Zwei Würfel mit Wörtern
Foto: Imago/ Christian Ohde

Künstliche Intelligenz und digitale Seelsorge

Kassel/Köln. Wie steht es eigentlich um das Thema „Künstliche Intelligenz“ bei den Kirchen in Deutschland? Wo werden entsprechende Tools bereits genutzt, wo wäre es noch sinnvoll, welche klaren ethischen Grenzen sind aber auch zu beachten? Diese und weitere Fragen bilden einen Schwerpunkt der zweiten Durchführung der Studie „Digitalisierung im Raum der Kirchen“ (DiRK 2026).

Der Versicherer im Raum der Kirchen (VRK) führt sie seit dem 15. Januar wieder in Kooperation mit der privaten Hochschule Macromedia University Köln und weiteren Partnern durch. Erneut beteiligen sich viele Landeskirchen, Bistümer sowie karitativ-diakonische und andere kirchliche Einrichtungen und verbreiten den Befragungslink auch auf ihren Kanälen.

„Auch diesmal befragen wir wieder Kirchenmitglieder ebenso wie Mitarbeitende kirchlicher Einrichtungen“, erläutert VRK-Vorstand Jürgen Stobbe. Diese Doppelperspektive sei wichtig, um unterschiedliche Wahrnehmungen und Erwartungen abzugleichen. Einerseits werden deshalb Fragen aus der Vorläuferstudie von 2023 wiederholt, andererseits viele neue Elemente ergänzt – vor allem zu Themen wie Künstliche Intelligenz, digitale Seelsorge oder Podcasts und Apps. „Ziel ist es, das breite Bild zu diesen Themen im Raum der Kirchen zu aktualisieren und zu vertiefen.“

Professor Holger Sievert von der Macromedia University ist wissenschaftlicher Studienleiter. Er ergänzt: „Die Grundmethodik haben wir auch diesmal beibehalten. Die Fragen orientieren sich also größtenteils an früheren Studien unterschiedlicher Provenienz, um Vergleiche zu ermöglichen.“ Einige Befragungselemente seien jedoch komplett neu entwickelt worden, da entsprechende Vorerhebungen nicht vorlagen.

Auch Süchte werden untersucht

„Besonders wichtig war es uns, diesmal auch potenziell kritische Themen wie Suchtentwicklungen bezogen auf Social Media, Nutzung von Shadow IT bei KI-Tools oder die geografische wie religiöse Verortung von christlichen Influencern zu erfassen“, so Holger Sievert.

An der Vorgängerstudie DiRK 2023 hatten über 5000 vor allem evangelische und katholische Befragte teilgenommen. Das machte sie zur bisher umfangreichsten Studie in diesem Feld. Als ein Ergebnis zeigten sich damals Kirchenmitglieder deutlich digitaler als die Gesamtbevölkerung, so der VRK. Kirchenmitarbeitende entsprachen in ihrem Digitalverhalten in etwa dem Bevölkerungsdurchschnitt. Kirchliche Institutionen hingegen hinkten bei vielen Digitalthemen gegenüber Unternehmen etwa zehn Jahre hinterher. Die Studienergebnisse erfuhren viel Beachtung: Neben zahlreichen Fachzeitschriftenbeiträgen und vielen Vorträgen in Kirche und Diakonie gab es unter anderem Vorträge auf internationalen Konferenzen.

Die Befragung ist ab dem 15. Januar unter www.vrk.de/dirk erreichbar; deutschsprachige Kirchenmitglieder und -mitarbeitende aller Konfessionen sind zur Teilnahme eingeladen.

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