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Die Diskussion um die „Judensau“ geht weiter

06.02.2020

Antisemitismusbeauftragter Felix Klein: Die Schmähplastik gehört ins Museum

Berlin (epd). Nach dem "Judensau"-Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, erneut dafür plädiert, die Schmähplastik von der Wittenberger Stadtkirche zu entfernen und in ein Museum zu bringen. Er respektiere das Gerichtsurteil, wonach das Relief aktuell weder beleidigenden Charakter hat, noch das Persönlichkeitsrecht von Juden verletzt wird, sagte Klein dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Mittwoch). Doch mache die Gerichtsentscheidung einmal mehr klar, dass das Problem der sogenannten "Judensauen" politisch gelöst werden müsse.

Klein sagte: "Nach meinem Dafürhalten gehört die 'Judensau' von Wittenberg ins Museum mit einer erklärenden Informationstafel." Auch vor der Wittenberger Stadtkirche solle eine Informationstafel aufgestellt werden.

Das Oberlandesgericht Naumburg hatte am Dienstag geurteilt, das Gedenkensemble mit dem Relief in Wittenberg stelle heute keine Missachtung von Juden mehr dar. Die Stadtkirchengemeinde habe ihre Haltung zum schmähenden Charakter des Reliefs deutlich gemacht. Eine Info-Tafel zeige, dass sich die Gemeinde unmissverständlich von den Judenverfolgungen und den antijudaistischen Schriften Martin Luthers (1483-1546) distanziere. Seit 1988 gibt es auch ein Mahnmal an der Stadtkirche.

Neben dem Relief in Wittenberg gibt es auch an zahlreichen anderen Kirchen in Deutschland ähnliche Schmähplastiken. Das Naumburger Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe möglich.

 

 

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(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Er kommt, sieht und hört zu Wolfgang Banse Eine Einarbeitungsszeit wird jede/jeden Neue/ Neuen wird zu gestanden.Kommen, sehen. zu hören ist aber auf Dauer nicht angebracht. Pragmatismus ist gefragt. Suchet der Kirche und deren Glieder Bestes.
2. was meinen Sie damit? Dr. Gertrud Gumlich ich gebe Uli Frey vollkommen recht. Nur:
wie (wieder-)belebt man eine Friedensbewegung?
3. Obdachlose Wolfgang Banse Menschen ohne Obdach haben es schwer, jetzt besonders wo die Corona Pandemie ausgebrochen ist. Menschen ohne Obdach bedürfen der Hilfe, nicht nur während der kalten Jahreszeit.Leistungen die von den Kirchen erbracht werden im Bezug Versorgung von Obdachlosen sind überwiegend Fremdfinanzierungen, auch was die Lebensmittel betrifft, hier die Tafel. Aus eigenen Mitteln, hier Etat wird kaum etwas finanziert.

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