie vor zu wünschen in den Gliedkirchen der EKD.

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