Seit September lebt Levin Lemkemeier in Israel Dort absolviert der 20-jährige Nürnberger einen Freiwilligendienst in Jerusalem mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Die Stephanus-Stiftung unterstützt dies finanziell. Ziel der Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen ist es, gemeinsam Impulse für gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein und ein friedliches Zusammenleben zu setzen. Bis August 2027 wird Levin Lemkemeier zwei Einrichtungen unterstützen: Gan HaSchikumi, ein Ort für Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren, die eine Behinderung haben, und Amcha, eine Einrichtung zur Betreuung von Schoa-Überlebenden und deren Kindern, der zweiten Generation.
Von Levin Lemkemeier
Mein Name ist Levin Lemkemeier, ich bin 20 Jahre alt und habe gerade in Bayern mein Abitur gemacht. Meine Lehrerin am Melanchthon-Gymnasium Nürnberg hat mich dazu ermutigt, an diesem Auslandsjahr teilzunehmen. Das Ganze war ziemlich kurzfristig: Ich habe meine Bewerbung tatsächlich erst am letzten Tag der Frist abgeschickt. Umso mehr freue ich mich, dass es geklappt hat.
Teils widersprüchliche Gefühle im Bezug auf Israel
Ich blicke mit einer ganzen Palette von Gefühlen auf Israel, die teilweise auch widersprüchlich sind. Jeder von uns bekommt durch die Medien ein bestimmtes Bild von Israel vermittelt. Mit meinem Freiwilligendienst in Jerusalem möchte ich mir deshalb auch ein eigenes Bild von den Menschen, dem Land und den Themen machen, die die Menschen dort beschäftigen.
Unserer entsendenden Organisation, die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), bereitet uns intensiv auf den Freiwilligendienst in Jerusalem vor. Mit Holocaustüberlebenden hatte ich bisher noch keinen persönlichen Kontakt. Für meine Arbeit in einem Kindergarten für Kinder mit Behinderungen brauche ich entsprechendes Vorwissen. Ich habe bereits vorher mit Kindern gearbeitet und freue mich deshalb sehr auf meine neue Aufgabe. Gleichzeitig kann ASF nicht auf jede Situation vorbereiten – manches muss man vor Ort selbst bewältigen. Ich glaube, gerade daran wächst man.
Eine Portion Mut gehört in den Reisekoffer
Neben ein paar Anziehsachen sollte man vor allem eine Portion Mut mitbringen. Den braucht es, wenn man für ein Jahr ins Ausland geht und sich auf viele neue Situationen einlässt. Für mich als jungen Erwachsenen beginnt gerade sehr viel Neues: Ich wohne zum ersten Mal in einer Wohngemeinschaft mit drei anderen Menschen in Jerusalem und bin ein Jahr weit von zu Hause entfernt. Vor allem meine Schwester werde ich sehr vermissen. Was ich am Ende mit nach Hause nehme, wird sich zeigen – hoffentlich nicht zu viele Souvenirs, denn mein Koffer ist jetzt schon ziemlich schwer.



