beschriftete Holzbretter lehnen an einer Wand
Teilobjekt der Ausstellung "Pilgrims Progress" Foto: Matthias Beckmann

Ausstellung „Pilgrim’s Progress“ in Lehnin

von Hannes Langbein

Lehnin. „The Pilgrim’s Progress from This World to That Which Is to Come“ (Die Pilgerreise von dieser in die kommende Welt) heißt eines der berühmtesten Erbauungsbücher der englischsprachigen christlichen Literatur aus dem 17. Jahrhundert.

Ursprung Baptistenprediger John Bunyan

Es berichtet von den verschlungenen Wegen der Suche nach dem Himmelreich. Baptistenprediger John Bunyan verfasste es während eines 12-jährigen Gefängnisaufenthalts, zu dem er wegen seiner Predigttätigkeit außerhalb der anglikanischen Kirche verurteilt worden war. Sein Buch wurde in 200 Sprachen übersetzt und zur Inspiration für die Gattung des „Bildungsromans“.

12 Künster:innen setzten sich mit dem Thema auseinander

In der Galerie am Klostersee unweit des Klosters Lehnin erfährt es nun eine neue Lesart: 12 Künstler*innen – Matthias Beckmann, Serena Ferrario, Jana Gunstheimer, Peter Hock, Friederike Jäger, Maria Korporal, Pauline Kraneis, Petra Lottje, Jochen Schneider, Nadja Schöllhammer, Klaudia Stoll und Peter Torp – haben sich im Rahmen der Ausstellung „The Pilgrim’s Progress. Wundersame Wege der Zeichnung“ mit dem berühmten Erbauungsbuch auseinandergesetzt – und sich auf die verschlungenen Pfade der Zeichnung begeben.

Die künsterlische Reise als Pilgern

So wie die Zeichnung die Spur des Wegs offenlegt, den die Hand mit dem Stift oder einem anderen Werkzeug auf der Zeichenfläche zurücklegt, so gleicht auch der künstlerische Prozess – wie eine Pilgerreise – einer Reise, die unerwartete Ereignisse und Hindernisse bereithält und deren Ausgang bis zum Ende ungewiss ist. Die Künstlerinnen und Künstler illustrieren nicht, sondern folgen den Dynamiken des inneren Weges.

Zwei Pilgerwege treffen in Lehnin aufeinander

Die Ausstellung passt denkbar gut an den Klostersee. Denn hier treffen gleich zwei Pilgerwege zusammen: der Europäische Jakobsweg und der „Bernhardspfad“, einem nach Bernhard von Clairvaux benannten regionalen Pilgerrundweg (35 km) rund um Kloster Lehnin, der das ehemalige Zisterzienserkloster mit Kirchen und spirituellen Orten der Umgebung verbindet.

Kunstpilgerreise lohnt sich

Kunstpilgern lässt sich auch: Denn die Galerie am Klostersee gehört zum Lehniner Institut für Kunst und Kultur, das seit 1991 auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks direkt am Klostersee Galerie, Kunsthalle, Werkstätten, Ufercafé und einen Skulpturenpark miteinander verbindet. Ein besonderer Ort. Die Kunstpilgerreise lohnt sich!

Die Ausstellung ist bis zum 29. August von Freitag bis Sonntag von 12-18 Uhr zu sehen, sowie nach Vereinbarung. Kontaktdaten: www.galerie-am-klostersee.de

Pfarrer Hannes Langbein ist Kulturbeauftragter der EKBO und berichtet in der Sommerreihe „kultour“ über Ausstellungen und Veranstaltungen in Brandenburg

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