Anders leben – wir sind dabei!

Anders leben – wir sind dabei!

Foto: epd

Rund eine Million ­Menschen werden 2017 bei der Parade des ­Christopher Street Day (CSD) in ­Berlin für die Rechte von Schwulen, ­Lesben, Transsexuellen und Transgendern, Inter- und Bisexuellen auf die Straße gehen. Erstmals beteiligt sich die Evangelische ­Kirche in Berlin mit ­einem eigenen Wagen. Mit welcher Botschaft?

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Kirche bestürzt über Verhaftung

Berlin, 19. Juli 2017 - Mit Bestürzung hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz die Verhaftung von Peter Steudtner zur Kenntnis genommen, der am 2. Juli 2017 in der Türkei mit neun weiteren Personen seiner Freiheit beraubt wurde, als er einen Workshop mit dem Schweden Ali Gharawi für die niederländische Entwicklungsorganisation HIVOS zu IT-Management und dem gewaltfreien Umgang mit Konflikten leitete.

Propst Dr. Christian Stäblein: „Peter Steudtner gehört zu unserer Kirche. Für unverbrüchliche Menschenrechte und die gleiche Würde jeder Person einzutreten, ist untrennbar mit dem christlichen Menschenbild verbunden. Die Inhaftierung der Menschenrechtsaktivisten in der Türkei ist erschreckend, Demokratie und Menschenrechte müssen überall in Europa gelten. Wir sind entsetzt über die Verhaftung von Peter Steudtner. Unser Mitgefühl ist bei ihm und seiner Familie. Wir schließen Peter Steudtner und seine Familie in unsere Fürbittgebete ein und fordern zugleich – wie auch der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, gemeinsam mit der Bundesregierung und vielen anderen - die Freilassung von Peter Steudtner und der anderen mit ihm inhaftierten Menschenrechtler.“

Bischof Dr. Markus Dröge hat aus seinem Urlaub heraus einen Brief an den türkischen Botschafter in Berlin geschrieben, in dem er seine Sorge und Unverständnis über die Verhaftung wegen des Vorwurfs der Terrorunterstützung deutlich macht: “Herr Peter Steudtner hat nicht nur einen einwandfreien Leumund, er hat sich vielmehr über viele Jahre für Gewaltfreiheit in jeder Art der Konfliktbearbeitung eingesetzt. Er ist in kirchlichen wie säkularen Kreisen für dieses Engagement bekannt und geschätzt. In seiner Arbeit gab es insbesondere immer wieder intensive Berührungspunkte mit der Friedensarbeit der evangelischen Kirchen. Für uns ist es daher gänzlich unvorstellbar, dass Herr Steudtner nun – und sei es auch noch so vage – irgendeiner Form von Terrorismus Vorschub leisten oder gar aktive Unterstützung zuteil werden lassen könnte. Dieser Gedanke ist geradezu absurd.” Bischof Dröge bittet den türkischen Botschafter, sich für die sofortige Freilassung einzusetzen: “Wir sind überzeugt, dass sich die Vorwürfe bei genauer Prüfung als völlig haltlos erweisen. Eine Untersuchtungshaft erscheint uns daher aus menschenrechtlicher Perspektive unverhältnismäßig und unverantwortlich. Wir bitten Sie darum, sich für eine sofortiges Freilassung von Peter Steudtner und für eine schnelle, genaue und vorurteilsfreie Prüfung des Falles einzusetzen.”

 

Weitere Meldungen

An die Oderflut vor 20 Jahren erinnert

An die Oderflut vor 20 Jahren erinnert

In Brandenburg ist am Samstag, 15. Juli, an die Oderflut vor 20 Jahren erinnert worden. Bei einem Gottesdienst im Gemeindezentrum in Ziltendorf erinnerte Propst Christian Stäblein an die bundesweite Hilfsbereitschaft und gedachte der Opfer des Hochwassers. Am 23. Juli 1997 war bei Brieskow-Finkenheerd der erste Deich in Brandenburg gebrochen. „Auch die beiden Ziltendorfer Ortsteile Aurith und die Ernst-Thälmann-Siedlung waren damals stark betroffen“, sagt Pfarrer Mathias Wohlfahrt. Um dort der Oderflut zu gedenken, lädt die Kirchengemeinde am 23. Juli zu zwei Gottesdiensten ein: um 9 Uhr in Wiesenau und um 10.30 Uhr in Brieskow-Finkenheerd.
Text: dk, Foto: Rebecca Labus

"Kinder aus Regenbogenfamilien entwickeln sich genauso gut"

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Für die Entwicklungschancen von Kindern spielt es keine Rolle, ob ihre Eltern eine gleichgeschlechtliche Beziehung leben oder nicht, sagt die Soziologin Andrea Buschner. Sie forscht beim Staatsinstitut für Familienforschung der Uni Bamberg zu verschiedenen Familienformen und hat an der deutschlandweit einzigen Studie zum Aufwachsen in Regenbogenfamilien mitgearbeitet. "Sie entwickeln sich genauso gut, denn es kommt auf die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung an und nicht auf die sexuelle Orientierung der Eltern."
Text und Foto: epd

Kalligraphie-Ausstellung weiter online

Kalligraphie-Ausstellung weiter online

Über 9000 Besucher haben die interreligiöse Kalligraphie-Ausstellung in der St. Thomas-Kirche in Berlin-Kreuzberg besucht. Zum Abschlussfest kamen noch einmal 300 Gäste. „Einander sehen“ war der Titel der Ausstellung. Gezeigt wurden Kalligraphien aus Tora, Neuem Testament und Koran. Das vielfältige Begleitprogramm verantworteten jüdische, christliche und muslimische Partner. Infos: www.einandersehen.de
Text: dk, Foto: Berliner Missionswerk/Henrik Weinhold

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Aktuelle Ausgabe: 30/2017

Artikel

Margot Käßmanns Sommerkolumne aus Wittenberg

Margot Käßmanns Sommerkolumne aus Wittenberg

Post aus Wittenberg von von Margot Käßmann

Meine Freundin war völlig überrascht, als ich sie einlud, mitzukommen zur Weltausstellung Reformation: Der ICE vom Berliner Hauptbahnhof braucht nach Lutherstadt Wittenberg nur 40 Minuten und fährt jede Stunde! Da gibt es in diesem Reformationssommer so viel zu entdecken, gerade auch mit Blick auf Kultur. 

Zuerst findet sich auf dem Weg vom Bahnhof in die Innenstadt das Panorama von Yadegar Asisi. Auf anrührende Weise hat der Künstler ein Rundbild von Wittenberg im Jahr 1517 geschaffen, auf dem Luther viermal zu sehen ist. In 20 Minuten erleben wir die Stadt mit ihren Geräuschen und Szenen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Ich war schon fünfmal dort und werde bestimmt noch mehrfach hingehen.

„Luther und die Avantgarde“ heißt eine Ausstellung im ehemaligen Gefängnis von Wittenberg. Da gibt es Installationen, Gemälde, Skulpturen, die sich mit dem Reformator und dem Thema Freiheit auseinandersetzen. Vieles fasziniert mich. Im dritten Stock des Gefängnisses gibt es eine Lutherskulptur des Künstlers Markus Lüpertz. Luther ist einarmig, sehr bunt und beobachtet das ganze Stockwerk. Ein Hinweis darauf, dass er selbst Mängel hatte und gleichzeitig von vielen für vieles benutzt wurde? Diese Ausstellung verlasse ich ­immer wieder mit neuen Denkanstößen.

Im Lutherhaus selbst ist die nationale Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ zu sehen. Mich beeindruckt, wie unterschiedliche Menschen von Luther beeinflusst waren, Astrid Lindgren etwa oder auch Karl May. In einem Rundgang ist das alles kaum zu erfassen und ich blättere derzeit abends oft und gern im Katalog.

Schließlich sind die Konzerte eine Attraktion, auch Wittenbergerinnen und Wittenberger kommen sehr gern. Am 27. Juli abends, am Tag, wenn diese Ausgabe der Kirchenzeitung erscheint, kommt Konstantin Wecker auf die Wiese hinter der Schlosskirche. Er wird Friedenslieder singen und ich werde dazu Texte von Pazifistinnen und Pazifisten lesen. Am 30. Juli kommen Silly, die Deutsch-Rocker mit Sängerin Anna Loos. Judy Bailey ist am 10. August da. Einen Tag später spielen die Prinzen in Originalbesetzung. Ich freu mich drauf. Sie sind herzlich eingeladen!<

Tagesticket: 19 Euro (inkl. Asisi Panorama, Riesenrad, Ausstellungen, Konzerte), weitere Informationen unter: https://r2017.org/

 

Vom Teufel gezeugt?

Vom Teufel gezeugt?

Marienkäfer Birgit mit Mutter. Faschingsfeier für behinderte Kinder und Jugendliche des Vereins „Eltern helfen Eltern Berlin-Brandenburg“ in der Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien in Berlin (Aufnahme von 2012). Foto: epd

Sie seien Geschöpfe, die dem Teufel zuzurechnen sind. Gar von ihm gezeugt wurden. Dieses Bild hatte und vermittelte Martin Luther von Menschen mit Behinderung. Dem Fürsten von Anhalt soll er sogar geraten haben, ein behindertes Kind zu ertränken. Wurzelt diese Einstellung im Aberglauben des Mittelalters? Und wie wird das Thema Behinderung eigentlich in der Bibel behandelt? Mit diesen Fragen setzt sich Jeanne Nicklas-Faust, Bundesvorsitzende von „Lebenshilfe e.V.“ auseinander.

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Wem gehört die Welt?

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Die Klasse 2 der Evangelischen Grundschule Rauen zeigt ihre Collage „Flucht nach Ägypten“. Im Hintergrund leuchtet das Porträt Luthers, angefertigt von 200 Schülern des Johanniter-Gymnasiums Johanniter Wriezen. Foto: Andrea von Fournier

Im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Suchet, so werdet ihr finden – Wie geht das Leben?“ beschäftigten sich über 500 Schüler mit der Heiligen Schrift. Mit Fragen wie „Wem gehört die Welt?“ und „Wer möchte ich sein?“ prüften sie die Bibel auf ihre Alltagstauglichkeit. Heraus kam von Collagen über Spiele bis hin zu Gedichten alles, was der kreative Kopf zu bieten hat. Das Abschlussfest mit Siegerehrung und Ausstellung der Ergebnisse fand im Dom St. Marien in Fürstenwalde statt. Andrea von Fournier war dabei. 

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Glaube hat mit Aufbruch zu tun

Glaube hat mit Aufbruch zu tun

Foto: epd

Am 23. Juli ist Weltpilgertag. Ein wenig früher, nämlich zwischen Johannistag, dem Fest der Geburt des Täufers Johannes, und dem Fest Peter und Paul wandern jedes Jahr Menschen auf dem Deutsch-Polnischen Ökumenischen Pilgerweg zwischen Magdeburg und Gnesen. Um Völker und Konfessionen zu verbinden. Ein Artikle von Gunnar Lammert-Türk.

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Die Experten in den Schulen

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Foto: privat

Die Ferien beginnen, auch für die Religionslehrer in Berlin und Brandenburg – die Religionsexperten in Schulen und Gemeinden. Einige von ihnen haben an der Evangelischen Hochschule Berlin Religions- oder Gemeindepädagogik studiert. Andrea von Fournier sprach mit fünf Frauen aus Berlin und Brandenburg darüber, welche Möglichkeiten das Studium für sie geboten hat, über ihre Motivation, beruflich im Bereich der Religions- und Gemeindepädagogik zu arbeiten und was sie in den ­Sommerferien erwartet.

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