„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ (Johannes 14,27)
von Kristóf Bálint
Leserbrief zu Beitrag in Ausgabe 36/26 Seite 13: Auf Predigt verzichten
Die Realität auf unserer Welt kann mir die Sprache verschlagen. So viel Ungerechtigkeit, so viel Gewalt und Niedertracht zwischen Menschen ist kaum auszuhalten. Dagegen muss es Widerspruch geben, ein Ruf zur Vernunft und zur Beendigung der Kriege. Stille als Provokation, denkbar. Stille als Protest, ja. Ohrenbetörendes Schweigen, das dem Frieden den Weg bahnt, vorstellbarer Weg. Die Aktion und der Aufruf von Andreas Domke, Pfarrer in Zehdenick, setzt ein Zeichen. Gemeinsam Bibelworte hören, dazu schweigen und dann zu ihnen ins Gespräch kommen. Eine durchaus gangbare Weise evangelischer (Weg)Gemeinschaft. So weit, so evangelisch.
Was mir nicht einleuchtet ist das Wort „Streik“, das aus dem Englischen stammt und „die Arbeit einstellen“ (strike) bedeutet. Das ist exakt das Gegenteil dessen, was Andreas Domke will. Ihm geht es doch um Arbeit am Wort G’TTes, um Austausch und Zeichensetzung. All das ist Arbeit, ist Bemühen, ist Ringen um die Wahrheit und den Weg des Friedens. Dafür hätte ich mir einen anderen Begriff als diesen gewünscht, der dem berechtigten Anliegen eher schadet als nützt. Auch wenn er viel Aufmerksamkeit erheischt und schafft. Womöglich für uns alle ein Hinweis darauf, dass wir uns mehr um Klarheit in den Begriffen bemühen und keinesfalls die Arbeit für den Frieden und am Wort G’TTes einstellen. Mit engagierten Predigten, mit Gesprächsrunden und zuweilen auch mit Schweigen.



