Blauer Aufkleber mit einer weißen Taube
Symbolfoto: IMAGO / Willi Schewski

Irankrieg und Lage Palästinas: Kirchen müssen Stimme erheben

Ein gemeinsamer Appell kirchlich engagierter Persönlichkeiten mahnt eine klare Haltung der Kirchen zu den Konflikten im Nahen Osten an. Kritisiert wird insbesondere das „beredte Schweigen“ zum Irankrieg und zur sich zuspitzenden Lage in den palästinensischen Gebieten.

Berlin. Mehrere kirchlich engagierte Persönlichkeiten haben mit ­einem gemeinsamen Appell zu ­einer klaren Stellungnahme der Kirchen gegen den Irankrieg und die Situation in den palästinensischen Gebieten aufgerufen. Zu den Unterzeichnenden des Appells mit dem Titel „Nicht wieder Schweigen. Eine Bitte an unsere Kirchen in Zeiten von Kriegen“ gehören Almuth Berger, Joachim Garstecki, Heiko Lietz, Ruth Misselwitz, Hans Misselwitz, Elisabeth Raiser, Konrad Raiser, Gudrun Rein, Gerhard Rein sowie Andreas ­Zumach.

Die Unterzeichnenden kritisieren insbesondere das aus ihrer Sicht „beredte Schweigen“ in Politik und Kirchen angesichts des Krieges im Iran und „seinen schwer ab­sehbaren Folgen weit über die ­Region hinaus“. Der militärische Angriff Israels und der USA auf den Iran verstoße gegen die Regeln
der internationalen Ordnung und ­könne weder als humanitäre Intervention noch als legitime Selbst­verteidigung gelten. Zugleich warnen sie vor einer weiteren Eskalation durch mögliche Vergeltungsschläge.

Israel macht Zwei-Staaten-Lösung unmöglich

Sorge äußern die Verfasserinnen und Verfasser zudem über die Lage in den palästinensischen Gebieten. Dort verschärfe sich die Situation weiter. Israel mache eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich. Auf ­diese Zusammenhänge weise der Ökumenische Rat der Kirchen mit einer Kampagne hin, heißt es in dem Brief. Es sei ihr Ziel, über die Mitgliedskirchen die Regierungen der jeweiligen Staaten aufzu­fordern, Israel für die anhaltenden Verstöße gegen das Völkerrecht zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Appell endet mit Worten eines Aufrufs des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen vom Juni 2025: Die Kirchen sollen sich deutlich für Gerechtigkeit, Menschenrechte und die Einhaltung ­internationalen Rechts einzusetzen und angesichts des Leids in der Region nicht
schweigen. red

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