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Anti-Corona-Demos aus christlicher Perspektive

06.01.2021

Ein Standpunkt von Pfarrer Philipp Mosch im Namen des Gemeindekirchenrats der St. Gotthardt- und Christusgemeinde Brandenburg an der Havel

Von Philipp Mosch

Wir erleben in dieser Zeit Belastungen und Einschränkungen unseres ganzen Lebens. Viele sind betroffen und täglich sterben Menschen. 

Andere wollen diese Realität nicht wahrhaben oder blenden sie aus und verharmlosen die Gefahr. Diese in unserer heutigen Generation bisher nicht gekannte Pandemiesituation verunsichert Menschen und produziert zahlreiche Mythen, Verschwörungserzählungen und unbewiesene Behauptungen, die in den sozialen Medien oft ungeprüft verbreitet werden. 

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist zu beobachten, dass sich eine größer werdende Zahl von Menschen in eine geschlossene Blase aus sogenannten alternativen Fakten begibt. Inzwischen hat sich diese Sicht auf die Welt in zahlreichen Schichten der Gesellschaft aus­gebreitet wie ein Virus. Es gehen tiefe Risse durch Familien, Freundeskreise und Arbeitskollegien. 

Politische Kräfte aus dem Bereich der Rechtspopulisten und Rechts­radikalen befördern diese Entwicklung, in dem sie systematisch Journalistinnen und Journalisten verunglimpfen und die freie Presse als einen Pfeiler der demokratischen Gesellschaftsordnung bekämpfen wollen. Die rechtspopulistischen und rechtsradikalen Kreise folgen dabei einem Plan, den sie Schritt für Schritt umsetzen. Dazu gehört, die unzufriedenen und besorgten Menschen, die sich in Anti-Corona-Demonstrationen versammeln, zu vereinnahmen und für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Daneben gibt es auch vereinzelt Stimmen aus dem christlichen Spektrum, die dieser Ideologie folgen und die Proteste gegen die Anti-Corona Maßnahmen mit pseudoreligiösen Anschauungen propagandistisch aufladen. 

Hasspredigern aller Art entschieden entgegentreten

Wir beziehen als Gemeindekirchenrat der St. Gotthardt- und Christusgemeinde in Brandenburg an der Havel klar Stellung und wissen uns dabei mit vielen Christen und Nichtchristen verbunden: Rechtspopulisten und Rechtsradikale dürfen nicht weiter unsere Gesellschaft vergiften und Hass säen. Wir dürfen nicht zulassen, dass antidemokratische Kräfte unsere demokratischen Errungenschaften, Parlamente und gewählten Volksvertreter verächtlich machen und bedrohen. Wir müssen die freie und plurale demokratische Gesellschaft mit ihren verfassungsgemäßen Grundrechten bewahren. Wir fordern ein Ende der Verächtlichmachung von Vertreterinnen und Vertretern der freien Presse. Religiösen und politischen Hasspredigern aller Art ist entschieden entgegenzutreten. Wir stehen für die christliche Überzeugung ein, dass Freiheit mit Verantwortung verbunden ist. 

Einander zuhören statt andere zu verunglimpfen

Wer auf andere keine Rücksicht nimmt, missbraucht seine Freiheit für seinen Egoismus. Corona kann jede und jeden treffen. Die Gefahr darf nicht verharmlost werden. Die Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse einer breiten Mehrheit von anerkannten Medizinern und Wissenschaftlern dürfen nicht ignoriert werden. Nötige Schutzmaßnahmen müssen eingehalten werden, damit sich die Pandemie nicht weiterverbreitet und so wenige Opfer wie möglich fordert. Dabei müssen wir das rechte Maß finden und uns bei den schmerzlichen Einschränkungen einander solidarisch helfen. 

Es ist an der Zeit, uns gegenseitig zuzuhören und im Gespräch zu bleiben, statt uns unversöhnlich zu Feinden zu erklären und zu verunglimpfen. Wir fordern alle auf, die sich aus Sorge und Kritik den Anti-Corona Demonstrationen anschließen, sich öffentlich und konsequent von den radikalen Feinden der Demokratie zu distanzieren. Wer mit ihnen gemeinsam marschiert, macht mit ihnen gemeinsame Sache.

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1. Das muss aufhören! von Mirna Funk Winfried Böttler Das muss aufhören. Zum Leitartikel von Mirna Fink (die Kirche 3/2021)a
Nun wissen wir Bescheid, Christen werden es nie kapieren, wie Juden sich fühlen. Warum maßen wir uns auch an, ihnen frohe Feste zu wünschen? Schade, dass der Leitartikel sich in billiger Polemik erschöpft. Wer soll da womit endlich aufhören? Sofort!? Für immer!?
Es ist leider schreckliche Wahrheit, dass die christlichen Kirchen durch den Antijudaismus, der ja nicht selten in Judenhass ausartete, große Mitverantwortung am Programm der Nazis zur Ausrottung des europäischen Judentums tragen. Das hat die Kirche erkannt und wiederholt öffentlich bekannt und es wird dennoch auf Dauer ihre Schuld bleiben. Es bleibt aber trotzdem wahr, dass Jesus ein Jude und die christliche Gemeinde am Anfang eine innerjüdische Gruppe war, die sich im Konflikt mit den jüdischen Autoritäten befand. Darin haben die judenkritischen Passagen in der Bibel ihren Ursprung.
Ich möchte schon darauf bestehen, dass Abraham und seine Verheißungen zu meinem Glauben dazu gehören, die Botschaft der Propheten auch mich angeht und ich jüdische Psalmen mitbeten darf. Dass die Autorin mich deswegen bei den Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern einordnet, gar in diesem Zusammenhang die üble Verleumdung erwähnt, wonach das Blut von geschändeten Kindern getrunken werde, finde ich geschmacklos und demagogisch.
Ja es ist wichtig und in Ordnung, dass die Einzigartigkeit und Andersartigkeit des Judentums betont werden. Bei meinen christlichen Glauben ist mir trotzdem wichtig, dass davon vieles in der jüdischen Überlieferung verwurzelt ist. Das zu bekennen werde ich nicht aufhören. Niemals.
Dankenswerterweise gibt es seit vielen Jahren den Versuch, im christlich-jüdischen Dialog das Gespräch miteinander zu suchen. Damit wird nicht die schreckliche Vergangenheit ausgelöscht, aber es macht Hoffnung für ein gutes Miteinander in der Gegenwart und für die Zukunft. Der Artikel erweckt jedoch den Anschein, als gäbe es diesen Dialog, bei dem sich beide Seiten um gegenseitiges Verstehen mühen, gar nicht.
Pfarrer i.R. Winfried Böttler,
Berlin-Steglitz
2. Das muss aufhören! Rolf Westermann Da hat sich Frau Funk aber ganz schön vergaloppiert:

1. „Was soll das sein, eine deutsche Jüdin? Sollte es nicht vielmehr „Deutsche jüdischen Glaubens“ heißen?“

Soweit, so gut; aber dann:

2.“ Und Juden sind im Gegensatz zu Christen so viel mehr als eine Religion. Weniger als die Hälfte der 15 Millionen Juden weltweit würde sich vermutlich als religiös bezeichnen.“


Na wat denn nu??????


3. Nutztier und Mitgeschöpf Wolfgang Banse Tiere sind auch Geschöpfe, besitzen eine würde, die sie auch erleben und erfahren sollten.Massentierhaltung und Käfighaltung sollte eine klare absage erteilt werden.Hin zu einer Bio dynamischen Landwirtschaft dies sollte zum tragen kommen

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