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Woche Eins: Die Stunde der Wahrheit – mein ökologischer Fußabdruck

27.02.2020

In den nächsten sieben Wochen werden Karola Kallweit und Vincent Pritsch sich im ­Klimafasten üben und davon in dieser Kolumne berichten. Los geht es mit „Eine Woche Zeit für den ökologischen Fußabdruck“.

Von Karola Kallweit

Den Anfang mache ich mit einer Selbsteinschätzung per Fragebogen. Je weniger Punkte, desto besser.

60 Punkte sind mein amtliches Endergebnis. Mein ökologischer Fußabdruck in Zahlen. Und um es vorweg  zu nehmen, das ist kein gutes Ergebnis. Schockiert mich das? Eher nicht.

In Deutschland verursacht ein Mensch im Durchschnitt elf Tonnen Klimagase im Jahr. Wohlgemerkt, das ist ein Durchschnittswert. Er setzt sich unter anderem zusammen aus Flugreisen, der Nutzung von Heizung und Auto, alles rund um elektronische Geräte und Alltägliches wie Lebensmittel und Kleidung.

Ich sitze also mit dem Verlobten im Wohnzimmer zusammen und mache den Test. Naja, die Energiesparlampen machten ein sehr kaltes Licht, deswegen hole er die nicht, sagt der Mann. Ich finde das Argument einleuchtend. Wer mag’s schon ungemütlich haben im Winter? Und im Sommer haben wir eh selten Lampen an.

Beim Thema Flugreisen kann ich punkten. Stolz mache ich mein Kreuzchen in der Gewinnersektion. Ich fliege selten. In den letzten drei Jahren einmal nach Mallorca und einmal nach Barcelona. Beim zweiten Reiseziel habe ich wirklich versucht, ein Bahnticket zu buchen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Flugticket zu buchen, dauert im Internet gerade einmal fünf Minuten. Versuchen  Sie das mal im europäischen Schienenverkehr. Preisauskünfte, Zugverbindungen … ich warte immer noch auf das Start-up, dass diesen Service in einem Onlinetool anbietet. Die Deutsche Bahn zumindest scheint kein ­Interesse zu haben.

Wir machen weiter und kommen zu dem Teil des Tests, in dem es um nachhaltiges Einkaufen und saisonale Lebensmittel geht. Wir finden, dass Verzicht und bewusstes Einkaufen oft an Privilegien geknüpft ist: Bildung, sozialer Status, finanzielle Möglichkeiten. Es ist diese Mischung, die man sehr häufig im deutschen Bürgertum, aber auch in der Studierendenszene antrifft, die sich besonders für diese Themen einsetzt. Ich tue mich schwer damit, einem ehemaligen Gastarbeiter das Fliegen zu verbieten, wenn er es sich endlich leisten kann.

Und wer schon mal im Bioladen oder im Unverpackt-Laden eingekauft hat, weiß, dass Qualität und Regionalität kostet. Für viele Menschen ist eben nur der Discounter bezahlbar. Auf dem Markt habe ich am Samstag 40 Euro für Fleisch, Gemüse, Brot und ein gutes Gewissen ausgegeben. Moderner Ablass, wie der Mann sagen würde. Sie merken schon, ich stehe dem Klimafasten eher kritisch gegenüber. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

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Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Er kommt, sieht und hört zu Wolfgang Banse Eine Einarbeitungsszeit wird jede/jeden Neue/ Neuen wird zu gestanden.Kommen, sehen. zu hören ist aber auf Dauer nicht angebracht. Pragmatismus ist gefragt. Suchet der Kirche und deren Glieder Bestes.
2. was meinen Sie damit? Dr. Gertrud Gumlich ich gebe Uli Frey vollkommen recht. Nur:
wie (wieder-)belebt man eine Friedensbewegung?
3. Obdachlose Wolfgang Banse Menschen ohne Obdach haben es schwer, jetzt besonders wo die Corona Pandemie ausgebrochen ist. Menschen ohne Obdach bedürfen der Hilfe, nicht nur während der kalten Jahreszeit.Leistungen die von den Kirchen erbracht werden im Bezug Versorgung von Obdachlosen sind überwiegend Fremdfinanzierungen, auch was die Lebensmittel betrifft, hier die Tafel. Aus eigenen Mitteln, hier Etat wird kaum etwas finanziert.

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