Im Malchower Labyrinthpark in der Uckermark laden acht begehbare Labyrinthe rund um eine historische Dorfkirche zum Suchen, Entdecken und Innehalten ein.
Von Hannes Langbein
Malchow. Es ist weniger einfach, als man denkt: der Weg von der Peripherie zur Mitte, wo ein Ausblick lockt und ein Überblick über die gegangenen Wege. Die ersten Schritte scheinen noch einfach. Doch nach der fünften Sackgasse stellt sich die Frage: Wie komme ich weiter? Und wie finde ich wieder heraus?
Im Malchower Labyrinthpark nördlich von Prenzlau in der Uckermark lässt sich das Suchen und Finden von Wegen trainieren. Ganze acht verschiedene Großraumlabyrinthe haben die Macher des Parks, inspiriert durch das berühmte Labyrinth von Chartres, rund um die gut sanierte Feldsteinkirche mit dem roten Taufengel aus dem 13. Jahrhundert angelegt: Rasenlabyrinthe, Steinlabyrinthe, Sandlabyrinthe, Strohlabyrinthe, Holzlabyrinthe… – im größten „Irrgarten“ wird es auch für Profis unübersichtlich. Für Kinder gibt es Spiele und für die Großen Kaffee und selbst gebackenen Kuchen.
Carl Büchsels Vermächtnis lebt weiter
Das Labyrinth gehört zur Gesamtkirchengemeinde Schönfeld. Dort sorgt seit vielen Jahren eine engagierte Stiftung, die Carl Büchsel Stiftung, nicht nur für den Unterhalt einer Pfarrstelle, sondern auch für kulturelles Leben: Kunstausstellungen, ein Musikpreis („Internationaler Malchower Kirchenpreis“), Begegnungstagungen initiiert und fördert die kleine Stiftung, die ihren Namen dem einstigen Pfarrer von Schönfeld, Carl Büchsel verdankt.
Büchsel war Mitte des 19. Jahrhunderts Pfarrer der Gemeinde, bevor er als Superintendent ins nahegelegene Brüssow ging und 1846 als erster Pfarrer der St. Matthäus-Kirche nach Berlin – heute die Kulturkirche der EKBO im Kulturforum Berlin. Gemeindeaufbau war seine Passion: Als Pfarrer, Generalsuperintendent und Leiter der Gossner Mission hat er bis heute Spuren hinterlassen. Diese Spuren führt die Carl Büchsel Stiftung heute fort – nicht zuletzt mit dem Malchower Labyrinthpark. Auf Umwegen zum Ziel!
Der Malchower Labyrinthpark ist von Mai bis September Donnerstag bis Sonntag 10–18 Uhr geöffnet, im
Oktober Donnerstag bis Sonntag von 10–17 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Hannes Langbein ist Pfarrer und Direktor der Kulturstiftung St. Matthäus der EKBO.



