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Gott ist König

29.01.2020

Der Herr ist König; des freue sich das Erdreich. Wochenpsalm 97, 1–12

Ulrich Hutter-Wolandt zum Wochenpsalm

Mit dem heutigen Sonntag schließt sich der Festkreis der Epiphaniaszeit. Wir sind eingeladen, uns zu freuen und dankbar zu sein, denn Gott allein ist König, er regiert die Welt gegen alles Böse und Vernichtende, dass sich in der Welt breit macht. Können wir heute dieses Loblied wirklich singen? Der Psalm stimmt nicht in ein Klage-Lamento ein, sondern öffnet den Blick nach oben, in den Himmel. Und die Worte dieses Liedes wischen keineswegs die Sorgen einfach weg, lassen keinesfalls die unheile Welt für sich stehen, sondern sie laden uns ein, Gottes heile Welt schon jetzt wahrzunehmen: Gottes Schöpfung, unsere Erde, jeder Mensch, alles das ist ein Wunderwerk Gottes und ein Grund zum Jubeln. 

Die beiden Begriffe aus der hebräischen Bibel „Gerechtigkeit“ und „Gericht“ (zedek und mischpat) sind keine juristischen Begriffe, sondern wollen Gottes Ordnung und sein gütiges Handeln beschreiben. Wo Gott das Sagen hat, da wird diese Welt gut, da wird sie „heil“. Wenn wir uns daran erinnern, dass dieser Psalm in einer katastrophalen Lage für das Volk Israel entstanden ist, nämlich als Israel im Jahre 585 vor Christus  in der babylonischen Gefangenschaft war, dann wird man fragen müssen, warum hat Gott das damals zugelassen, warum hat er Ausschwitz zugelassen und warum gibt es heute im Jahre 2020 erneut einen erstarkten Antisemitismus?  

Wir leben in der Vorläufigkeit, es gibt noch nicht den unendlichen Frieden, noch gibt es nicht die Zeit ohne Streit und Krieg. Aber, wir halten daran fest, dass Gott es schaffen wird. Dieser Psalm weitet den Horizont. Wir sehen mehr als nur uns selbst und unsere Probleme. Wir bekommen Einblick in Gottes großen Plan für diese Welt und für uns. 

Und damit bekommen wir Verantwortung zugewiesen, diese Hoffnung weitergeben: Gott ist König, die Liebe setzt sich durch und die Gerechtigkeit regiert. Diese Hoffnung trägt uns, treibt uns an und beflügelt uns, all das zu tun, worin Gottes Liebe sichtbar wird. 

Ulrich Hutter-Wolandt ist Pfarrer der ­­­­Trinitatis-­Kirchen­gemeinde im Kirchenkreis Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf. 

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- Toll, dass die Beschäftigung mit der Bibel als 'allerschönste Ressource' bezeichnet wird.
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