Menschen schauen von einer Terrasse an einem Haus
Terrasse am Freizeitheim Groß Bademeusel Foto: Susanne Atzenroth

Entspannen auf der Dachterrasse in Groß Bademeusel

Rundum erneuert und doch vertraut: Das Freizeithaus Groß Bademeusel startet nach dem Umbau in eine neue Etappe.

von Susanne Atzenroth

    Forst. Bequeme Outdoorsofas stehen auf der Dachterrasse, Lampions werfen warmes Licht. Über dem neuen Holzanbau des Wintergartens ist ein Sitzplatz zum Verweilen und Plaudern entstanden. Von hier geht der Blick weit über die Niederungen der Neiße, die nur wenige hundert Meter hinter dem Grundstück des Freizeithauses Groß-Bademeusel, das in dem gleichnamigen Ortsteil von Forst liegt, fließt. Im großzügigen Garten lassen schattige Bäume, Grünflächen, Spielgeräte, Bänke und eine Feuerstelle kaum Wünsche für Spiel und Spaß offen. Die Mitglieder des Kreiskirchenrates des Kirchenkreises Cottbus genießen die Sicht von hier oben und freuen sich über den gerade abgeschlossenen Umbau. Sie haben ihre Sitzung heute hierher verlegt, um sich das Resultat der einjährigen Bautätigkeit bei einem Rundgang anzuschauen.

    Acht Zimmer, 35 Betten

    Nicht nur der alte, ungedämmte Anbau wurde komplett erneuert und durch einen luftigen, hellen Wintergarten ersetzt; auch Zimmer, Aufenthaltsräume, Küche und Sanitärbereiche sind samt Möblierung neu entstanden. Hier gibt es nun 35 Betten, verteilt auf acht Mehrbettzimmer. Schon seit vielen Jahren wird es für Rüstzeiten von kirchlichen und privaten Gruppen genutzt. Die Mitglieder des Kreiskirchenrates staunen über die Veränderung und erinnern sich an eigene Aufenthalte: „Wir waren zu Jugendrüstzeiten immer gerne hier“, sagt Birgit Brose.

    Auf Niveau von modernen Häusern

    Jana Drews, Öffentlichkeitsmitarbeiterin des Kirchenkreises und seit 2025 Hausleiterin, hat den Umbau von Anfang an begleitet. Sie macht auf neue Details aufmerksam: So haben die Bettkojen jetzt Leselampen samt Handyladestation. Die Sanitärräume sind mit schließbaren Duschen ausgestattet. „Es kommen ja nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsenengruppen. Wir möchten für beide eine zeitgemäße Ausstattung anbieten.“ Dass das gelungen ist, findet auch KKR-Mitglied André Kossak: „Von der Ausstattung kann das Freizeithaus mit jeder modernen Jugendherberge mithalten.“

    Architekten kommen aus der Region

    Rückblicke auf das Baugeschehen gab Bauplaner Klaas Fiedler vom Architekturbüro Fiedler & Peter aus Cottbus. Er machte auf den warmen Holzfußboden und die große Durchreiche zur Küche aufmerksam, die behutsam aufgearbeitet wurden und den Charakter des traditionellen Hauses bewahren. Eine Herausforderung sei das Obergeschoss gewesen, das wegen unvorhersehbarer statischer Schwierigkeiten neu abgesichert werden musste. Rund eine Million Euro wird die EU-geförderte Neugestaltung des Freizeithauses am Ende gekostet haben. In einer vorangegangenen Maßnahme erhielt das Haus bereits Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage. „Durch die veraltete Ausstattung konnten wir allerdings die Preise nicht erhöhen“, so Hausleiterin Jana Drews. Diese sind jetzt angepasst, und das Haus soll künftig kostendeckend arbeiten.

    Bundesweite Buchungsanfragen

    Geworben wird deutschlandweit und die Buchungsanfragen nehmen stetig zu. Während in der Woche meist Schulklassen und Gruppen zu Gast seien, kämen am Wochenende häufig Familien zu Treffen zusammen. „An den langen Wochenenden wie Himmelfahrt und Pfingsten sind wir bis 2029 ausgebucht“, freut sich die Hausleiterin. Auch barrierefreie Zimmer mit entsprechendem Zugang und Sanitärbereich gibt es. Vermietet wird jeweils nur das ganze Haus – für Selbstversorger oder mit Verpflegung.

    Vom Pfarrhaus zum Rüstzeitheim

    Das Freizeithaus steht gegenüber der Groß-Bademeuseler Kirche. Ursprünglich war es das Pfarrhaus des Ortes, sagt Superintendent Georg Thimme. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Haus mit so viel Tradition nun in neuer Fassung am Leben erhalten können. Es ist ein idealer Ort, um Arbeit, Begegnung und Naturerlebnis zu verbinden. Ich bin überzeugt, die Gästegruppen werden sich hier sehr wohlfühlen.“

    Das Freizeithaus liegt am Radfernweg Oder-Neiße.

    Susanne Atzenroth ist Journalistin und entdeckt die Landeskirche in Ihrer Sommertour

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