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RSSPrint

Karte statt Kleingeldgeklimper

18.03.2021

In der Passionskirche in Berlin-Kreuzberg kann mit der „digitalen Spendensäule“ bargeldlos gespendet werden

Von Uli Schulte Döinghaus

In der Kreuzberger Passionskirche liegen die analogen und digitalen Zeiten gerade mal zwei Meter auseinander. Hinter dem Eingang rechts ist ein ganz normaler Spendenkasten an einer Säule verankert. Wer Münzen oder Scheine spenden will, muss den guten, alten Schlitz am Kasten suchen. Ein paar Schritte links davon steht, etwas versteckt im Halbdunkel, eine anderthalb Meter hohe, schmale Säule aus poliertem Edelstahl. Auch sie hat einen Schlitz, aber nicht für Münzen und Scheine: Ähnlich wie am Bankomat führt man hier seine Bankkarte ein und kann dann bargeldlos spenden. Der gespendete Betrag landet im Kontoauszug und kann steuermindernd abgesetzt werden.

Dieser Opferstock kann nicht geklaut werden

Solche Spendensäulen sind uninteressant für Diebe. Aber das ist nur einer der Vorteile des digitalen Spendens, die Pfarrer Peter Storck von der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz-Passion aufzählt. Ein weiteres Plus sei, so Storck, dass die Überweisungen, die von der Spendensäule ausgehen, direkt in der Buchhaltung der Kirchengemeinde landen. Keine Zeit vergeht mit Münzenzählen. 

Irrtümer sind so gut wie ausgeschlossen. Teurer Bargeldtransfer, der vielen Kirchengemeinden heutzutage Verdruss bereitet, entfällt. Das System „Digitale Spendensäule“ scheint sich auszuzahlen. Der stählerne Quader kostet 5000 Euro in der Anschaffung – der Kirchenkreis Berlin Stadtmitte übernahm eine Anschubfinanzierung von 2500 Euro –, die laufenden Kosten liegen bei rund 30 Euro im Monat. 

Während Pfarrer Storck über die Erfahrungen berichtet, die in der Kirchengemeinde seit der vergangenen Adventszeit gemacht wurden, hört der etwa 25 Jahre alte Nico Scholz interessiert zu. Er arbeitet nebenan in einem gutfrequentierten Café. Manchmal, so wie heute, nutzt er seine Pause für ein paar Minuten Stille in der Passionskirche. Er kramt seine EC-Karte raus und probiert die Säule aus. Karte rein, Geldbetrag eingeben, fertig. Am Ende zeigt er sich recht angetan, wenn auch nicht begeistert. „Könnte ich mir durchaus vorstellen“, sagt er knapp. „Das ist doch zeitgemäß.“

Was Nico Scholz so lakonisch kommentiert, könnte für viele Kirchen künftig interessant sein – zumal für vielbesuchte Gotteshäuser wie die Passionskirche, wo in pandemiefreien Zeiten fast jeden Abend Konzerte sind. Beseelte Besuchende zahlen dann schon mal ein Extrageld an der Spendensäule. 

Der Spenden-Anlass kann von Tag zu Tag gewechselt werden. Mal ist es die normale Sonntagskollekte für Projekte in der Landeskirche oder der Gemeinde, mal eine Kampagne für Berliner Obdachlose in bitteren Winterzeiten. Wer spontan helfen will, dem kommt die Spendensäule gerade recht.

Die „Kinderkrankheiten“ sind mittlerweile behoben. Die ersten Erfahrungen, so Gemeindepfarrer Storck, „sind ermutigend“. Über die Spendensäule sind rund um Weihnachten mehrere hundert Euro angekommen – ein Vielfaches der laufenden Kosten.

Mittlerweile in acht Berliner Kirchen – und im Zoo

Wenn etwas zu überprüfen oder zu reparieren sein sollte, dann ist der Service nah und schnell. Entwickelt, gewartet und gemanagt wird das digitale Spendensystem von der Berliner Firma „Digital.Wolff“. Sie vertreibt und betreut auch eine Kollektenapp und den „Digitalen Klingelbeutel“. Mitgründerin und Projektleiterin Hannah Jo Wolf, Gemeindekirchenrätin in der Berliner Tiergartengemeinde, sagt: „Das Projekt hat sich im Rahmen von Gesprächen mit Verantwortlichen aus Berliner Kirchengemeinden entwickelt.“

Spendensäulen stehen seither in acht Berliner Kirchen, darunter dem Berliner Dom – aber auch im Berliner Zoo, versteckt in einem putzigen Tierchen. Außerhalb Berlins hat „Digital.Wolff“ Säulen unter anderem in Flensburg, Kassel, Nürnberg und in der Frauenkirche Dresden aufgestellt. Die durchschnittliche Spendenhöhe beträgt zehn Euro, das durchschnittliche monatliche Spendenaufkommen pro Säule 700 Euro. 

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1. Mehr Gotteshäuser für die Kaiserstadt Dirk Stratmann, Berlin Die Verdienste der fürsorglichen Kirchen-Juste sind unbestritten und anerkennenswert. Doch die
Grundlage ihrer Tätigkeit war der verhängnisvolle Summepiskopat in den evangelischen Landeskirchen bis 1918. Das landesherrliche Kirchenregiment war eigentlich nur für eine vorüber-gehende Notzeit gedacht. Doch das gefiel dann Fürsten und Kirchenver-antwortlichen so gut, dass die Notzeit fast vierhundert Jahre überstand bis 1918. Und aus Protest gegen die Wende 1919 und gegen die demokratische Fahne „Schwarz-Rot-Mostrich“ (so hieß es verächtlich) legte sich die evange-lische Kirche eine lilafarbene Kirchen-fahne zu. Und bezeichnend, dass - ganz anders als in den katholischen Gebieten - in den evangelischen Gebieten fast überall 1933 die Nazis bei den Wahlen die Nase vorne hatten. „Tempora mutantur, sed ecclesia saepe non mutatur.“ So sieht der frühere grüne Abgeordnete Frieder Otto Wolf weiterhin eine komplizenhafte Verstrickung der Kirche mit der Staatsmacht. Zwar sind inzwischen die evangelischen Christen in Berlin und in Brandenburg nur noch eine Randgruppe mit weniger als 15% der Bevölkerung – weiterhin abnehmend. Doch was erleben die nichtreligiösen Berliner, die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung? Sie erlebten, wie kirchliche Lobbyisten für das sogenannte kultische „HOUSE of ONE“ [ Spitzname „Wohngemeinschaft Gottes“ – Kultge-bäude für Juden, Christen, Muslime ] sich schamlos 25 Millionen Euro und kosten-los einen Bauplatz im Zentrum Berlins verfassungswidrig sicherten. Und ein Pfarrer, ein Imam und ein Rabbiner, jeweils in auffallend langen Gewändern, posierten dafür gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Müller für die Presse . Was Jesus von solchen auffälligen langen Gewändern in der Öffentlichkeit hält, lese man in der Bibel nach ( Mk. 12, 38ff; Lk. 20, 45f; Mt. 23, 5-7).
Das Projekt des sogenannte „HOUSE of ONE „ war ursprünglich von der Politik angedacht worden. Der Staat wird hier als parteilich erlebt. Und das untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und es kommen Befürchtungen auf, dass der Staat das Religiöse wieder für eigene Zwecke kanalisieren und instru- mentalisieren und eine synkretistische Fernwirkung anpeilen könnte. Und die evangelische Kirche hatte sich sofort wieder einmal an die Rockschöße des Staats geklemmt, um an die „ Fleisch-töpfe Ägyptens „ (2. Mose 16,3) ranzukommen – dazu der frühere evangelische Bischof eigens zu Verhandlungen auf dem Roten Rathaus. Nicht einmal 0,5 Prozent der Berliner besuchen sonntags einen evangelischen Gottesdienst. (Es ist absehbar, dass es in Berlin später mehr Muslime als evan-gelische Christen gibt.) Bestehende Kirchen stehen oft großenteils leer, viele Kirchengebäude werden entweiht, verkauft oder gar abgerissen. Aber die Kirche lässt sich einen neuen Prestige-bau mit 25 Millionen großenteils vom Staat finanzieren und kostenlos dazu das Grundstück stellen. Schämt sich die Kirche denn gar nicht? Diese Vorteil-nahme riecht nach Korruption. Bei diesem Kultgebäude, welches verfas-sungswidrig vom Staat (er muss religiös und weltanschaulich neutral sein) finanziert wird, sehen Berliner Steuer-zahler (diese in überwältigender Mehrheit nicht religiös) ihre Steuer-gelder missbraucht. In Berlin fehlen 26.000 Kitaplätze. Für das Geld des kultischen Prestigebaus „HOUSE of ONE“ hätte man sechs neue Kitas bauen können. Die fürsorgliche Kirchen-Juste hätte hier heute vermutlich anders geplant, da doch so viele evangelische Kirchen wegen mangelnder Nachfrage abgewickelt werden.
ABER ES KAM N O C H V I E L
S C H L I MM E R :
Gegen den ausdrücklichen Willen der überwältigenden Mehrheit der Muslime wählte man einen Mini-Verein der Gülen-Bewegung als Vertreter der Muslime aus (nur 6.000 der ca. 300.000 Muslime in Berlin – so die eigenen Angaben der Gülen-Bewegung). Das wäre etwa so, als würde man in Peking staatlicherseits für die Christen beispielsweise die pflegeleichten „Christen für den Sozialismus“ auswählen. Hier betätigt sich der Staat wieder einmal wie in früheren Zeiten von „Thron und Altar“ ungeniert als Religionsingenieur und privilegiert g r u n d g e s e t z w i d r i g (Staat muss religiös und weltanschaulich neutral sein) ausgewählte MINDER-HEITENgruppen. Ursprünglich war das Projekt als Graswurzelprojekt vorgestellt worden. Doch für ein Graswurzelprojekt interreligiösen Dialoges braucht man keinen teuren kultischen Prestigebau und dafür grenzt man auch nicht willkürlich diskriminierend viele Religionen aus. Sinnvoll ist es dagegen, wenn der Staat über schulische Lehrpläne und mit entsprechenden Angeboten bei Volkshochschulen, Akademien, politischen Landeszentralen, usw., usf. den interreligiösen Dialog fördert. Und die Religionsgemein-schaften können ihrerseits im Sinn eines Graswurzelprojekts interreligiösen Dialog und Trialog usw. institutio-nalisieren auch ohne teuren kultischen Vorzeigebau – reihum in bestehenden Gemeindezentren, mal in christlichen, mal jüdischen, mal muslimischen, usw. oder auch auf neutralem Boden in öffentlichen Räumen.
Oder damit man nicht diskriminierend kleinere Religionsgemeinschaften ausgrenzt, könnte man ein gemeinsa-mes, nichtkultisches Haus der Religionen für Gespräche und gemeinsame Aktionen der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften bereitstellen. Schon jetzt gibt es auch ohne das teure „HOUSE of ONE „, das diskriminierend ausgrenzt, pro Woche in Berlin sehr viele Angebote. Das „HOUSE of ONE“ wird auch in Berlin ständig weitere Sicher-heitskräfte binden, wie wir das von „Brennpunkten" aus dem Ausland kennen. Es wird eher Sprengsatz statt Kitt der Gesellschaft sein, da für ihre kultischen Gebäude Religionsgemein-schaften schon selber gezahlt haben sollten.
Es bleibt zusätzlich noch eine kleine Frage unbeantwortet: Bei dem Dialoggottesdienst zum Purimfest in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 25.2.2021 hatte sich Esther Hirsch gleich zu Anfang als Vertreterin des „HOUSE of ONE“ vorgestellt und angekündigt, dass in diesem Haus alle Religionen (es war ausdrücklich von allen Religionen die Rede, nicht nur von den abrahamischen) beten sollten. Meine Frage war bisher nicht beantwortet worden, ob die Hindus, die Isisanbeter, die Anhänger der Druiden- und germanischen Kulte, usw., usf. nun in der Synagoge oder Moschee oder christlichen Kirche ihre Andacht verrichten dürfen. In einem echten dialogischen Gottesdienst hätte ein Pfarrer eine solch grundlegende Frage gleich aufgreifen können. Die Frage ist bis heute nicht beantwortet.
Dirk Stratmann, Berlin

2. Solidarische Sympathie Wolfgang Banse Ökumene, sollte, darf nicht daran gemessen werden im Bezug auf ein gemeinsames gefeiertes Heiliges Abendmahl.Ökumene, hier gemeinsam gefeiertes Heiliges Abendmahl besteht nicht bei allen evangelischen christlichen Kirchengemeinschaften, hier SELK und Amtskirchen.Es wurde in den letzten Jahrzehnten viel erreicht, dies sollte nicht vergessen werden.Die Evangelischen Kirchen sollten nicht weiter als Kirchen guten Willens betrachtet und gesehen werden, sondern als gleichwertige, vollwertige Kirchen.
3. Gelassen Ostern zulassen Wolfgang Banse "Wir sind präsent" m-diese Worte greife ich auf und frage mich ob es eine Freudsche Fehlleistung, ein Black out von Herrn Stäblein war, was seine Gedanken zum Osterfest zum Osterfest 2021 anbelangt. Ein ruhiges, gelassenes Leben führen hier die Hauptamtlichen, Pastorinnen und Pastoren während der seit über einem Jahr existierenden Corona Pandemie. Monatelang fallen Andachten und Gottesdienste aus,nicht jede und jeder Gläubige ist im Besitz eines PC, Notebook,..Wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen-dann sollten die Hauptamtlichen zu den Menschen kommen.Geschieht dies?!(Ausnahmen bestä-
tigen die Regel) Effizient und Qualität ist in jeder Hinsicht gefragt, was die Institution Kirche, hier EKBO betrifft.Gesegnete Ostern Frau Bammel/Herr Stäblein.

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