Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

In das Neue Jahr schauen

28.01.2021

2021 hat begonnen. Der Lockdown dauert noch an und vieles liegt im Ungewissen. Das Team von Spirit&Soul lädt in diesen noch ­frischen Tagen des neuen Jahres mit einer Meditation dazu ein zu entdecken, welche Möglichkeiten im beginnenden Jahr liegen

Von Lioba Diez und Anja Siebert-Bright

Das Jahr 2021 hat begonnen, der Lockdown dauert noch an und vieles liegt im Ungewissen. Wir Pfarrerinnen von Spirit&Soul laden dich in diesen noch frischen Tagen des neuen Jahres ein, seine Möglichkeiten für dich zu entdecken. 

Und Mose stieg aus den Steppen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des ­Gebirges Pisga, gegenüber Jericho.

Und der Herr zeigte ihm das ganze Land: Gilead bis nach Dan und das ganze Naftali und das Land Ephraim und Manasse und das ganze Land Juda bis an das Meer im Westen und das Südland und die Gegend am Jordan, 

die Ebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar.

(5. Mose 34,1ff)

Mose, so erzählt es die Bibel, steht auf diesem Berg in Jordanien und sieht weit hinein in das Land, in das Israel ziehen soll. Mose selbst darf es nicht betreten, aber das soll hier keine Rolle spielen. Stell dir vor, wie Mose dort steht und mit einem weiten Blick das ganze Land vor sich sieht. Das Jordantal, das Tote Meer, Jericho, die Hügel Judas, wo einst ­Jerusalem entstehen wird, das ­Mittelmeer. Eine weite Ebene. Ein Land voller Möglichkeiten. 

So wie Mose in das weite Land schaut, so wollen wir mit dir in ­dieses neue Jahr schauen. Stell dir vor, du stehst auf einem Berg und hast vor dir einen weiten Blick in das vor dir liegende Jahr 2021. Dein Land, das vor dir liegt und du in den kommenden zwölf Monaten durchstreifen wirst. Doch wo willst du hin? Welche Gegenden willst du dir anschauen, welche Berge erklimmen, in welchen Flüssen schwimmen, welche Steppen durchqueren, welche Orte entdecken, welchen Pfaden folgen? 

Sicher, du kannst auch einfach so in das neue Jahr hineinrutschen und auf dich zukommen lassen, was kommt. Das ist völlig okay. Oder aber, du setzt dir Ziele, die du dieses Jahr erreichen möchtest. 

Damit meinen wir aber nicht die sogenannten guten Vorsätze, in denen dich dein innerer Kritiker ­anschreit, dass du zu faul, zu dick, zu unfit, zu verraucht oder was auch immer seist und die dann scheitern, weil Scham und Angst dich nicht langfristig motivieren. Wir meinen echte Ziele. Ziele, die mit Sinn verbunden sind und du dich, während ihres Erreichens entwickelst. 

So stehst du auf einem Berg und schaust in das weite Land 2021, siehst Gegenden, die du dieses Jahr gern betreten, Erfahrungen, die du machen möchtest, Ziele, die du ­erreichen willst. Das können berufliche sein, die du anstrebst, aber auch Ziele in den Bereichen deiner inneren Entwicklung: Lesen, Lernen, Emotionalität, Herzenswärme, deine Beziehung zu anderen, Verbundenheit, Freundschaft, deine Verbindung mit Gott, spirituelle Erfahrung, aber auch das Wissen, um die Kürze des Lebens und die Auseinandersetzung mit deinem Ego gehören dazu. 

Aber wie findest und erreichst du deine Ziele? Sicher nicht, indem du deinen inneren preußischen Inspektor herausholst, der dir mit „ich müsste …“ und „ich sollte …“ inneren harten Drill und Disziplin verordnet. Nein, die psychologische Forschung zum Erreichen von Zielen zeigt ­mittlerweile einen ganz anderen Weg. Es ist der Weg der Self-Compassion, also des Mitgefühls mit dir selbst oder innerem Mitgefühl. 

Da gibt es die Erfahrung, dass wir mit guten Freundinnen und Freunden oft viel mitfühlender umgehen als mit uns selbst. Und es zeigt sich, dass es uns selbst im Festlegen und Erreichen von Zielen viel weiterbringt, wenn wir dasselbe Mitgefühl, das wir unseren Freunden entgegenbringen, wenn wir ihnen einen freundschaftlichen Rat geben, auch uns entgegenbringen. 

Behandele dich doch einmal wie deine beste Freundin, deinen besten Freund, der dich um Rat fragt, ­welche Ziele er in diesem neuen Jahr, das vor ihm liegt, auf seinem Weg angehen sollte.    

Und Mose stieg aus den Steppen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des ­Gebirges Pisga, gegenüber Jericho. Und der Herr zeigte ihm das ganze Land.

 

Einladung zur Meditation

 

Wir laden dich ein, einen inneren Blick auf das neue Jahr, das vor dir liegt und das Gott dir zeigt, zu ­werfen. 

Stell dir vor, du stehst oben auf dem Berg und schaust auf das neue Jahr herunter. Das Jahr liegt vor dir wie eine Landschaft, die sich weit ausstreckt. 

Spüre nach, wo es dich hinzieht, wenn du auf dein neues Jahr blickst. 

Wir wissen alle, es kann anders kommen, als wir es uns denken, aber es ist auch gut, klar zu haben, was uns eigentlich tief im Herzen wichtig ist … wo wir hin wollen. Das hilft auch, wenn plötzlich Hindernisse kommen und uns den Weg ver­sperren, dass wir uns neu sortieren.

Wenn du das neue Jahr so ausgestreckt vor dir siehst … 

Wohin möchtest du dieses Jahr gehen? 

Wo möchtest du gern ankommen? 

Welche Wege willst du nehmen? 

Was möchtest du lernen? 

Wen oder was möchtest du kennen lernen? 

Wen magst du treffen? 

Wie wird es sein, wenn du deine Ziele erreichst?

 

Einladung zum Gebet

Und wie du so auf das neue Jahr vor dir blickst, laden wir dich ein, zu beten: 

Lebendiger Gott, 

das neue Jahr liegt vor mir 

wie eine weitgestreckte Landschaft. 

Ich weiß nicht, wie es wird. 

Aber ich spüre vielleicht tief drinnen eine Sehnsucht … 

eine Sehnsucht nach dir, 

nach Frieden, nach Leben in Fülle. 

Bewahre mir diese Sehnsucht, 

und hilf mir, Wege zu finden, 

die tragfähig sind. 

Hilf mir, zu unterscheiden, 

was notwendig ist, und was ich ­getrost lassen kann. 

Sei mir Orientierung, immer wieder. Und segne mich auf meinen Wegen. 

Amen. 

Wenn du magst, schreib dir doch ein paar Sachen auf. Etwas, das dir ­wichtig geworden ist. Oder mal eine Karte, wohin du gehen willst, in ­diesem Jahr, einen Weg, den du ­einschlagen willst.  

 

Diese Andacht haben Lioba Diez und Anja Siebert-Bright als Spirit&Soul im Pfarrkonvent Neukölln  gehalten.

Lioba Diez ist seit 8 Jahren Gemeindepfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Pfingst in Berlin-Friedrichshain und als Supervisorin, Trainerin und Coachin tätig. Anja Siebert-Bright ist seit sechs Jahren Gemeindepfarrerin in der Martin-Luther Gemeinde im ­Norden Neuköllns, Mitglied im Kreis­kirchenrat und in der Landessynode.

Der Kirchenkreis Neukölln hat beide seit dem 1. Januar 2020 im Rahmen von zwei Kreispfarrstellen mit dem Projekt „Spirit and Soul“ beauftragt. Unterstützt wird das Projekt auch von der EKBO, vom Kirchenkreis Stadtmitte und von „Andere Zeiten“. „Spirit and Soul“ heißt das geistliche Startup für Sinn­suchende von Anja Siebert-Bright und Lioba Diez, das eine Antwort finden möchte auf diese Sehnsucht nach ­Spiritualität und geistlichem Wachstum. Mehr Infos zu Spirit & Soul und alle Veranstaltungen finden Sie auf www.spiritandsoul.berlin

Artikelkommentar

Artikelkommentar
captcha
Bitte tragen Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe in das Feld ein.
Hinweis: Die von Ihnen ausgefüllten Formulardaten werden lediglich für die Zwecke des Formulars genutzt. Eine andere Verwendung oder Weitergabe an Dritte erfolgt nicht.

Artikelkommentare

(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Tierwohl in der Kirche Thomas Berg Meine Hühner schlachte ich selbst, auch wenn sie nicht auf das Wurstbrot kommen. Das ist der schmerzliche unvermeidliche Schritt auf dem Weg vom Kücken zum Braten. Meine Hühner werden natürlich auch nicht schon nach vier bis sechs Wochen geschlachtet wie das inzwischen leider normale Industriehuhn.

Trotzdem: Ganz rund ist die Argumentation wohl nicht, die hier die vegetarische Ernährung aus der Bibel begründen will. Schon im 3. Kapitel der Bibel - noch im Garten Eden - bekommen Adam und Eva von Gott selbst Röcke aus Fellen geschneidert. Wenige Verse später lesen wir, daß ihr zweitgeborener Sohn Abel Schäfer wurde. Ganz sicher hat er Schafe auch zum Schlachten gehalten. Er opfert jedenfalls vom Fett der Erstlinge der Herde auf dem Altar, was Gott wohlgefällig anschaut.

Ganz nebenbei und völlig unbiblisch brauchen wir mehr Tiere auf der Weide der Artenvielfalt wegen. Ohne Weidetiere verarmt die biologische Ausstattung unserer Landschaft was man in unseren Breiten heute schon beobachten kann. Insekten fehlen, die der Tierhaltung folgen. Daher fehlen die Insektenfressenden Vögel, Fledermäuse usw. Genau deswegen hält der Naturschutzverein dem ich vorstehe auch mehrere Rinder- bzw. Wasserbüffelherden (derzeit ca. 360 Tiere).

Was weniger werden muß ist die Massentierhaltung in optimierten HiTec-Ställen, die klimaschädlich ist, die Tiere zur Ware degradiert und in den Schlachtfabriken und dem Transport dahin das oft beklagte Tierleid zur Folge hat.

Unsere Tiere werden jedenfalls zur Schlachtung auf der Weidefläche geschossen und erst dann zum Fleischer gefahren.

Ethische Entscheidungen kennen eben nicht nur das Entweder-Oder sondern auch manche Möglichkeit dazwischen.
2. Proberaumsuche Chrissi Suche Proberaum, um christlichen worship zu machen. Spiele seit 11 Jahren Schlagzeug und möchte gerne weitermachen. Gibt es Hilfe und Unterstützung von ihrer Seite aus? Über Ratschläge und gute Nachrichten, würde ich mich freuen! Lg, Chrissi
3. Idenschmiede der Nordkirche Wolfgang Banse Nicht alles was man auf gibt, ist gut so heißen. Glieder der Kirche, hier Nordkirche wurden in den Entscheidungsprozess nicht einbezogen.Demokratie, hier Basiskirche lässt nach wie vor zu wünschen in den Gliedkirchen der EKD.

Hier gelangen Sie zur Übersicht über alle Kommentare.