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Macht auf die Tür

Kirchengemeinden planen wieder ihre Weihnachtsgottesdienste unter Corona-Bedingungen

In mehreren sächsischen Kirchen ist am vergangenen Sonntag gegen das Coronavirus geimpft worden, zum Beispiel im Haus der Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen in Dresden (Foto) und in der Dresdner Frauenkirche. Die Impfaktion fand in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz statt. Sie geht auf eine gemeinsame Initiative der sächsischen Landeskirche und des Bistums Dresden-Meißen zurück. Foto: Matthias Rietschel/epd

Von Uli Schulte Döinghaus

Corona drückt den Stempel auf. Über die gesamte Breite der Nachricht, die im Gemeindebrief der uckermärkischen Kirchengemeinde Templin ­abgedruckt ist, steht dick rot umrandet und in Großbuchstaben „Wegen ­Corona abgesagt.“ Der Maria-Magdalenen-Markt, der eigentlich für ­diesen Sonnabend auf dem Kirchplatz Templin geplant war, ist der Pandemie zum Opfer gefallen. 

Da und dort in den Kirchen­gemeinden der EKBO werden ähn­liche Absagen für Veranstaltungen formuliert. Aber Gottesdienste am  Heiligabend und Weihnachten sind bisher nicht abgesagt worden. Die Gemeindekirchenräte sprechen sich aktuell dafür aus, sie zu feiern – wenn auch unter strengen Auflagen. Für den Zugang zu den Weihnachtsgottesdiensten in der Havelstadt Brandenburg etwa müssen Tickets erworben werden – zum Preis von einem Euro, der „Brot für die Welt“ zugutekommt. 

„Offene Kirchen“ am Heiligabend in Sachsen 


Anders in Sachsen: „Bei uns ist gegebenenfalls wieder ,Offene Kirche‘ angesagt“, sagt Pfarrer Ulrich Wollstadt von der Versöhnungs­kirchenge-meinde Görlitz, zu der acht Dörfer im Süden von Görlitz ­gehören. „Die Dorfkirchen sind zu klein für die Weihnachtsgottesdienste unter Pandemiebedingungen.“ Vom frühen Nachmittag bis in den Abend hinein sollen die Kirchen geöffnet sein. Ein Weihnachtsbaum und ein beleuchteter Stern im Chorraum werden die Besuchenden empfangen. 

Diese Möglichkeit soll im Hochinzidenzland Sachsen am Heiligabend und dem Weihnachtsfeiertag vielfach an die Stelle von gemeinschaftlichen Gottesdiensten treten. Mancherorts in sächsischen Kirchen soll das Prinzip 2G-Plus ­gelten, so dass auch Geimpfte und Genesene einen aktuellen Test vorzeigen müssen. Zu den Gottesdiensten im ­Advent gilt die 3G-Regel. Ob die Vorgaben eingehalten werden, überprüfen in der Regel Ehrenamt­liche im Eingangsbereich. 

Weiter nördlich, in und um ­Eisenhüttenstadt, will man am Heiligabend dem Winter im Freien trotzen. „Wir machen wie im letzten Jahr, als zu den verschiedenen Dorfkirchen zwischen 80 und 120 Menschen kamen, die Christvespern im Freien“, sagt Pfarrer Mathias Wohlfahrt vom Pfarrsprengel Ziltendorf. 

Der weihnachtlichen Attraktivität des Kirchenangebots tue dies­­ ­keinen Abbruch, so Wohlfahrt. Im ­Gegenteil: „Neben dem kirchlichen Posaunenchor unterstützen uns auch die örtlichen Blasorchester, Bläsergruppen, die sonst in den Kneipen und Sälen zu Feierlich­keiten spielen. Die Weihnachtslieder proben sie gern für uns.“ 

Einige planen mit der 2G-Plus-Regel 


Immer häufiger wird sogar die 2G-Regel genannt, wenn es um die Planung von Weihnachtsgottesdiensten geht. In der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gilt dies zum Beispiel in Gottesdiensten, für die mit erhöhten Besuchszahlen zu rechnen ist, so auch am Heiligabend. „Dann könnten aber auch alle Plätze ohne Abstand genutzt werden“, schreibt die Gemeinde in ihrem Internetportal. Auch Pfarrer Peter Martins von der Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“ in Berlin-Friedenau schließt strenge Auflagen mit konsequenten Kontrollen am Eingang nicht aus: „Für Weihnachten planen wir 2G oder sogar 2G-Plus in den Gottesdiensten.“ Ähnlich gehen übrigens auch die katho­lischen ­Kirchengemeinden des Erzbistums Berlin vor. 

Alle Empfehlungen, Regeln und Auflagen sind freilich unter Vor­behalt formuliert. Pfarrerin ­Michaela Markgraf der Luther­gemeinde Alt-Reinickendorf schreibt: „Wir machen uns die Entscheidung für dicht­gedrängte Gottesdienste in engen Räumen nicht leicht ... Wir sind uns dessen bewusst, dass all unsere Pläne kurzfristig über den Haufen geworfen werden können.“

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(3) Artikel Name Ihr Kommentar
1. Gratwanderun:eigene Freiheit und Einsatz für andere Wolfgang Banse Nicht nur alles nehmen, sondern auch was geben, hier die Einführung eines Pflichtdienstes
Ich stimme Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier uneingeschränkt zu, was seine Anregung im Bezug auf die Einführung eines sozialen Pflichtdienstes betrifft., beiderlei Geschlechts.Unserre gesellschaft wird immer kälter, hier sollte entgegen gewirkt werden, was ein sozialer Pflichtdienst betrifft.Dem Ego entgegen wirken, für andere da sein, Menschen mit einem handicap, Kranke, Ältere, Obdachlose...Dieser soziale Pflichtdienst sollte mindestens ein halbes, längstens ein ganzes Jahr dauer. Die diensttuenten sollten eine monatliche finanzielle Pauschale dafür erhalten, in etwa 38O Euro, zusätzlich sollte die, der jenige krankenversichert, Rentenversichert sein."Wir Junge, geben euch der Gesellschaft etwas zurück, was wir empfangen haben".Vwerbände, Organisationen, Kirchen sollten der Anregung des Bundespräsidenten Steinmeier offen und aufgeschlossen gegenüber stehen, sowie die Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind.
2. Aktive Gewaltfreiheit Kees Nieuwerth Ausgezeichnet. bin ganz einverstanden!
3. Wir stehen zusammen Martin Wehlan Sehr geehrter Herr Bischof, Sie schreiben: "es geht ja nicht darum, 100 Millionen Menschen in Europa aufzunehmen." Aber bei welcher Zahl wollen Sie denn die Aufnahme in Europa stoppen ? Egal, welche Zahl dann genannt wird, man steht dann prinzipiell genauso vor demselben moralischen Dilemma wie jetzt. Was mich stört, sind die Vergleiche von afrikanischen Flüchtlingen mit ukrainischen. Wer in Afrika vor einem Krieg flieht, ist normalerweise in einem Nachbarland sicher. genauso ist es mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine. Ein Krieg in Afrika kann also eigentlich keine Fluchtursache nach Europa sein. Dennoch gibt es eine wesentliche Fluchturasche in Afrika - und das sind die nicht vorhandenen Lebenschancen für junge Menschen aufgrund der hohen Geburtenrate. Etwa 100 Millionen Afrikaner wollen deshalb in den nächsten 10 Jahren ihre Heimat Richtung Europa verlassen - fast alles junge Männer. Ehrlichkeit beim Thema "Geflüchtete" ist die Voraussetzung dafür, dass die Geflüchteten von den Menschen der Aufnahmeländer akzeptiert werden. Ein Allgemeines Verweisen auf "Flucht als solche" bzw. die Bibel wird von der schweigenden Mehrheit als Gesinnungs-Ethik erkannt und im Stillen nicht akzeptiert, trotz des moralischen Dauerfeuers.

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