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„Wir lassen von uns hören!“

13.01.2021

Über die UKW-Radiofrequenz 90,6 ist seit wenigen Monaten der Kirchenfunk Jüterbog zu empfangen – ausgestrahlt von engagierten Mitgliedern der Kirchengemeinde St. Nikolai.

Von Uli Schulte Döinghaus

Eine kleine Weile hat es gebraucht, bis sich das neue Angebot herum­gesprochen hat. „Wir lassen von uns hören!“  war auf Litfaßsäulen in Jüterbog (Kirchenkreis Zossen-Fläming) zu lesen. Dort ging im Juli 2020 das Kirchenradio auf Sendung. Auf der Frequenz 90,6 gibt es für die Stadt und das nähere Umland rund um die Uhr Programm.

Fans in nah und fern

Neben den auffälligen Plakaten halfen Zeitungsberichte in den lokalen Medien und vor allem Mund-zu-Mund-Propaganda, um das Kirchenradio bekannt zu machen. „Ältere Menschen hören uns gerne zu; wir haben viele Stammhörer in Senioren- und Pflegeeinrichtungen“, erzählt Pfarrer Tilemann Wiarda von der Kirchengemeinde St. Nikolai in Jüterbog. „Ihnen fällt es leicht, die Frequenz 90,6 auf ihrem Empfänger zu finden und zu programmieren. Und sie freuen sich, auf diese Weise die Predigten ‚ihres‘ Pfarrers zu hören.“ Wem ein UKW- oder ein Autoradio zu altmodisch ist, der kann das Kirchenradio auch übers Internet empfangen. 

„Über das Internet hören uns auch Fans in Israel und in den Niederlanden zu“, freut sich die Theologiestudentin Christiane Zscherpel. „Und über die normale UKW-Radiofrequenz 90,6 erreichen wir Zuhörer in Jüterbog und Umgebung, die jetzt, in Pandemiezeiten, keine Gottesdienste oder Andachten in der Kirche besuchen können oder wollen“, ergänzt Pfarrer Wiarda. Die beiden gehören zu einem kleinen Team von engagierten Radiomachern. Sie stellen das Programm zusammen, übertragen Gottesdienste, lesen Psalmen und Gedanken vor, verbreiten Andachten über den Sender und singen Kirchenlieder unter der musikalischen Leitung von Kantor Peter-Michael Seifried. 

Für die Technik sorgen Experten der örtlichen Firma OS-VT Veranstaltungstechnik unter Leitung von Oliver Schulze. Sie sind Betreiber einer kleinen Sendes­tation, die hoch oben im Turm der Nikolaikirche eingerichtet ist und über eine Antenne ein Programm ausstrahlt, das potenziell von 12000 Menschen empfangen werden kann. Das Kirchenradio ist in Jüterbog und in den Dörfern Markendorf und Fröhnden, die zur Kirchengemeinde gehören, zu empfangen sowie in Kloster Zinna, Niedergörsdorf, Borsigdorf und Oehna, mit denen künftig ein Pfarrsprengel gebildet wird.

Rund um die Uhr werden die Programminhalte als Sendeschleife („Loop“) immer wieder ausgestrahlt. Erstaunlich zügig wurden die Sendelizenzen (mit Auflagen) für diesen sogenannten Veranstaltungsrundfunk durch die Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) und die Bundesnetzagentur genehmigt. Das war in diesem Sommer.

Neben dem kleinen Kernteam helfen auch andere Gemeindemitglieder mit; sie lesen nach und nach alle 150 Psalmen ein und sprechen ein paar persönliche Gedanken dazu Das Redaktionsteam bereitet es dann auf zur Ausstrahlung.

Wie geht die Finanzierung ab Februar weiter?

Wer als Konfirmandin oder Konfirmand mitmacht, kann das Punktekonto füllen – Punkte, die ansonsten etwa im Bereich Engagement mit dem Verteilen des Gemeindebriefes oder in der Mitarbeit im Verkündigungsdienst gesammelt werden. Neuerdings ist auch der Pfarrer der Nachbarkirchengemeinde Luckenwalde, Jonathan Steinker, immer mal wieder zu hören. Er hat mit anderen bereits die „Zahnputzandachten“ via Youtube ins Leben gerufen – kurze, aber intensive Gebete und Betrachtungen, die nicht länger dauern als ein paar Zahnputzminuten.

Die Finanzierung des klassischen UKW-Kirchenradios Jüterbog 90,6 (rund 50000 Euro) reicht zunächst noch ein paar Wochen, bis Ende Januar. Bis dahin wollen die Radiomacher rund um Pfarrer Wiarda neue Geldquellen erschließen, um mindestens bis zum Ende der Pandemie ein Programme über den Äther hörbar zu machen. In jedem Fall soll der Sendebetrieb über das Internet fortgesetzt werden. 

Zum Livestream:

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1. Das muss aufhören! von Mirna Funk Winfried Böttler Das muss aufhören. Zum Leitartikel von Mirna Fink (die Kirche 3/2021)a
Nun wissen wir Bescheid, Christen werden es nie kapieren, wie Juden sich fühlen. Warum maßen wir uns auch an, ihnen frohe Feste zu wünschen? Schade, dass der Leitartikel sich in billiger Polemik erschöpft. Wer soll da womit endlich aufhören? Sofort!? Für immer!?
Es ist leider schreckliche Wahrheit, dass die christlichen Kirchen durch den Antijudaismus, der ja nicht selten in Judenhass ausartete, große Mitverantwortung am Programm der Nazis zur Ausrottung des europäischen Judentums tragen. Das hat die Kirche erkannt und wiederholt öffentlich bekannt und es wird dennoch auf Dauer ihre Schuld bleiben. Es bleibt aber trotzdem wahr, dass Jesus ein Jude und die christliche Gemeinde am Anfang eine innerjüdische Gruppe war, die sich im Konflikt mit den jüdischen Autoritäten befand. Darin haben die judenkritischen Passagen in der Bibel ihren Ursprung.
Ich möchte schon darauf bestehen, dass Abraham und seine Verheißungen zu meinem Glauben dazu gehören, die Botschaft der Propheten auch mich angeht und ich jüdische Psalmen mitbeten darf. Dass die Autorin mich deswegen bei den Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern einordnet, gar in diesem Zusammenhang die üble Verleumdung erwähnt, wonach das Blut von geschändeten Kindern getrunken werde, finde ich geschmacklos und demagogisch.
Ja es ist wichtig und in Ordnung, dass die Einzigartigkeit und Andersartigkeit des Judentums betont werden. Bei meinen christlichen Glauben ist mir trotzdem wichtig, dass davon vieles in der jüdischen Überlieferung verwurzelt ist. Das zu bekennen werde ich nicht aufhören. Niemals.
Dankenswerterweise gibt es seit vielen Jahren den Versuch, im christlich-jüdischen Dialog das Gespräch miteinander zu suchen. Damit wird nicht die schreckliche Vergangenheit ausgelöscht, aber es macht Hoffnung für ein gutes Miteinander in der Gegenwart und für die Zukunft. Der Artikel erweckt jedoch den Anschein, als gäbe es diesen Dialog, bei dem sich beide Seiten um gegenseitiges Verstehen mühen, gar nicht.
Pfarrer i.R. Winfried Böttler,
Berlin-Steglitz
2. Das muss aufhören! Rolf Westermann Da hat sich Frau Funk aber ganz schön vergaloppiert:

1. „Was soll das sein, eine deutsche Jüdin? Sollte es nicht vielmehr „Deutsche jüdischen Glaubens“ heißen?“

Soweit, so gut; aber dann:

2.“ Und Juden sind im Gegensatz zu Christen so viel mehr als eine Religion. Weniger als die Hälfte der 15 Millionen Juden weltweit würde sich vermutlich als religiös bezeichnen.“


Na wat denn nu??????


3. Nutztier und Mitgeschöpf Wolfgang Banse Tiere sind auch Geschöpfe, besitzen eine würde, die sie auch erleben und erfahren sollten.Massentierhaltung und Käfighaltung sollte eine klare absage erteilt werden.Hin zu einer Bio dynamischen Landwirtschaft dies sollte zum tragen kommen

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