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Ein Jahr der Gnade

02.01.2020

Eine befreiende Botschaft für das neue Jahr. Gedanken zum Predigttext am zweiten Sonntag nach dem Christfest

Predigttext am zweiten Sonntag nach dem Christfest: Jesaja 61, 1–3 (4–9) 10–11 

Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden, zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden „Bäume der Gerechtigkeit“, „Pflanzung des Herrn“, ihm zum Preise. Sie werden die alten Trümmer wieder aufbauen und, was vorzeiten zerstört worden ist, wieder aufrichten; sie werden die verwüsteten Städte erneuern, die von Geschlecht zu Geschlecht zerstört gelegen haben. (...) Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt. Denn gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten aufgeht, so lässt Gott der Herr Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Völkern.

Predigtgedanken von Pfarrer Ulrich Hutter-Wolandt

Zwischen Weihnachten und Neujahr wird es ­ruhiger, denken viele Menschen. Der Stress von Weihnachten klingt ab, da gibt es vielleicht auch wieder mehr Zeit füreinander. Doch die Welt bleibt nicht einfach stehen, manchmal kommt etwas dazwischen, und es kann sehr rasch vorbei sein mit den Hoffnungen, die wir vielleicht noch zwischen den Jahren hatten. In diese Stimmung spricht der Prophet Jesaja den Menschen etwas Neues zu, er will die gute Botschaft Gottes zu den Menschen bringen, deren Hoffnungen zerbrochen sind. 

Das Jahr 2020 ist wenige Tage alt, und immer noch können wir uns im Freundes-, Bekannten- oder Kolleginnenkreis ein gutes, gesundes oder auch gnädiges Neues Jahr wünschen. Mit diesen Wünschen öffnet sich etwas, was auch Jesaja erreichen will: Unsere Augen ­sollen neugierig für das Neue werden. 

Zuhören und mitfühlen

Kann das Jahr 2020 ein Gnadenjahr werden, angesichts einer ungnädig gewordenen Welt? Wir können ganz ­konkret die Welt gnädiger machen und dazu ­beitragen, dass Menschen getröstet werden, indem wir zu­hören, mitfühlen und anderen zur Seite ­stehen, die so Zuspruch erfahren und Zeichen der Freundlichkeit spüren. 

Was Gott uns über Jesaja mitteilen lässt, ist etwas Großartiges: Die Zeit der Gnade lässt die Trauer weichen, traurige und zerbrochene Herzen werden verbunden. Gott macht es hell und weit, Gott lässt sich ganz bewusst auf uns Menschen ein, weil er ein gnädiger, barmherziger und gütiger Gott ist. Ein gnädiges Jahr des Herrn beginnt. 

Wie tröstlich ist dieser Zuspruch Jesajas für alle, die traurig sind. Die seelsorgerliche Botschaft des Propheten ist wunderbar befreiend. Ich wünsche uns allen, dass wir auf diese ­Botschaft in diesem Jahr immer neu hören können, dass sie uns die kommenden Monate im Jahr 2020 begleitet und uns immer wieder hilft, uns aufbaut, wo wir niedergeschlagen, bedrückt oder ängstlich sind. 

Jochen Klepper, der im Jahre 1903 im schlesischen Beuthen/Oder geboren wurde und 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, mit seiner jüdischen Frau und Stieftochter in den Freitod ging, hat in seinem Neujahrslied seine Zuversicht und sein ­Vertrauen zu diesem gütigen Gott des Propheten Jesaja beschrieben: „Der du allein der Ewge heißt und Anfang Ziel und Mitte weißt, im Fluge unsrer Zeiten: Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten.“

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1. Hinhören solange es möglich ist Wolfgang Banse Lippenbekenntnisse, hier von Seiten von Herrn Dr. Stäblein sind nicht gefragt. Hingucken ist etwas zu wenig, Dies trifft auch auf das Stuttgarter Schuldbekenntnis zu.
2. Bischofswahl in Sachsen Wolfgang Banse Demokratie lässt zu wünschen, was angehende Bischofswahlen betrifft.Eine Bischöfin, ein Bischof kann sich nur dann Bischof aller Glieder der jeweiligen Landeskirche nennen, wenn alle mündigen Gläubigen den Wahlakt voll zogen haben.Wieder wird die Chance vertan, im Bezug auf Integration, Rehabilitation, Inklusion was Gehandicapte betrifft.Ist man nicht lernwillig, lernfähig?!
3. Mal in's Cafè... Geertje Wallasch Das gefällt mir sehr, weiter so und viel Erfolg. Ich versuche ebenfalls Kirche mit Gesellschaft zu verbinden, so wichtig...

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