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Weltgebetstag fällt nicht aus

Weltgebetstag trotz Corona und ohne gemeinsame Gottesdienste: Friederike Höhn hat bei Elke Kirchner-Goetze, Studienleiterin für Frauenarbeit im Amt für kirchliche Dienste (AKD), nachgefragt, wie der Weltgebetstag (WGT) in diesem Jahr trotzdem gefeiert werden kann.

Weltgebetstag
Das Gemälde von Juliette Pita zeigt die Situation auf Vanuatu als der Zyklon Pam 2015 über die Inseln zog. Foto: Juliette Pita/WGT

Frau Kirchner-Goetze, der Weltgebetstag kommt in diesem Jahr aus dem pazifischen Inselstaat Vanuatu. Welche Themen werden in den Fokus genommen?

Der Glaube hat für die Menschen in Vanuatu eine große Bedeutung. Etwa 83 Prozent von ihnen sind Christ*innen verschiedenster Denominationen. Außerdem sind sie tief mit der wunderbaren Natur ihrer Inseln verbunden. In ihrer Liturgie preisen die Frauen aus Vanuatu Gott für die Schönheit und den Reichtum der Schöpfung in ihrer Heimat. Gleichzeitig benennen sie sehr deutlich die Bedrohung ihres Paradieses durch den Klimawandel. Vanuatu gilt als das Land, das am stärksten von der Klimakrise betroffen ist. Es steht an erster Stelle des Weltrisikoindex in Bezug auf Gefährdung durch Naturkatastrophen. 

In den Mittelpunkt ihres Gottesdienstes haben die Frauen das Gleichnis vom Hausbau am Ende der Bergpredigt (Matthäus 7,24–27) gestellt. Das Bild vom Haus auf Sand gebaut, das in einer Sturmflut einstürzt, erinnert natürlich an Situationen nach einem Wirbelsturm auf Vanuatu, aber den Frauen ist etwas anderes wichtig: „Wer meine Worte hört und tut, gleicht einem Menschen, der sein Haus auf ein festes Fundament baut“, sagt Jesus.

Vertrauen auf Gott, Hören auf die Worte Jesu und Handeln in Verantwortung und Solidarität für die Menschen und die Schöpfung, das sind die Fundamente auf die die Frauen in Vanuatu bauen wollen.

Die Corona-Krise trifft besonders Frauen, die den Großteil der zusätzlichen Care-Arbeit leisten und wirtschaftlich wie sozial bedroht sind. Ist das auch ein Thema des WGT, der ja insbesondere von Frauen vorbereitet und durchgeführt wird?

Der Blick auf die Situation von Frauen und Mädchen und die Frage nach Geschlechter­gerechtigkeit in dem jeweiligen Partnerland ist wesentlich bei der Vorbereitung jeden Weltgebetstages. Laut Umfragen gehört Vanuatu zu den Ländern mit den glücklichsten Menschen und Reisende berichten, dass die meisten immer ein Lächeln auf den Lippen haben. Doch „für Frauen ist Vanuatu das schlimmste Land der Welt“, sagt eine Frauenaktivistin. Frauen leiden unter einer sehr traditionellen Rollenverteilung, auf ihnen liegt die Hauptlast der täglichen Haus- und Sorgearbeit und es gibt eine hohe Rate häuslicher Gewalt. Das deutsche WGT-Komitee unterstützt mit Kollektenmitteln das Netzwerk „Femlink Pacific“ das sich vielfältig für die Belange von Frauen einsetzt.

Ein Weltgebetstag ohne gemeinsame Gottesdienste vor Ort: Welche Ideen gibt es, um trotzdem gemeinsam zu beten?

Auf der Webseite des Weltgebetstages gibt es eine Fülle von Tipps und Ideen, die ständig ergänzt wird: offene Kirche mit stündlichen Gebeten, kleine Pakete für Gottesdienste zu Hause, ein Stationenlauf zu den Themen des WGT und vieles mehr. 

Eine Idee ist auch, die Gottesdiensthefte in der Gemeinde zu verteilen und zu einer bestimmten Uhrzeit am 5. März zum gemeinsamen Gebet zu Hause einzuladen. Die kosten­losen Spendentütchen aus dem Materialpaket könnten mit dem Gemeindebrief für März verteilt werden. Mit den Kollekten der Welt­gebetstagsgottesdienste werden weltweit Projekte gefördert, die Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Viele Frauen in den Partnerländern sind von der Corona-Krise existenziell viel stärker betroffen als wir, deshalb sind die Einnahmen durch die Kollekten so bedeutsam. Auch Onlinespenden sind möglich.

Die Werkstätten zur Vorbereitung des WGTs fanden in diesem Jahr nur eingeschränkt statt. 

Wichtig ist: Der WGT wird nicht abgesagt! Das Netzwerk bleibt bestehen. Frauen, die etwas vorbereiten wollen, sollten versuchen, sich online oder telefonisch abzusprechen und ihre Möglichkeiten, sich am 5. März in die weltweite Gebetskette einzureihen, vor Ort ausloten. Das kann je nach Gemeindesituation und Kapazität der Gruppe sehr unterschiedlich aussehen. 

Und das Thema Klimagerechtigkeit bleibt auf jeden Fall über den 5. März hinaus aktuell und wichtig. Der Weltgebetstag aus Vanuatu könnte für Gemeinden ein Anlass sein, ihren ökologischen Fußabdruck zum Beispiel in Bezug auf Plastikvermeidung zu überdenken.

Für Fragen zur Vorbereitung und Gestaltung des WGT steht Elke Kirchner-Goetze gerne zur Verfügung,

E-Mail: e.kirchner-goetze(at)akd-ekbo.de

Auf der Webseite des Weltgebetstags und bei der Frauenarbeit im AKD gibt es Anregungen und Hinweise:

www.weltgebetstag.de

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(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Gratwanderun:eigene Freiheit und Einsatz für andere Wolfgang Banse Nicht nur alles nehmen, sondern auch was geben, hier die Einführung eines Pflichtdienstes
Ich stimme Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier uneingeschränkt zu, was seine Anregung im Bezug auf die Einführung eines sozialen Pflichtdienstes betrifft., beiderlei Geschlechts.Unserre gesellschaft wird immer kälter, hier sollte entgegen gewirkt werden, was ein sozialer Pflichtdienst betrifft.Dem Ego entgegen wirken, für andere da sein, Menschen mit einem handicap, Kranke, Ältere, Obdachlose...Dieser soziale Pflichtdienst sollte mindestens ein halbes, längstens ein ganzes Jahr dauer. Die diensttuenten sollten eine monatliche finanzielle Pauschale dafür erhalten, in etwa 38O Euro, zusätzlich sollte die, der jenige krankenversichert, Rentenversichert sein."Wir Junge, geben euch der Gesellschaft etwas zurück, was wir empfangen haben".Vwerbände, Organisationen, Kirchen sollten der Anregung des Bundespräsidenten Steinmeier offen und aufgeschlossen gegenüber stehen, sowie die Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind.
2. Aktive Gewaltfreiheit Kees Nieuwerth Ausgezeichnet. bin ganz einverstanden!
3. Wir stehen zusammen Martin Wehlan Sehr geehrter Herr Bischof, Sie schreiben: "es geht ja nicht darum, 100 Millionen Menschen in Europa aufzunehmen." Aber bei welcher Zahl wollen Sie denn die Aufnahme in Europa stoppen ? Egal, welche Zahl dann genannt wird, man steht dann prinzipiell genauso vor demselben moralischen Dilemma wie jetzt. Was mich stört, sind die Vergleiche von afrikanischen Flüchtlingen mit ukrainischen. Wer in Afrika vor einem Krieg flieht, ist normalerweise in einem Nachbarland sicher. genauso ist es mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Ein Krieg in Afrika kann also eigentlich keine Fluchtursache nach Europa sein. Dennoch gibt es eine wesentliche Fluchturasche in Afrika - und das sind die nicht vorhandenen Lebenschancen für junge Menschen aufgrund der hohen Geburtenrate. Etwa 100 Millionen Afrikaner wollen deshalb in den nächsten 10 Jahren ihre Heimat Richtung Europa verlassen - fast alles junge Männer. Ehrlichkeit beim Thema "Geflüchtete" ist die Voraussetzung dafür, dass die Geflüchteten von den Menschen der Aufnahmeländer akzeptiert werden. Ein Allgemeines Verweisen auf "Flucht als solche" bzw. die Bibel wird von der schweigenden Mehrheit als Gesinnungs-Ethik erkannt und im Stillen nicht akzeptiert, trotz des moralischen Dauerfeuers.

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