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Wider die Zersplitterung des kirchlichen Lebens

Zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz gehören rund 1300 Kirchengemeinden, ein Dutzend trägt die Bezeichnung „Evangelische Gesamt­kirchengemeinde“. Am Beispiel von Forst/Lausitz lässt sich gut darstellen, was es damit auf sich hat. Welche Chancen können sich ergeben und mit welchen Risiken müssen die ­Beteiligten rechnen, wenn sich kleine Gemeinden zu „Gesamtkirchengemeinden“ verbinden?

Pfarrer Tobias Jachmann und Gemeindekirchenrat Jürgen Meissner vor dem Forster Kirchenbüro. Foto: Uli Schulte Döinghaus

Von Uli Schulte Döinghaus

Vor mehr als eineinhalb Jahren schlossen sich die Stadtkirchengemeinde Forst und die Sprengel der Kirchengemeinden Forst/Nord und Forst Noßdorf sowie die Kirchen­gemeinden Groß Bademeusel und Groß Schacksdorf zur Gesamtkirchengemeinde Forst/Lausitz zusammen und bilden nun eine einzige Kirchengemeinde. Unter ihrem Dach sind 2600 Gemeindeglieder versammelt, mithin jede achte Bürgerin und jeder achte Bürger in Forst und Umgebung. Die Gesamtkirchen­gemeinde erstreckt sich von Nord nach Süd über 20 Kilometer, von West nach Ost kaum weniger. Dazwischen sind es 14 Kirchengebäude, in denen regelmäßig Gottesdienste angeboten werden. 

Die Zahl dieser Kirchengebäude erzählt auch davon, dass die heutige Gesamtkirchengemeinde Region Forst im Laufe der Zeit aus vielen kleinen und kleinsten Einheiten verschmolzen ist. „Der Versuch, eine solche Struktur zu schaffen, ist gar nicht so neu“, sagt Jürgen Meissner. Wie kaum einer kennt der 77-Jährige sich aus: Der ehrenamtliche Lektor ist langjähriges Mitglied in kirchlichen und kommunalen Gremien in Forst. Kooperation zwischen den Dorf- und Stadtgemeinden sei immer an der Tagesordnung gewesen, sagt Meissner, letztlich sei nur knapp gescheitert, dass es schon Ende der 1990er Jahre zu einer Gesamtkirchen­gemeinde kommen konnte.

Am Ende geht es zu Lasten der Gesundheit

Anfang 2020 kam der Zusammenschluss zu einer Gesamtkirchengemeinde. In und um Forst war ein Pfarrer*innenmangel abzusehen, der zum Nachdenken über größere Strukturen geführt habe. Denn immer weniger Pfarrerinnen und Pfarrer sind bereit, Viertel- oder Achtelstellen in Teilzeit zu übernehmen, die in Klein- und Kleinstgemeinden nötig sind. Das gilt auch für andere hauptamtliche Jobs in der Kirche, etwa in der Kirchenmusik oder in der Sozialarbeit. Die starke Zersplitterung - hier 20 Prozent, da 50 Prozent - führt oft dazu, dass am Ende mehr gearbeitet wird. Das geht zu Lasten der eigenen Gesundheit, wovon viele Beispiele bei Pfarrpersonen und anderen Hauptamtlichen zeugen.

Aus den Überlegungen vieler Engagierter in Stadt und Dörfern entstand schließlich der Wille zu einem einheitlichen Dach der Gesamt­kirchengemeinde Forst, mit einem übersichtlichen und strukturierten Stellenplan. Er sieht unter anderem zwei ganze Pfarrstellen in Vollzeit vor. „Das hat meine Bewerbung leicht gemacht“, sagt Simon Klaas. Er und sein Kollege Tobias Jachmann sind seit dem 1. Januar 2021 Pfarrer im Entsendungsdienst – mit der Chance, nach zwei Jahren auf Dauer übernommen zu werden.

Klaas und Jachmann, beide 33 Jahre alt, berichten von den Vorteilen, welche die Leitung einer Gesamtkirchengemeinde mit sich bringt: „Wir haben es jetzt beispielsweise mit einem einzigen Gemeindekirchenrat zu tun, der entscheidet“, sagt Tobias Jachmann, „und nicht mit fünf oder sechs Gemeindekirchenräten, zu deren monatlichen Sitzungen wir präsent sein sollten.“ Monatliche Gottesdienstpläne sind jetzt einfacher aufzustellen, Jachmann und Klaas amtieren regelmäßig in einer der 14 Dorf­kirchen. Aber die Protestantinnen und Protestanten in der Region Forst können sich auch auf eine Reihe von ehrenamt­lichen Lektor*innen und Prädikant*­innen verlassen, die das geistliche Leben in den Dörfern organisieren.

Jeden Donnerstag ist irgendwo auf dem Land Sprechstunde, sei es in Bademeusel, Mulknitz, Noßdorf, Sacro, Schacksdorf oder Eulo. „Dass wir Pfarrer auf diese Weise vor Ort ansprechbar sind“, sagt Pfarrer Klaas, „wissen die Leute sehr zu schätzen. Sie fühlen sich etwas weniger abgehängt.“ Klaas und Jachmann haben es mit motivierten, fach- und ortskundigen Mitarbeitenden im Pfarrbüro zu tun und auch mit Ehrenamtlichen im geschäftsführenden Ausschuss des Gemeindekirchenrates. Aber auch die beiden Forster Pfarrer beschreiben das hohe Maß an Managementaufgaben in der Gemeinde­leitung, das mit der Leitung einer 2600-Seelen-Gesamtkirchengemeinde verbunden ist. Kommt die Seelsorge dann zu kurz? „Manchmal befürchte ich das“, sagt Pfarrer Jachmann, „wenn ich mal wieder viel zu lange im Auto unterwegs sein muss.“

In Planung: mobile Seelsorgestation

Er und Pfarrer Klaas wollen dennoch die geistliche Dimension in den evangelischen Dorf­gemeinschaften stärken und fördern, die Kirche noch mehr als bisher ins Dorf bringen. Es kann gut sein, dass demnächst eine Art mobile Seelsorgestation namens „Tabernacle“ von Dorf zu Dorf gezogen wird, untergebracht in einem hölzernen „Tiny House on Wheels“ –einem Winzmobil auf Rädern, das auf seine Weise dazu dienen soll, die Gesamtkirchen­gemeinde Forst/Lausitz zusammenzuhalten.

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1. Suchet der Stadt Bestes Wolfgang Banse Bevor man bei anderen sucht, sollte man zuerst auf den eigenen Teller schauen, im Bezug:"Suchet der Kirche Bestes". Es liegt viel im Argen, angefangen von der nicht praktizierten Inklusion in der Kirchenleitung, Fremdfinanzierung angebotener Leistungen, Kirchenbeamtentum,,,
2. Gut ist noch lange nichts Wolfgang Banse Gottesdienst ist Gottesdienst, so auch was den Gottesdienst in Aachen betrifft.Von Gottesdiensten und Andachten wird das Geschädigte, verlorene nicht unbeschädigt gemacht. Worten müssen taten folgen, nur das zählt, dies hilft den Menschen die zu Schaden gekommen sind.
3. Gelebte Inklusion in der Schule Wolfgang Banse Im großen und ganzen hinkt die EKBO. wie auch andere Gliedkirchen in der EKD der Inklusion hinterher.Die Frage stellt sich, warum sind die Evangelischen Kirchen nicht federführend was Inklusion, Rehabilitation,Integration betrifft?!

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