Kürzlich besuchten Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf die Justizvollzugsanstalt Düppel. Roger Töpelmann schreibt über die Gefängnisseelsorge als einen zentralen Auftrag der Kirche und über den Umgang mit Gefangenen aus biblischer Persprektive.
Von Roger Töpelmann
Die Pfarrerinnen und Pfarrer im Berliner Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf beließen es kürzlich nicht nur beim Denken an Gefangene. Sie besuchten den Offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt Düppel. 884 Haftplätze für Männer zählt man dort, betreut von 205 Bediensteten. Ob es sich um den Ku’damm-Raser handelt, der einen Menschen tötete, oder andere Delikte – die Seelsorge der Kirchen spielt hier eine wichtige Rolle: Begleitung über Jahre hin sowie das Aufrechterhalten einer Orientierung nach außen.
„Als wäret ihr mit ihnen gefesselt“
Schon die ersten Christen kümmerten sich um Gefangene. Das geht neben dem Hebräerbrief auch aus dem Matthäusevangelium hervor (25,36). Die Gefängnisse im Römischen Reich waren staatlich geordnet, mit Kerkern in den Residenzen der Provinzstatthalter. Paulus wurde in Rom als Untersuchungsgefangener nur unter Hausarrest gestellt, er durfte auch Besuch empfangen. Im Hebräerbrief sind nun aber harte Verhältnisse genannt: In der Bibelübersetzung von Klaus Berger steht: „Als wäret ihr mit ihnen gefesselt“. Einige Verse weiter heißt es: Denn Gott selbst hat gesagt: „Ich werde dich nicht aufgeben und im Stich lassen.“ Dafür stehen in der 2010 neu gebauten Haftanstalt drei ehrenamtlich tätige evangelische Seelsorger: Pfarrer im Ruhestand Manfred Lösch, Rainer Weitzel und Jonas Kessler.



