Mit Besen und Müllsäcken setzen sich junge Menschen verschiedener Religionen in Berlin-Kreuzberg für ihren Kiez ein. Die Aktion „Kehring for each other“ des Berliner Forums der Religion verbindet Umweltschutz mit interreligiösem Austausch.
Von Marina Mai
Berlin. Gut zwei Stunden, die das Junge Forum des Berliner Forums der Religion am 9. September nutzen wollte, um etwas für seinen Kiez in Berlin-Kreuzberg zu tun. „Kehring for each other“ nannten sie den Abend, an dem Engagierte rund um den Oranienplatz sauber machten.
Gemeinsam für einen sauberen Kiez
„Es sollte etwas Niedrigschwelliges sein“, sagt Bri Schröder, die beim Jungen Forum arbeitet und die Aktion organisierte. „Der öffentliche Raum geht uns alle an, hier können wir gemeinsam anpacken, einander begegnen, miteinander reden und Verantwortung für unseren Kiez übernehmen.“ Am Ende waren Papier, Steine, Tüten, Spritzen und Kippen von Grünflächen und Gehwegen in mehrere Müllsäcke gewandert, die die Berliner Stadtreinigung (BSR) abholt. Danach hatten sich die acht Frauen und Männer, die unterschiedlichen Religionen angehören, kennengelernt und ausgetauscht. Das setzten sie im Anschluss beim gemeinsamen Essen fort.
So kurz nach der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September war natürlich der Rechtsruck in der Gesellschaft ein Thema, das alle besorgte. Bri Schröder: „Unsere Gesellschaft ist vielfältig. Man kann gemeinsam etwas bewegen. Wir sollten uns nicht gegeneinander ausspielen lassen.“ Demokratie, so Bri Schröder, fange vor der Haustür an.
Interreligiöses Miteinander in Berlin
Das Junge Forum der Religionen gestaltet mit Berlinerinnen und Berlinern im Alter von 18 bis 30 Jahren das interreligiöse und solidarische Miteinander der Stadt und entwickelt es weiter. Es erreicht Menschen christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens sowie solche, die auf der Suche nach der für sie passenden Religion sind.



